Studiobühne Bayreuth e.V. zeigt „Draußen vor der Tür“ von Wolfgang Borchert

Öffentliche Probe von Borcherts Nachkriegsdrama

„Ein Mann kommt nach Deutschland. Er war lange weg, der Mann. Sehr lange. Vielleicht zu lange.“ So beginnt einer der erschütterndsten Texte der deutschen Nachkriegsdramatik. Wolfgang Borcherts „Draußen vor der Tür“ wird am 1. März Premiere in der Studiobühne feiern. Zum Einblick in die aktuelle Probenarbeit bieten die Regisseurin Anja Dechant-Sundby und ihr Ensemble eine öffentliche Probe an. Termin: Freitag, 22. Februar um 19 Uhr.

„Ein Stück, das kein Theater spielen und kein Publikum sehen will“

Beckmann hat Stalingrad und harte Jahre in Kriegsgefangenschaft überlebt. Er kommt in seine Heimatstadt zurück, um an sein Leben vor dem Krieg anzuknüpfen – aber das gibt es nicht mehr. Niemand hat auf ihn gewartet, niemand will ihn. Nicht einmal die dreckige Elbe kann sein kleines Leben gebrauchen und spült ihn zurück an Land. Am Ufer findet ihn ein Mädchen: Hoffnung keimt auf, Frieden zu finden. Doch seine Kriegsvergangenheit holt ihn ein: er wird weitergetrieben, sucht Antworten und Erlösung bei seinem ehemaligen Oberst, versucht sein Erlebtes an ein Theater zu verkaufen – doch will man dort wirklich wahres Leben auf der Bühne sehen? Vielleicht seine Eltern, ja, seine Eltern könnten ihn aufnehmen, ihn erlösen. Oder Gott? Bekommt Beckmann Antworten auf die Fragen die ihn umtreiben? Gibt es eine Rettung, eine Heimat? Findet er Frieden?

Borchert, der als Achtzehnjähriger in den Krieg zog und mit vierundzwanzig zerstört, verwundet und krank zurückkam, schrieb in den zwei Jahren, die ihm bis zu seinem Tod blieben, um sein Leben. Getrieben und gequält von Fieberkrämpfen rang er sich 1946 in nur acht Tagen sein einziges Theaterstück ab. Er wollte den Toten des Krieges, seiner Generation eine Stimme geben.

Ruhe fand er einen Tag vor der Uraufführung, die am 20. November 1947 an den Hamburger Kammerspielen stattfand.

Draußen vor der Tür von Wolfgang Borchert

  • Spieldauer 1 Stunde 30 Minuten. Keine Pause.
  • Premiere: 1. März 2019 um 20.00 Uhr | Saal
  • 8., 9., 19., 21., 23., 26., 30. März
    3., 4., 10., 12., 17., 25., 27. April
    jeweils 20.00 Uhr
  • 17. März und 7. April jeweils 17.00 Uhr
  • Regie: Anja Dechant-Sundby
  • Bühne und Kostüme: Ruth Pulgram
  • Licht und Ton: Ronald Kropf
  • Musik: Michaela Proebstl-Kraß
  • Maske: Andrea Ferri
  • Es spielen: Frank Ambrosius, Tim Haensell, Ekaterina Muravyeva, Michaela Proebstl-Kraß, Sascha Retzlaff, Markus Schmitt

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