Aus­stel­lung im Bam­ber­ger Diö­ze­san­mu­se­um zu „Zister­zi­en­si­schen Klo­ster­land­schaf­ten in Mitteleuropa“

„Viel­falt in Einheit“

In die­ser Woche hat das Diö­ze­san­mu­se­um Bam­berg nach der Win­ter­pau­se wie­der sei­ne Pfor­ten geöff­net. Zudem lockt im goti­sche Dom­kreuz­gang eine unge­wöhn­li­che, kul­tur­hi­sto­ri­sche Aus­stel­lung ins Muse­um: „Viel­falt in der Ein­heit – Zister­zi­en­si­sche Klo­ster­land­schaf­ten in Mit­tel­eu­ro­pa“. Sie ist vom 12. Febru­ar bis zum 24. März zu sehen.

Mit einem Netz­werk aus über 700 Abtei­en präg­ten die Zister­zi­en­ser als einer der mäch­tig­sten Orden seit dem Mit­tel­al­ter Euro­pa. Noch heu­te ist ihr Wir­ken nicht nur in den Bau­ten, son­dern auch in unse­rer Land­schaft ables­bar. Eine im Rah­men des Euro­päi­schen Kul­tur­er­be­jah­res ent­stan­de­ne Aus­stel­lung zeigt, wel­che euro­pa­weit ver­gleich­ba­ren Fuß­ab­drücke das Zister­zi­en­ser­klo­ster Ebrach in der Regi­on hin­ter­las­sen hat.

Mön­che als Landschaftsgestalter

Die „Wei­ßen Mön­che“, aus Frank­reich kom­men­de Zister­zi­en­ser, mach­ten die Abtei Ebrach zum Dreh- und Angel­punkt der Ost- und Süd­ost­aus­brei­tung des Ordens. Neben der wich­ti­gen spi­ri­tu­el­len Rol­le ent­wickel­ten die Mön­che auch eine bedeu­ten­de Wirt­schafts­macht und gaben wesent­li­che Impul­se für die Sied­lungs- und Land­schafts­struk­tur in einem Radi­us von mehr als 50 Kilo­me­ter um ihr Klo­ster. Durch die Ver­net­zung der Abtei­en unter­ein­an­der und ihre euro­pa­weit ein­heit­li­chen Idea­le wur­de seit dem Mit­tel­al­ter Wis­sen und Saat­gut aus­ge­tauscht, Han­del betrie­ben und nach der glei­chen Ver­fas­sung gelebt und gear­bei­tet. Im Umkreis der Abtei­en Mori­mond (Frank­reich), Ebrach und Wald­sas­sen (Deutsch­land), Rein und Zwettl (Öster­reich) sowie Pla­sy (Tsche­chi­en) ist die­se gemein­sa­me euro­päi­sche Iden­ti­tät noch heu­te sichtbar.

Sil­va­ner, Salz und Holz

Zu den wesent­li­chen Merk­ma­len der zister­zi­en­si­schen Land­schafts­prä­gung, die auf den Aus­stel­lungs­ta­feln erläu­tert wer­den, zäh­len Was­ser­ka­nä­le, Müh­len und Teich­ket­ten, alte Wein­ber­ge, Wäl­der, Wirt­schafts­hö­fe mit ihren Fel­dern, Wall­fahrts­we­ge und ‑kapel­len, die ehe­ma­li­gen Amts­schlös­ser mit ihren Gär­ten sowie die städ­ti­schen Waren­um­schlag­plät­ze, die soge­nann­ten Stadt­hö­fe. Hier fand der Wein – vor allem der von den Zister­zi­en­sern ein­ge­führ­te Sil­va­ner – sei­nen Absatz, eben­so wie das aus dem Toch­ter­klo­ster Rein in der Stei­er­mark bezo­ge­ne Salz oder die Apfel­sor­te Graue Rei­net­te, die durch die Zister­zi­en­ser ihren Weg aus Frank­reich nach Fran­ken gefun­den hat­te. Auch an Fisch, Getrei­de, Bier, Wol­le, Leder, Buchen- und Eichen­holz pro­du­zier­te das Klo­ster durch sei­ne Wirt­schafts­struk­tur weit mehr als es zur klö­ster­li­chen Eigen­ver­sor­gung benötigte.

Euro­päi­sche Projektförderung

Die Aus­stel­lung ent­stand im Rah­men eines För­der­pro­jekts zum Euro­päi­schen Kul­tur­er­be­jahr in der Trä­ger­schaft des Land­krei­ses Bam­berg zusam­men mit dem Baye­ri­schen Lan­des­amt für Denk­mal­pfle­ge. Es erhielt Mit­tel von der Beauf­trag­ten der Bun­des­re­gie­rung für Kul­tur und Medi­en (BKM), dem Euro­päi­schen Land­wirt­schafts­fonds für die Ent­wick­lung des länd­li­chen Raums (ELER), dem Baye­ri­schen Staats­mi­ni­ste­ri­um für Ernäh­rung, Land­wirt­schaft und For­sten. Das Pro­jekt wird aktu­ell in einen trans­na­tio­na­len Antrag zu einem Euro­päi­schen Kul­tur­er­be­sie­gel für zister­zi­en­si­sche Klo­ster­land­schaf­ten über­führt, den auch das Erz­bis­tum Bam­berg för­dert. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen fin­den sich auf der Inter­net­sei­te www​.cister​s​capes​.eu.

Die Aus­stel­lung ist vom 12. Febru­ar bis zum 24. März 2019 von diens­tags bis sonn­tags von 10 bis 17 Uhr im Diö­ze­san­mu­se­um Bam­berg zu sehen.

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