Bam­ber­ger Grü­ne fra­gen nach, was das Alko­hol­ver­bot am Bahn­hofs­post­platz gebracht hat und zie­hen Par­al­le­le zur Sand­stra­ße

Ver­bo­te­ner Alko­hol hier – gedul­de­ter Alko­hol da

Wie hat sich das Alko­hol­ver­bot am Platz vor der Bahn­hofs­post bewährt und wel­che Fol­gen davon sind fest­zu­stel­len? Das fragt GAL-Stadt­rat Ralf Dischin­ger in sei­nem jüng­sten Antrag. Zur Erin­ne­rung: Ende 2017 hat­te der Stadt­rat ver­bo­ten, außer­halb von geneh­mig­ten Freischank­flä­chen auf dem Platz Alko­hol zu kon­su­mie­ren. Die ört­li­che Son­der­nut­zungs­sat­zung wur­de ent­spre­chend geän­dert. Im Visier hat­te man damals „… teil­wei­se stark alko­ho­li­sier­te Per­so­nen (…), die anschlie­ßend in den Grün­flä­chen schla­fen, uri­nie­ren, Lauf­kund­schaft und Pas­san­ten anpö­beln und die­se anbet­teln, bzw. belä­sti­gen“ – so for­mu­lier­te es der Sit­zungs­vor­trag für den Stadt­rat.

„Seit­her hat die Poli­zei eine Rechts­grund­la­ge, Men­schen, die sich dort mit einer Fla­sche Bier auf die Bank set­zen, zu ver­trei­ben“, stellt Dischin­ger fest, der gemein­sam mit sei­ner Frak­ti­on damals dem städ­ti­schen Ver­bot nicht zustimm­te. Auch von ande­rer Sei­te wur­de die Ver­drän­gungs­stra­te­gie kri­tisch gese­hen. So wur­de auf Antrag der SPD der Beschluss um „beglei­ten­de Maß­nah­men“ erwei­tert: Die Stadt­ver­wal­tung soll­te ein Kon­zept mit geziel­ten Hilfs­an­ge­bo­ten und neu­en Per­spek­ti­ven für die Betrof­fe­nen ent­wickeln und durch geeig­ne­te Maß­nah­men die Auf­ent­halts- und Ver­weil­qua­li­tät des Plat­zes auf­wer­ten.

Ein­ein­halb Jah­re spä­ter wol­len die Grü­nen nun wis­sen, was seit­her pas­siert ist: Was beinhal­tet das in Auf­trag gege­be­ne Kon­zept, wel­che Hilfs­an­ge­bo­te und Per­spek­ti­ven, wel­che ver­bes­ser­te Auf­ent­halts­qua­li­tät? Und: Was ist heu­te mit den Men­schen, die am Platz bei der Bahn­hofs­post regel­mä­ßig mit Alko­hol anzu­tref­fen waren? „Haben sie sich in Luft auf­ge­löst“, fragt Ralf Dischin­ger her­aus­for­dernd, „oder sit­zen sie heu­te ein­fach woan­ders?“

Eine pro­vo­kan­te Par­al­le­le zieht der Jurist zur Sand­stra­ße mit sei­ner Fra­ge: „Wie sieht die Stadt­ver­wal­tung den Bahn­hofs­post­platz im Ver­gleich zur Sand­stra­ße, wo eben­falls ein beacht­li­cher Alko­hol­kon­sum auf der Stra­ße und außer­halb von Freischank­flä­chen zu beob­ach­ten ist, der­zeit aber von der Stadt wohl­wol­lend gedul­det wird? Behan­deln wir hier wirk­lich alle Men­schen gleich?“