Volks­be­geh­ren “Arten­viel­falt“: In Stadt und Land­kreis Bam­berg schon vie­ler­orts schon über der 10 Prozent-Hürde

Das Volks­be­geh­ren „Arten­viel­falt“ erfreut sich in Stadt und Land­kreis Bam­berg sowie in ganz Bay­ern eines sehr guten Zuspruchs. Zur Halb­zeit der Ein­tra­gungs­frist zogen die Spre­cher des Akti­ons­krei­ses Bam­berg eine erste Bilanz.

Auch wenn nicht alle Gemein­den ihre Zah­len ver­öf­fent­li­chen, so zeich­net sich ins­ge­samt eine rege Betei­li­gung ab. Als erste Gemein­de knack­te bereits am Diens­tag Gun­dels­heim die bay­ern­weit für ein erfolg­rei­ches Volks­be­geh­ren not­wen­di­ge Hür­de von 10%. „Am Don­ners­tag­mit­tag über­schritt mit 5600 Ein­tra­gun­gen auch Bam­berg die Linie“, berich­tet Ilo­na Muni­que von der Initia­ti­ve bie​nen​-leben​-in​-bam​berg​.de begei­stert. Mitt­ler­wei­le lie­gen schon eine gan­ze Rei­he von Gemein­den im Land­kreis Bam­berg dar­über, so Zap­fen­dorf, Kem­mern, Frens­dorf, Mem­mels­dorf und Lit­zen­dorf. Doch Muni­que rät drin­gend sich nicht dar­auf aus­zu­ru­hen: „Noch sind nicht über­all in Bay­ern so hohe Wer­te erreicht. Des­we­gen ist jeder wich­tig, um even­tu­ell feh­len­de Stim­men in ande­ren Regio­nen auszugleichen.

Info­stand mit Kaf­fee und Kuchen in Baunach

Einen Aus­blick wagt Chri­sti­ne Hertrich, Geschäfts­füh­re­rin vom Bund Natur­schutz Bam­berg: „Am Wochen­en­de haben die mei­sten Gemein­den noch Son­der­öff­nungs­zei­ten. Unser Akti­ons­kreis ist fast über­all mit Info­stän­den und Rat­haus­lot­sen vor Ort, um viel­leicht in eini­gen Gemein­den an die 20% her­an­zu­kom­men.“ In Bau­nach bei­spiels­wei­se kann man sich am Sams­tag wäh­rend der Ein­tra­gungs­zeit an einem Info­stand mit Kaf­fee und Kuchen über die Inhal­te des Volks­be­geh­rens infor­mie­ren. Auch in Mem­mels­dorf sind die Ein­tra­gungs­zah­len bereits hoch. Ina Greß von der Initia­ti­ve für pesti­zid­freie Gemein­de­flä­che ver­mu­tet: „Der Gemein­de­rats­be­schluss zum Ver­bot von Acker­gif­ten auf Gemein­de­flä­chen gibt uns deut­li­chen Rückenwind.“

Das Volks­be­geh­ren kämpft dafür, das Arten­ster­ben zu stop­pen und dafür die gesetz­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen in der Land­wirt­schaft zu ver­bes­sern. „Wir wol­len, dass Land­wir­te vom Ertrag ihrer Arbeit leben kön­nen. Daher rich­tet sich das Volks­be­geh­ren an die Staats­re­gie­rung, die hier für eine gesun­de Ent­wick­lung sor­gen muss. So haben in Bay­ern seit 2010 über 13 000 Betrie­be auf­ge­ben müs­sen. Wir haben nach wie vor ein mas­si­ves Arten- und Höfe­ster­ben. Die­se Ent­wick­lung wol­len wir stop­pen. Das Volks­be­geh­ren ist daher gera­de für die klei­nen und mitt­le­ren Betrie­be eine Chan­ce, im Agrar­markt zu bestehen“, betont Tobi­as Sie­ling ÖDP-Kreis­rat aus Scheßlitz.

„Der Bau­ern­ver­band streut bewusst Falschmeldungen“

Ver­är­gert über die Mit­tei­lun­gen des Baye­ri­schen Bau­ern­ver­ban­des ist Erich Spran­ger, zwei­ter Vor­sit­zen­der vom Bund Natur­schutz Bam­berg: „Der Bau­ern­ver­band streut bewusst Falsch­mel­dun­gen.“ Spran­ger stellt klar: „Das Volks­be­geh­ren gibt Zie­le vor, die durch Anrei­ze und För­de­run­gen erreicht wer­den sol­len. Kei­nem Land­wirt wird eine bestimm­te Wirt­schafts­wei­se vor­ge­schrie­ben, noch wer­den durch das Volks­be­geh­rens För­der­mit­tel gestri­chen.“ Beson­ders dreist fin­det Spran­ger die Behaup­tung vom Bau­ern­ver­band, dass durch den Gesetz­ent­wurf die Wei­de­nut­zung fast unmög­lich gemacht wer­de, unter ande­rem mit dem Hin­weis auf eine „präch­ti­ge Ver­meh­rung von Gift­pflan­zen“. „Das Volks­be­geh­ren schränkt Wei­de­nut­zung in kei­ner Wei­se ein. Die Behaup­tun­gen sind frei erfun­den“, empört sich Spranger.

Bay­ern­weit haben sich bis jetzt bereits 700 000 Men­schen in den Rat­häu­sern ein­ge­tra­gen. Zum erfolg­rei­chen Abschluss des Volks­be­geh­rens feh­len noch 250 000 Ein­tra­gun­gen. Die Ein­tra­gungs­frist läuft bis zum Mitt­woch, 13. Febru­ar. Am Wochen­en­de haben vie­le Gemein­den an einem der bei­den Tagen eine Son­der­öff­nungs­zeit. Auch sind die Öff­nungs­zei­ten am letz­ten Tag teil­wei­se län­ger. Das Bam­ber­ger Rat­haus ist am l13. Febru­ar bis 20 Uhr geöffnet.

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