Kunst­mu­se­um Bay­reuth: Vor­trag und Film von Han­nes Heer über Aby War­burgs Ent­de­ckung der Hopi-Indianer

Han­nes Heer: „Aby War­burgs Ent­de­ckung der Hopi-India­ner als frü­he Hero­en der Kultur“

Das Kunst­mu­se­um Bay­reuth und das Evan­ge­li­sche Bil­dungs­werk Ober­fran­ken-Mit­te laden am Sams­tag, den 27. Juli um 11.00 Uhr in den Vor­trags­raum des Kunst­mu­se­um Bay­reuth, Altes Barock­rat­haus Maxi­mi­li­an­str. 33 zu einer Film­prä­sen­ta­ti­on und mit anschlie­ßen­dem Vor­trag des Ham­bur­ger His­to­ri­kers Han­nes Heer über die Aby War­burgs Ent­de­ckung der Hopi-India­ner als frü­he Hero­en der Kul­tur ein.

Der Kunst­his­to­ri­ker Aby War­burg, Sohn einer jüdi­schen Ham­bur­ger Ban­kiers-Dynas­tie, hat­te 1892 in sei­ner Dis­ser­ta­ti­on über die Venus-Bil­der des Renais­sance­ma­lers San­dro Boti­cel­li die flie­gen­den Gewän­der und wehen­den Haa­re der Frau­en nicht als blo­ße Orna­men­te gedeu­tet. Sie waren für ihn Aus­druck unbe­wuss­ter Angst- und Gewalt­schü­be, die erst im künst­le­ri­schen Akt bewäl­tigt und beherrsch­bar wurden.

1895/96 wur­de die­se psycho-his­to­ri­sche Deu­tung auf einer USA-Rei­se in den arm­se­li­gen Berg­dör­fern der Hopi-India­ner in Ari­zo­na bestä­tigt und radi­kal erwei­tert. Deren wich­tigs­tes Ritu­al war der „Schlan­gen­tanz“, der den Gewit­ter­re­gen für die Ern­te brin­gen und ihr Über­le­ben sichern soll­te. Bei die­sem Tanz nah­men die Tän­zer Klap­per-Schlan­gen, die als Reprä­sen­tan­ten der Blit­ze gal­ten, in den Mund und ver­wan­del­ten sich dadurch in die Ver­ur­sa­cher des Regens. War­burg erkann­te in die­ser sym­bo­li­schen Trans­for­ma­ti­on der Angst den Geburts­akt einer frü­hen Kul­tur. Die­ses Erleb­nis einer Welt „zwi­schen Magie und Logos“ wur­de prä­gend für sei­ne wei­te­re For­schung und soll­te sich auch per­sön­lich als Ret­tung erwei­sen, als er Ende 1918 auf­grund der Schre­cken des Welt­kriegs und der zuneh­men­den anti­se­mi­ti­schen Het­ze eine Psy­cho­se erlitt und Zuflucht in einer psy­cho­the­ra­peu­ti­schen Kli­nik fand.

Die Ver­an­stal­tung wird unter­stützt durch das Bun­des­pro­gramm „Demo­kra­tie Leben“. Die Teil­nah­me ist offen für alle Inter­es­sier­ten, der Ein­tritt ist frei, es wer­den Spen­den erbeten.