Pfarrer Hans Peetz: „Theologische Gedanken zur Kunst“, Ausstellungshalle im Neuen Rathaus Bayreuth

Zur Ausstellung „Mnemosyne und die Moderne / Aby Warburgs Bilderatlas Mnemosyne“

Aby Warburg,1912  - (C) Foto Warburg Institute

Aby Warburg,1912 – (C) Foto Warburg Institute

Manche Bilder prägen sich ein. Nicht nur individuell, im persönlichen Gedächtnis. Auch Kulturen besitzen einen solchen Schatz von Bildern, die in der kollektiven Erinnerung vorhanden sind und immer wieder auftauchen. Der jüdische Kunsthistoriker Aby Warburg hat in seiner Bibliothek in Hamburg eine Fülle solcher Bilder zusammengetragen, vor allem aus der Antike und der Renaissance, aber auch aus seiner Gegenwart im 20. Jahrhundert. Kopien, Fotografien, Zeitungsartikel, die er bei seinen Kunstvorträgen als Anschauungsmaterial benutzte. Zuletzt 73 Tafeln, die er „Bilderatlas Mnemosyne“ nannte, nach der griechischen Göttin der Erinnerung. Er gruppierte sie nach Themenfeldern, manchmal sehr assoziativ.

Auch im christlichen Glauben spielen solche Bildtraditionen eine wichtige Rolle, zum Beispiel bei den Abendmahlsbildern, die sich an fast jeden alten Altar befinden. Diesen Ritus – Warburg hatte großes Interesse an religiösen Riten – hat Christus eingesetzt mit den Worten „dies tut zu meinem Gedächtnis“. Doch dabei geht es nicht um rückwärtsgewandte Erinnerung, sondern um Gegenwart.

Der Verlust an Erinnerung, der „Gedächtnisschwund“, ist nicht nur eine Krankheit von einzelnen. Für umsere Gesellschaft stellt er eine Gefahr dar, wenn sie ihre grundlegenden Werte vergisst, oder die Schrecken des Krieges und die Folgen des Nationalismus.

Hans Peetz

„… zu meinem Gedächtnis“

Theologische Gedanken zur Kunst mit Pfarrer Hans Peetz am 11.07.2019 um 20 Uhr

Der Eintritt ist frei!