Kli­ni­kum Bay­reuth GmbH star­tet Medi­zi­ni­sches Zen­trum für Erwach­se­ne mit Behin­de­rung

MZEB: Part­ner für das gan­ze Leben

Die fünf Fin­ger der rech­ten Hand. Mehr konn­te Eri­ka Eibl nicht bewe­gen, als sie im Kran­ken­haus auf­wach­te. Quer­schnitt­läh­mung. „Sie wer­den nie wie­der lau­fen kön­nen“, haben Ärz­te ihr nach dem schwe­ren Motor­rad­un­fall gesagt. Ein Jahr spä­ter betritt sie den Raum, schüt­telt Hän­de, lächelt. Und sagt: „Ich bin ein posi­ti­ver Mensch.“

Die­ser Tag dreht Eri­ka Eibls Leben auf links. Sie sitzt als Sozia auf dem Motor­rad ihres Man­nes. Der hat kei­ne Chan­ce. Der Trak­tor zieht ein­fach raus. Zwei Tage spä­ter wird sie nach Bay­reuth, in das Zen­trum für Quer­schnitt­läh­mung an der Kli­nik Hohe War­te, ver­legt. Pfle­ge­kräf­te schie­ben sie auf einer Lie­ge durch die Gän­ge, Roll­stuhl­fah­rer kom­men ihr ent­ge­gen. Ein Leben im Roll­stuhl. „Das musst Du jetzt auch ler­nen“, denkt sie in die­sem Augen­blick.

Es ist eine inkom­plet­te Quer­schnitt­läh­mung, die sie bei dem Unfall erlit­ten hat. Das ist ihre Chan­ce – und die des Teams des Quer­schnitt­zen­trums an der Kli­nik Hohe War­te. The­ra­peu­ten arbei­ten mit ihr, zu ihnen und zu den Pfle­ge­kräf­ten fasst Eri­ka Eibl tie­fes Ver­trau­en. Sie sind da, auch wenn die See­le mal schlapp macht. Die Exper­ten vom Sozi­al­dienst hel­fen, sor­gen dafür, dass Eri­ka Eibl im All­tag und in ihrem Haus wie­der klar kommt. „Auf die­se Kli­nik las­se ich nichts kom­men.“

Ein wei­ter Weg liegt hin­ter der star­ken und lebens­fro­hen Frau aus Rottau bei Pas­sau. Heu­te kann sie zumin­dest ein Stück gehen, Darm und Bla­se funk­tio­nie­ren wie­der, nur der rech­te Arm ist noch steif, aber auch das hat sich mit einer Ope­ra­ti­on an der Hohen War­te gebes­sert. „Natür­lich ist es nicht mehr wie frü­her“. Eri­ka Eibl war Markt­lei­te­rin in einem Super­markt. Arbei­ten kann sie nicht mehr. Aber eines hat sich nicht ver­än­dert: „Ich bin eine Power­frau.“

Und jetzt? Jetzt, da fast alle ope­ra­ti­ven Mög­lich­kei­ten aus­ge­schöpft sind? Eri­ka Eibl ist nicht allein. Sie ist eine der ersten Pati­en­tin­nen des neu­en, jetzt in Betrieb genom­me­nen Medi­zi­ni­schen Zen­trums für Erwach­se­ne mit Behin­de­rung (MZEB), das an der Kli­nik Hohe War­te ein­ge­rich­tet ist. Die­ses Zen­trum ist ein Ver­spre­chen: Wir las­sen kei­nen unse­rer Pati­en­ten im Stich. Wir sind da für nahe­zu alle Belan­ge. Und das auf Dau­er.

„Wir wol­len fester Bestand­teil des Lebens unse­rer Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten wer­den“, sagt Pri­vat­do­zent Dr. Rai­ner Abel, Chef­arzt der Kli­nik für Ort­r­ho­pä­die und Medi­zi­ni­scher Lei­ter des MZEB. „Wir wol­len sie regel­mä­ßig sehen, und wis­sen, was sie beschäf­tigt. Denn unse­rer Erfah­rung nach – und davon haben wir durch unse­re Zen­tren an der Kli­nik Hohe War­te durch­aus eini­ge – wird die­ser Aus­tausch im Lau­fe der Jah­re immer wich­ti­ger.“ Mit dem Alter ver­än­dern sich die Auf­ga­ben, vor denen Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten mit Behin­de­rung ste­hen. Ihren Gesund­heits­zu­stan­des und ihr Kön­nen zu erhal­ten oder zu ver­bes­sern, „das ist einer unse­rer Ansprü­che an uns selbst“, sagt Abel. „Wir möch­ten Ihnen zudem dabei hel­fen, Kom­pli­ka­tio­nen und Fol­ge­krank­hei­ten zu ver­mei­den. Wir möch­ten sie bera­ten, unter­stüt­zen und zu Ihrer sozia­len Teil­ha­be bei­tra­gen. Ein Schwer­punkt unse­rer Arbeit ist außer­dem die indi­vi­du­el­le Hilfs­mit­tel­ver­sor­gung und The­ra­pie­op­ti­mie­rung.“

Und weil das Leben so viel­fäl­tig ist, ist es auch die Mann­schaft, die im MZEB zusam­men­ar­bei­tet. Neu­ro­lo­gen und Ortho­pä­den, Ergo- und Phy­sio­the­ra­peu­ten, Logo­pä­den und Kran­ken­pfle­ge­kräf­te, die Mit­ar­bei­ter des Sozi­al­dien­stes und Psy­cho­lo­gen, Ortho­pä­die­tech­ni­ker und wenn nötig Exper­ten aus zusätz­li­chen Fach­be­rei­chen über Koope­ra­ti­ons­part­ner – all sie zusam­men sind das MZEB. Und all die­se Fach­leu­te sind an der Kli­nik Hohe War­te mit einem ihrer Schwer­punk­te auf Quer­schnitt­läh­mung bereits tätig. War­um es ein sol­ches Zen­trum, von denen es in Bay­ern der­zeit nur sie­ben gibt, braucht? Weil bis­lang eine Ver­sor­gungs­lücke klaff­te. Nach Kran­ken­haus­auf­ent­halt und Anschluss­be­hand­lung waren Men­schen mit Behin­de­rung dar­auf ange­wie­sen, sich selbst zu hel­fen. Die rich­ti­gen Ärz­te zu fin­den, gesund­heit­li­che, psy­chi­sche und auch mal ganz all­täg­li­che Pro­ble­me zu bewäl­ti­gen. Abel: „In einem Zen­trum wie unse­rem bekom­men Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten alles aus einer Hand. Wir haben die Exper­ti­se und wir neh­men uns Zeit.“

Eri­ka Eibl nennt das MZEB „mei­ne Rück­ver­si­che­rung. Ich weiß, wohin ich gehen kann. Ich habe Leu­te, denen ich ver­traue, die mich und mei­ne Geschich­te ken­nen und die mir wei­ter­hel­fen.“ Auch mal in den ganz klei­nen Din­gen. Seit ein paar Tagen kann sie wie­der Fla­schen auf­dre­hen. Ein Tuch mit Nop­pen hilft, ganz sim­pel. Und mit ein wenig Hil­fe aus dem MZEB will Eri­ka Eibl jetzt einen gro­ßen Schritt in Rich­tung Selbst­stän­dig­keit gehen. „Ich möch­te wie­der Auto fah­ren. Und ich möch­te aus dem, was ich kann, das Beste machen.“

Vor­aus­set­zun­gen

Die Behand­lung im MZEB Bay­reuth ist an gesetz­li­che Rah­men­be­din­gun­gen gebun­den. Um die­se zu erfül­len, wer­den wir Ihnen vor Ter­min­ver­ein­ba­rung ein Fra­ge­bo­gen zusen­den. Oder wir rufen Sie an und klä­ren die Fra­gen am Tele­fon. Ger­ne kön­nen auch Sie Kon­takt mit uns auf­neh­men. Über Ein­zel­hei­ten infor­mie­ren wir Sie ger­ne tele­fo­nisch oder per Email. Wenn wir dann einen Ter­min gefun­den haben, brin­gen Sie bit­te vor­lie­gen­de Befun­de und Ihren Schwer­be­hin­der­ten-Aus­weis mit. Und bit­te spre­chen Sie mit Ihrem behan­deln­den Arzt oder The­ra­peu­ten dar­über, dass Sie unser Ange­bot nut­zen möch­ten. Denn wir benö­ti­gen eine Über­wei­sung für das MZEB.

Kon­takt

Ärzt­li­che Lei­tung: Chef­arzt Pri­vat­do­zent Dr. Rai­ner Abel
Neu­ro­lo­gi­sche Lei­tung: Chef­arzt Prof. Dr. Patrick Osch­mann
Ortho­pä­di­sche Lei­tung: Ober­ärz­tin Jes­si­ka Gen­rich
Kli­nik Hohe War­te, Hohe War­te 8, 95445 Bay­reuth
Tel: 0921/4004751, Fax: 0921/400 88 4751
Email: MZEB@​klinikum-​bayreuth.​de