Polizeiliche Kriminalstatistik 2018 für den Bereich Bamberg-Stadt

Vorwort

In Ergänzung der Präsentationen des Bayerischen Innenministeriums und des PP Oberfranken vom 18.03.2019 wird die Entwicklung der Polizeilichen Kriminalstatistik 2018 für das Stadtgebiet Bamberg vorgestellt.

Schwerpunkt ist der Vergleich und die Entwicklung der Straftaten zwischen den Jahren 2017 und 2018. Ein weiterer Punkt ist die Entwicklung der Beteiligung von Zuwanderern an Straftaten in Bamberg, sowie die festgestellte Kriminalität innerhalb der ANKEREinrichtung Bamberg.

Es sei angemerkt, dass die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) eine Auslaufstatistik ist.

Somit werden Delikte erst der PKS gemeldet, wenn die Strafanzeige an die Staatsanwaltschaft zu Strafverfolgung versandt ist. Somit sind Straftaten, die z.B. Ende 2018 begangen wurden, aber erst Anfang 2019 an die Strafverfolgungsbehörden versandt werden, erst in der PKS 2019 enthalten. Dadurch können sich noch geringfügige Veränderungen ergeben.

Die in den Deliktsfeldern genannten Zahlen beinhalten nicht die sogenannten ausländerrechtliche Verstöße (illegaler Aufenthalt etc.), die zwar die Belastung der Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten im Rahmen der Sachbearbeitung erhöhen, jedoch keine wahrliche Kriminalitätsbelastung des Stadtgebiets Bamberg widerspiegeln, da sie nur von Ausländern begangen werden können und i.d.R. keine direkten Auswirkungen auf andere Personen haben. Folglich werden für die Auswertung lediglich die sog. „bereinigten Zahlen“ (also OHNE ausl.rechtliche Verstöße) herangezogen.

Quellen: Alle Zahlen und Daten stammen aus der PKS 2018 für das Stadtgebiet Bamberg, teilweise zusammengestellt durch das Polizeipräsidium Oberfranken, Sachgebiet E3.

Beibehaltung der Aufklärungsquote

Erfreulicherweise konnte die ohnehin in Bayern hohe Aufklärungsquote, auch in Bamberg beibehalten werden. Sie verblieb für das Stadtgebiet Bamberg bei 69,3 % und lag somit über der bayernweiten Aufklärungsquote von 64,5 %.

Somit werden mehr als Zweidrittel aller der Polizei bekannt gewordenen Straftaten in Bamberg aufgeklärt.

Hier macht sich neben dem Ermittlungsgeschick des/der jeweiligen Polizeibeamten/-in, der hohen Kontrolltätigkeit und der guten Fahndungsmaßnahmen auch die qualitativ hochwertige Spurensicherung an Tatorten der Eigentumskriminalität bezahlt. Auch profitiert die Bamberger Polizei von den Mitteilungen der aufmerksamen Bevölkerung.

Absenkung der Häufigkeitszahl (HZ)

Die Häufigkeitszahl bemisst die Kriminalitätsbelastung einer Region und wird auf je 100.000 Einwohner umgerechnet. Touristen, Pendler, nicht in Bamberg wohnende Bürger und Personen mit ausländischem Wohnsitz zählen schlüssiger Weise nicht als Einwohner, wohingegen von ihnen begangene Straftaten aber in die PKS einfließen.

Während sie in Bayern 4.571 und in Oberfranken 4.470 beträgt, verzeichnet die Polizeiinspektion Bamberg-Stadt 2018 hier einen hohen Wert von 9.260. Dennoch ist diese von 9.807 aus 2017 gesunken, was einen erfreulichen Rückgang von 5,6 % darstellt.

Wiederum mehr ermittelte Tatverdächtige Im vergangen Jahr hat die Polizeiinspektion Bamberg-Stadt bei den bereinigten Fällen insgesamt 3.378 Täter (2.752 Männer und 626 Frauen) ermittelt – im Vgl. zum Vorjahr 2017: 3.098 Täter (2.344 Männer und 751 Frauen).

Erneute steigende Anzahl an nichtdeutschen Tatverdächtigen

Einen Zuwachs erfährt der Anteil von nichtdeutschen Tatverdächtigen. Die Tatbeteiligung von Nichtdeutschen an den Gesamtstraftaten im Jahr 2017 von 43,2% (1.590) ist im Jahr 2018 noch einmal leicht auf 43,5% (1.471) angestiegen.

Zahl der Zuwanderer als Tatverdächtige steigt

Nach Inbetriebnahme der Aufnahmeeinrichtung Oberfranken (ehemals AEO – jetzt ANKER) stellt sich in Bamberg unter anderem die Frage nach der Tatbeteiligung von Zuwanderern.

Die Zahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen beinhaltet die Zuwanderer. Sie nehmen in dieser Gruppe eine herausragende Stellung ein. Von den 1.471 ermittelten Nichtdeutschen waren 961 Täter Zuwanderer (= 65,3 %). 2017 waren unter den 1.590 nichtdeutschen Straftätern noch 861 Zuwanderer (= 54,2 %).

Der Anteil der Zuwanderer an den ermittelnden Straftätern steigt von 23,4 % auf 28,4 %.

Bei den Rohheitsdelikten ist nahezu ein Drittel der Täter betrunken.

Während 2017 noch 36,6 % der Täter unter Alkoholeinfluss standen, waren es 2018 mit 290 nur noch 31,6 %. Auch die Anzahl der unter Drogen stehenden Personen war in diesem Bereich leicht rückläufig.

Rohheitsdelikte ² steigen

Die Anzahl der sogenannten Rohheitsdelikte stieg von 1.173 auf 1.205; hier liegt die hohe Aufklärungsquote bei 87,4 %. Auch in diesem Deliktsfeld stiegen die Fälle mit ausländischen Tatbeteiligten von 39,9 % (348 TV) auf 43,9 % (403 TV). Auffällig ist hier der weitere Anstieg bei den Zuwanderern von 243 (27,9 %) auf 270 (29,4 %).

Innerhalb der Rohheitsdelikte sind sowohl die Raubdelikte leicht von 38 (2017) auf 41, als auch alle Körperverletzungsdelikte von 994 auf 1.026 steigend. Den größten Anteil in den Körperverletzungsdelikten nehmen die einfachen Körperverletzungen ein; diese sind allerdings mit 657 (2018) zu 674 (2017) leicht rückläufig. Gestiegen sind die Gefährlichen Körperverletzungen von 320 auf 369 Fälle. Auffällig ist hier der hohe Anteil an Zuwanderern.

Eigentumsdelikte gehen zurück

Die Diebstahlsdelikte sind von 2017 auf 2018 leicht gesunken, und zwar von 2.548 auf 2.333 Fälle. Die Aufklärungsquote konnte hier nochmals von 47,8 auf 49,2 % gesteigert werden.

Auffallend ist das nach wie vor hohe Niveau der Fälle mit ausländischer Tatbeteiligung.

Bei der Gesamtzahl der ermittelten Tatverdächtigen liegt die nichtdeutsche Herkunft bei 60,2 % (2017 – 61,3 %). Bei den Zuwanderern als Tatverdächtigen liegt die Zahl bei 48,5 %.

Fahrraddiebstahl geht zurück

Innerhalb der Phänomengruppe des Diebstahls nimmt die Zahl des Fahrraddiebstahls stark ab – von 601 Fällen auf 487 Fällen, was einen Rückgang von 19 % bedeutet. Die Aufklärungsquote blieb ging hier von 16 % auf 15 % leicht zurück. Fahrraddiebstähle mit nichtdeutschen Tatbeteiligten nahmen von 48,8 % auf 47,1 % leicht ab.

Ladendiebstahl erneut mit leichten Steigerungen

Die größte Gruppe im Bereich des Diebstahls nimmt jedoch der Ladendiebstahl ein. Hier ist eine nochmalige Steigerung von 2,5 % festzustellen (von 747 auf 766 Fälle).

Während die Aufklärungsquote mit 94,9 % nahezu gleichbleibend ist (95% – 2017), bleibt auch der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger hoch.

Bei 766 Ladendiebstählen wurden 578 Täter ermittelt. Davon sind 391 Nichtdeutsche (= 67,6 %), wiederum davon sind 337 Täter Zuwanderer (58,3 %).

Gestiegene Anzahl an Wohnungseinbrüchen und Betrügereien

Ein Anstieg ist beim Wohnungseinbruchdiebstahl zu verzeichnen; hier stieg die Anzahl der Fälle von 19 auf 23 Fälle (+ 21,1%) im Jahre 2018. Hiervon waren 12 Taten im Versuchsstadium verblieben.

Einen starken Anstieg verzeichneten zudem die Betrugsdelikte. Sie stiegen von 497 auf 567 Fälle (+14,1 %).

Sonstige Diebstahlsphänomene

Der besonders schwere Fall des Diebstahls weist einen Rückgang von 820 auf 621 Fälle auf, wobei dies einen Rückgang von 199 Fällen oder -24,3 % darstellt. Markant ist hier der Rückgang des Diebstahls aus Kfz von 201 auf 93 Fälle oder -53,7 %.

Erklärbar ist dies durch die Aufklärung mehrerer Serien im Stadtgebiet in den Jahren 2017 bzw. 2018 und der teilweise noch bestehenden Inhaftierung der damaligen Täter. Zudem konnten 2018 entstehende Serien durch zeitnahe Täterfestnahmen bzw. Täterermittlungen frühzeitig beendet werden.

Der einfache Diebstahl aus Wohnungen (87 auf 86 Fälle) blieb auf Niveau des Vorjahres, während der Taschendiebstahl von 71 auf 91 Fälle anstieg.

Sexualdelikte

Die Sexualdelikte gingen in Bamberg von 97 auf 87 Fälle zurück, was eine Reduzierung von 10,3 % darstellt. Hierbei fielen auf den neuen Tatbestand der sex. Belästigung 34 Fälle, wobei es zu einer Steigerung von 3 Fällen im Vgl. zum Vorjahr kam.

Widerstandshandlungen, Gewalt gg. Polizeibeamte

Bzgl. der Widerstandshandlungen wird auf die gesonderte Statistik „Gewalt gg. Polizeibeamte“ verwiesen, welche im Sommer gesondert vorgestellt wird.

Sachbeschädigungen sind rückläufig Die Zahl der Sachbeschädigungen ist von 887 auf 840 Fälle (- 5,3 %) leicht rückläufig – vgl. Straßenkriminalität.

Rauschgiftkriminalität

Die Rauschgiftkriminalität hat von 1.140 Fällen auf 786 Fälle abgenommen, was einen Rückgang von 31,1 % entspricht. Hier muss erwähnt werden, dass es sich bei Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz und den Nebengesetzen fast ausschließlich um sogenannte Kontrolldelikte handelt. Somit werden Straftaten und Rauschgiftdelikte erst bekannt, wenn die Polizei dagegen vorgeht und kontrolliert.

Straßenkriminalität ³

Die Delikte der sogenannten Straßenkriminalität sind von 1.674 (2017) auf 1.434 Fälle (- 14,3 %) gefallen. Leider ist aber auch die Aufklärungsquote dieser Delikte, welche oft in der Nacht und unbeobachtet begangen werden, von 31,3 % auf 25,8 % zurückgegangen. Bei den festgestellten Tatverdächtigen fiel die Zahl der Nichtdeutschen von 39,1 % (2017) auf 38,8 % (2018).

Erfreulicherweise ist auch die Zahl der Sachbeschädigungen durch Graffiti gefallen, von 244 auf 164 Fälle. Hier liegt die Aufklärungsquote bei 11 %.

Die deutliche Abnahme im Bereich der Straßenkriminalität im Stadtgebiet ist trotz der zunehmenden Zahl an Feierenden in der Stadt ein Beweis dafür, dass die Polizeipräsenz zu den tatrelevanten Zeiten an den Brennpunkten deutlich ist und Wirkung zeigt.

Hier zeigt auch das Konzept der Präventionsstreifen Wirkung, da aufgrund der Absenkung der Zahlen davon ausgegangen werden kann, dass potentielle Täter durch die hohe Polizeipräsenz auf der Straßen von Tataufführungen abgehalten werden. Auch die regelmäßig eingesetzte Sicherheitswacht leistete hierbei ihren Beitrag.

Straftaten im ANKER-Zentrum

Nachdem ein nicht geringer Fokus der Öffentlichkeit auf das ANKER-Zentrum in Bamberg gelegt wird, erfolgt an dieser Stelle eine Kurzauswertung der mit Tatort „Erlenweg 4, Bamberg (Anschrift des ANKER)“ erfassten Straftaten.

Insgesamt wurden 2018 mit o.g. Tatort 3312 Anzeigen erfasst, davon 2904 Ausländerdelikte. Folglich kam es innerhalb des ANKER zu 408 bereinigten Delikten, hiervon u.a.

  • zwei Raubdelikten
  • 75 Gefährliche Körperverletzungen
  • 77 einfache Körperverletzungen
  • 23 Diebstählen aus Wohnräumen
  • 1 Einbruch
  • 28 sonstigen Diebstählen
  • 24 Sachbeschädigungen
  • 35 Verfahren wg. Verstößen nach dem BtMG.
    In den meisten Fällen waren sowohl Täter wie auch Opfer Zuwanderer.

Einsatzzahlen: 2017 kam es im ANKER zu 709 Einsätzen, 2018 zu 1080 Einsätzen.

Schlussbemerkung

Die Straftaten in Bamberg sind 2018 nach drei Jahren des Anstiegs in Folge leicht gefallen, sofern man die „bereinigten“ Zahlen betrachtet. Der Rückgang beträgt 3,8 Prozent.

Die Rohheitsdelikte sind angestiegen, während die Diebstahlsdelikte rückläufig waren.

Ein auffälliger Rückgang ist beim Fahrraddiebstahl, den Diebstählen aus Kraftfahrzeugen und bei den BtM-Delikten zu verzeichnen.

Nach wie vor sind Zuwanderer im Bereich des Ladendiebstahls mit einem hohen Tatverdächtigenanteil vertreten. In Bamberg ist mehr als jeder zweite ermittelte Ladendieb ein Zuwanderer.

Gleiches gilt für den Bereich der Rohheitsdelikte beim Anteil ausländischer Tatverdächtiger.

Es ist jedoch nach wie vor Fakt, dass die übermäßige Zahl der Zuwanderer rechtstreu ist.

Die Polizeiinspektion Bamberg-Stadt mit ihren Beamtinnen und Beamten steht für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürgern im Stadtgebiet Bamberg ein und ist auf die Mithilfe der Bevölkerung bei der Kriminalitätsbekämpfung angewiesen.

Eine spätere Täterermittlung meist nur unter Mithilfe von Zeugen und der Bevölkerung möglich. Beispielsweise fehlen der Polizei bei einer Sachbeschädigung Samstagnacht, an neuralgischen Punkten, an denen sich den ganzen Abend mehrere 1000 Menschen aufgehalten haben, ohne Zeugen die nötigen Ansatzpunkte zur Täterermittlung.

Zudem ist die Sicherheitswacht ist fester Bestandteil der Sicherheitsarchitektur in Bamberg. Tatkräftig unterstützt wird die PI Bamberg-Stadt bei ihrer Tätigkeit auch durch regelmäßige Streifen der Operativen Ergänzungsdienste, der Kriminalpolizei und Kräften der PI Bamberg-Land und der Verkehrspolizei.

Die Polizei genießt nach wie vor ein hohes Ansehen in der Bevölkerung und ist sich dieser Verantwortung auch bewusst. Trotz der hohen Zahl an Straftaten und einer erhöhten Belastung der Bamberger Polizeibeamten ist uns die Wahrung der öffentliche Sicherheit und Ordnung im Stadtgebiet ein hohes Anliegen.

Für die Sicherheit der Bamberger Bürgerinnen und Bürger setzen sich die Kolleginnen und Kollegen der Bamberger Polizei 24 Stunden an 7 Tagen die Woche ein.

² :

Rohheitsdelikte: Unter dem Begriff Rohheitsdelikte werden Raubdelikte, die Taten der Gefährlichen/Schweren Körperverletzungen, der sonst. vorsätzlichen Körperverletzungen und der Straftaten gg. die persönliche Freiheit zusammengefasst.

³ :

Straßenkriminalität: Unter dem Überbegriff „Straßenkriminalität“ werden alle Delikte zusammengefasst, die in der Tatphase überwiegend oder ausschließlich auf öffentlichen Straßen, Wegen, Plätzen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln begangen wurden. Sie umfassen von Sachbeschädigung bis Körperverletzung auf Straßen Wegen und Plätzen eine Vielzahl von Einzeldelikten.

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