Uni­ver­si­tät Bam­berg: Tagung über Schutz und Gren­zen medi­zi­ni­scher Ent­schei­dun­gen von Patienten

Der freie Wil­le eines Kranken

Sich dem eige­nen Wil­len nach frei ent­schei­den zu dür­fen, ist ein hohes Gut, das auch in der heu­ti­gen Medi­zi­nethik an ober­ster Stel­le steht. Im Bereich ärzt­li­cher Behand­lung sto­ßen Ent­schei­dungs­kom­pe­tenz und Wil­lens­frei­heit eines Pati­en­ten jedoch an ihre Gren­zen: Alters­er­kran­kun­gen, psy­chi­sches Lei­den oder star­ke kör­per­li­che Ein­schrän­kun­gen füh­ren unter Umstän­den dazu, dass Wün­sche nicht oder nur wider­sprüch­lich aus­ge­drückt wer­den oder den erfor­der­li­chen medi­zi­ni­schen Maß­nah­men ent­ge­gen­ste­hen. Mit Ver­fü­gun­gen und Zwangs­be­hand­lun­gen ver­su­chen Pati­en­ten wie Ärz­te sol­chen Situa­tio­nen ange­mes­sen zu begeg­nen. Ob und wie das im größt­mög­li­chen Ein­klang mit indi­vi­du­el­ler Wil­lens­frei­heit gelin­gen kann, damit beschäf­tigt sich die öffent­li­che Phi­lo­so­phietagung „Der Pati­en­ten­wil­le und sei­ne (Re-)Konstruktion“ am Frei­tag, 15. Febru­ar, und Sams­tag, 16. Febru­ar 2019 an der Uni­ver­si­tät Bam­berg. Ins­ge­samt neun Vor­trä­ge fra­gen aus phi­lo­so­phie­ge­schicht­li­cher, rechts­phi­lo­so­phi­scher und medi­zi­nethi­scher Sicht, wie frei, ver­läss­lich und klar Wil­lens­äu­ße­run­gen von Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten sind und sein können.

Über das The­ma Zwangs­be­hand­lung bei­spiels­wei­se spricht Prof. Dr. Mat­thi­as Kauf­mann vom Insti­tut für Eth­no­lo­gie und Phi­lo­so­phie der Mar­tin-Luther-Uni­ver­si­tät Hal­le-Wit­ten­berg am Sams­tag um 10.15 Uhr. Wenn Men­schen im Kran­ken­haus oder in der Pfle­ge, etwa durch Fixie­rung, dar­an gehin­dert wer­den müs­sen, sich selbst oder ande­ren schwe­re Schä­den zuzu­fü­gen, bedarf es bestimm­ter Kri­te­ri­en: Wann sind Zwangs­maß­nah­men gerecht­fer­tigt? Und wann miss­ach­ten sie die Per­son und ihren Wil­len? Mat­thi­as Kauf­mann möch­te hand­hab­ba­re Ant­wor­ten auf die­se Fra­gen geben, um Ent­schei­dun­gen in sol­chen Fäl­len zu ermöglichen.

Im Anschluss um 11.30 Uhr fragt Prof. Dr. Oli­ver Hal­lich vom Insti­tut für Phi­lo­so­phie der Uni­ver­si­tät Duis­burg-Essen wie ver­bind­lich Demenz­ver­fü­gun­gen sind: Mit ihnen kön­nen Per­so­nen fest­le­gen, wie sie im Krank­heits­fall medi­zi­nisch behan­delt wer­den möch­ten. Pro­ble­ma­tisch wird es, wenn die aktu­el­len Wün­sche eines Demenz­pa­ti­en­ten nicht mehr mit den zuvor erklär­ten über­ein­stim­men. In sei­nem Vor­trag erläu­tert Oli­ver Hal­lich, unter wel­chen Bedin­gun­gen die gegen­wär­ti­gen Inter­es­sen des Erkrank­ten schwe­rer wie­gen und Ver­fü­gun­gen ein­ge­schränkt wer­den sollten.

Die Tagung wird von den Uni­ver­si­tä­ten Bam­berg, Eich­stätt und Hal­le-Wit­ten­berg orga­ni­siert und fin­det im Raum 00.26, An der Uni­ver­si­tät 2, statt. Inter­es­sier­te Zuhö­re­rin­nen und Zuhö­rer wer­den um eine Anmel­dung unter marko.​fuchs@​uni-​bamberg.​de gebeten.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen und das kom­plet­te Tagungs­pro­gramm fin­den Sie unter: www​.uni​-bam​berg​.de/​p​h​i​l​o​s​o​p​hie

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