DEB-Seniorchef Adolf Erben verstorben

Das Deutsche Erwachsenen-Bildungswerk (DEB) und seine Tochterunternehmen mit Sitz in Bamberg trauern um ihren Firmengründer und langjährigen Geschäftsführer und Gesellschafter Adolf Erben. Der 77-Jährige ist nach langer Krankheit am 08. Februar 2019 verstorben.

Mit seiner besonnenen Art, seinem sozialen Engagement und dem Mut, stets neue Wege zu gehen, hat Adolf Erben maßgeblich zum Erfolg des Traditionsunternehmens beigetragen.

Adolf Erben wurde am 15. April 1941 in Hohenelbe (Sudetenland), in der heutigen Tschechischen Republik, geboren. Durch die Vertreibung der Sudetendeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg lebte er ab dem fünften Lebensjahr mit seiner Familie in Kempten/Allgäu. Nach der Schule absolvierte er eine Ausbildung als Großhandelskaufmann. Bereits während seiner Ausbildung wirkte er in der damaligen DAG-Jugend, einer Gewerkschaft, die später in ver.di aufgegangen ist, mit. Mit 19 Jahren begann Adolf Erben seine hauptamtliche Karriere bei der Deutschen Angestellten Gewerkschaft, die ihn 1970 mit der Berufung zum Bezirksleiter für Oberfranken West nach Bamberg führte.

Nebenberuflich engagierte er sich stark in der Bildungs- und Jugendarbeit. Bereits Anfang der 70er Jahre entstand in Bamberg unter seiner Leitung eine der größten Einrichtungen für die Sprachausbildung deutscher Spätaussiedler in Bamberg mit bis zu 900 Internatsbetten. 1972 kandidierte er erstmals für den Bamberger Stadtrat, dem er insgesamt 18 Jahre angehörte.

Mit der Arbeit bei der DAG waren viele weitere Funktionen verknüpft. So war Adolf Erben über viele Jahre hinweg Mitglied von Selbstverwaltungsorganen der Bundesanstalt für Arbeit, der heutigen Bundesagentur für Arbeit, in Verwaltungsausschüssen von damals Arbeitsämtern, heute Arbeitsagenturen, und des sogenannten Landesarbeitsamtes, die heutigen Regionaldirektionen der Bundesagentur für Arbeit. Darüber hinaus war er ehrenamtlich Richter am Arbeitsgericht Bamberg und beim Landesarbeitsgericht Nürnberg. Er gehörte über viele Jahre dem Vorstand der Arbeiterwohlfahrt an, war Vorsitzender des Ortsvereins Bamberg Mitte der SPD und wirkte auch in Kreis-, Unterbezirks- und Bezirksvorständer der SPD in unterschiedlichen Funktionen mit.

1990 entschied sich Adolf Erben für einen beruflichen Wandel und das DEB. Die Arbeit bei der DAG führte er ehrenamtlich fort. Gemeinsam mit seiner Frau Dr. Karin Wagner leistete er zu Beginn der 90er Jahre gerade in den Gebieten der ehemaligen DDR Aufbauarbeit und sicherte bestehende Arbeitsplätze. Heute führt das Unternehmen knapp 50 Standorte in sechs Bundesländern. Mit einem Spektrum an Berufsfachschulen, Fachschulen, höheren Berufsfachschulen und Berufskollegs bildet die DEB-Gruppe in Berufen im Gesundheits-, Sozial-, Pflege- und Assistenzbereich aus – Bereiche mit Zukunft und Perspektive. Das DEB unterstützt mit einem vielseitigen Angebot die Integration von Zuwanderern in die Gesellschaft. Maßnahmen und Projekte ermöglichen Langzeitarbeitslosen und Berufsrückkehrern die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt.

Für seine besonderen Verdienste in der Erwachsenenbildung hat Adolf Erben im Laufe seines Lebens viele Auszeichnungen erhalten, darunter 1975 als damals jüngster Ordensträger überhaupt die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und 1994 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

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