Blick über den Zaun: „Romeo und Julia“ am Nürnberger Hauptmarkt

(ots) – Zu einem eher ungewöhnlichen Einsatz mussten gestern Abend (22.05.2019) Beamte der Nürnberger Innenstadtinspektion zum Hauptmarkt ausrücken. Wie bei Shakespeare war das Ende eine „Tragödie“.

Gleich vorweg: Es kam niemand zu Tode und die Geschichte zog sich nicht über mehrere Tage hinweg. Dennoch sind Parallelen zum Original erkennbar.

Ausgangspunkt war die Baustelle des Deutschen Museums am früheren Ausgustinerhof. Dort ist ein 40-jähriger Mann beschäftigt. Im Laufe seiner Tätigkeit hatte er wohl ein Auge auf eine Bewohnerin nahe der Baustelle geworfen und sie zu seiner Favoritin gemacht. Nun entschloss er sich gestern Abend gegen 21:15 Uhr aktiv um sie zu werben.

Lange nach Arbeitsende kehrte der inzwischen mit rund zwei Promille betrunkene Bauarbeiter zurück – mit einen Blumenstrauß in der Hand. Doch nicht der übliche Weg über Klingeln, Treppe und Wohnungstür war sein Plan, sondern viel spektakulärer:

Er warf einen fernbedienbaren Kran mit Ausleger an, ließ den Haken herunter und hängte den Strauß absturzsicher daran. Der geneigte Leser kann sich nun denken, was folgte:

Obwohl betrunken, steuerte er zielsicher den Strauß zum Balkon der Bewohnerin und machte ihr damit deutlich, für sie etwas zu empfinden. Doch nun nahm die Tragödie ihren Lauf. Die Frau war zum einen komplett irritiert und zum anderen mit der Aktion nicht einverstanden. Sie rief die Polizei. Inzwischen hatten sich mehrere Passanten versammelt und beobachteten das Treiben.

Als die Beamten eingetroffen waren, nahte das Ende des Schauspiels. Der 40-Jährige wurde aufgefordert, seine Aktion einzustellen, was er schließlich auch tat. Tief enttäuscht zog er von dannen, allerdings mit der Kenntnis der nächsten Tragödie: Wegen eines Verstoßes gegen das Ordnungswidrigkeitengesetz wird er angezeigt. Ob es weitere Konsequenzen für ihn geben wird, prüft derzeit die Polizei.