Erzbischof Ludwig Schick: Vorwürfe und Beschuldigungen bei Zukunftsfragen vermeiden

„Bei Reformen nicht nur auf die große Lösung blicken“

Erzbischof Ludwig Schick ruft dazu auf, bei den derzeit drängenden Zukunftsfragen gegenseitige Vorwürfe und Beschuldigungen zu vermeiden und nicht zu sehr auf die großen Lösungen zu schauen. Das gelte für die Fragen des Natur- und Umweltschutzes ebenso wie bei den notwendigen Reformen in der Kirche, sagte Schick am Samstag bei einer Orgelweihe in Oberailsfeld im Ahorntal.

In den aktuellen Debatten gebe es oft gegenseitige Beschuldigungen und Vorwürfe wie „Die sind dran schuld, die müssen beginnen.“ Damit ändere sich aber nichts, und die Gestaltung der Zukunft werde vermasselt. Jeder sei berufen, seinen Beitrag für die Zukunft zu leisten. In Umweltfragen bedeute das zum Beispiel, keine Lebensmittel unnötig wegzuwerfen und bereit zu sein, mehr Geld für ökologisch erzeugte Lebensmittel aus der Region auszugeben. „Für den Erhalt der Umwelt müssen wir unseren Lebensstil ändern und bescheidener werden“, sagte Erzbischof Schick.

In der Kirche sei derzeit aufgrund der Verfehlungen von Bischöfen, Priestern und pastoralen Mitarbeitern zu beobachten, dass Gläubige sich aus dem kirchlichen Leben zurückziehen. Damit werde aber die Zukunft der Kirche verhindert. „Wir brauchen im Moment auch die kleinen Schritte der Treue zu den täglichen Gebeten, zum Einhalten der Zehn Gebote und das Beibehalten und den Besuch der Sonntagsgottesdienste“, so Schick.

Erzbischof Schick rief auch dazu auf, bei allen Reformbemühungen nicht zu sehr auf die große Lösung zu blicken und alles neu erfinden zu wollen. „Geschichte und Entwicklung gehen nicht so. Zukunft wird in kontinuierlichen Schritten nach vorne gestaltet, nicht hopplahopp.“

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