Grip­pe­sai­son – Medi­zi­ner von UGeF geben Tipps, um Ansteckung zu verhindern

Die dies­jäh­ri­ge Grip­pe­wel­le hat begon­nen. Um einer Infek­ti­on und damit ver­bun­den einer häu­fig unnö­ti­gen Anti­bio­ti­ka­the­ra­pie vor­zu­beu­gen, raten die Ärz­te und Ärz­tin­nen von UGeF ihren Pati­en­ten und Pati­en­tin­nen, sich aus­rei­chend zu schützen.

„In Deutsch­land und Ost­eu­ro­pa ist die dies­jäh­ri­ge Grip­pe­wel­le schon in vol­lem Gan­ge“, erklärt Dr. Hans-Joa­chim Mörs­dorf vom regio­na­len Ärz­te­netz UGeF in Forch­heim. „Das bedeu­tet für vie­le Men­schen, ins­be­son­de­re aber für Senio­ren, chro­nisch Kran­ke, Schwan­ge­re und Heim­be­woh­ner ein hohes Risi­ko. Aber auch Gesun­de kann eine Grip­pe ganz schön aus der Bahn wer­fen. Wir raten des­halb allen, vor­zu­beu­gen und sich vor einer Ansteckung zu schüt­zen“, so Dr. Mörs­dorf weiter.

In der Grip­pe- und Erkäl­tungs­zeit steigt auch die Zahl der Anti­bio­ti­ka-Ver­ord­nun­gen. Zwar sind die ambu­lan­ten Ver­ord­nun­gen von Anti­bio­ti­ka seit 2009 bei Kin­dern deut­lich und bei älte­ren Men­schen leicht gesun­ken. Den­noch: Bei Erwach­se­nen mitt­le­ren Alters ist die Ver­ord­nungs­ra­te kon­stant geblie­ben – und sie betrifft zu einem gro­ßen Teil Pati­en­ten mit aku­ten Atem­wegs­in­fek­ten. Dr. Mörs­dorf: „Dabei hel­fen Anti­bio­ti­ka bei Erkäl­tun­gen und Grip­pe nicht, da die­se durch Viren ver­ur­sacht wer­den. Gegen Viren sind Anti­bio­ti­ka wir­kungs­los. Trotz­dem for­dert man­cher Pati­ent ein Anti­bio­ti­kum ein oder der Arzt ver­schreibt es vor­sichts­hal­ber. Dadurch steigt das Risi­ko, dass sich Resi­sten­zen bil­den und Anti­bio­ti­ka wir­kungs­los werden.“

„Natür­lich leben wir nicht iso­liert und sind immer auch Erre­gern aus­ge­setzt. Ein gutes Immun­sy­stem, eine aus­rei­chen­de Hygie­ne und gege­be­nen­falls eine Grip­pe­imp­fung kön­nen jedoch dazu bei­tra­gen, dass sich nicht so vie­le Men­schen anstecken oder im Fal­le einer Ansteckung die Erkran­kung mil­der ver­läuft“, so Dr. Mörs­dorf weiter.

Um einer Ansteckung vor­zu­beu­gen und auch die mög­li­che Gefahr der Ent­wick­lung von Resi­sten­zen gegen Anti­bio­ti­ka so gering wie mög­lich zu hal­ten, raten die Ärz­tin­nen und Ärz­te deshalb:

  • Aus­rei­chend trin­ken, bis zu zwei Liter am Tag. Das hält die Schleim­häu­te feucht und unter­stützt das kör­per­ei­ge­ne Abwehr­sy­stem gegen ein­drin­gen­de Erreger.
  • Häu­fi­ges Bewe­gen an der fri­schen Luft. Auch dies stärkt das Immunsystem.
  • Häu­fi­ges Hän­de­wa­schen. Durch Hän­de­wa­schen ver­rin­gert sich das Infek­ti­ons­ri­si­ko um bis zu 80 Pro­zent. Immer beim Nach-Hau­se-Kom­men, nach der Toi­let­te, nach jedem Nie­sen, Husten oder Nase­put­zen, vor dem Essen, vor und nach dem Kon­takt mit Kran­ken. Hän­de gründ­lich waschen, min­de­stens 20 Sekun­den, und sorg­fäl­tig abtrocknen.
  • Eine aus­ge­wo­ge­ne Ernäh­rung mit viel Obst und Gemü­se: Dies hilft dem Immunsystem.
  • Hän­de im Gesicht ver­mei­den. So gelan­gen weni­ger Erre­ger von den Hän­den in die Nähe der Schleimhäute.
  • Geschlos­se­ne Räu­me regel­mä­ßig lüf­ten. Das senkt die Zahl von Viren und Bak­te­ri­en in der Raumluft.
  • Aus­rei­chend schla­fen, auch dies stärkt das Immunsystem.
  • In die Arm­beu­ge husten und nie­sen. So gelan­gen weni­ger Erre­ger auf die Hände.
  • Zumin­dest Per­so­nen aus Risi­ko­grup­pen (Senio­ren, chro­nisch Kran­ke, Schwan­ge­re und Heim­be­woh­ner) soll­ten sich gegen Grip­pe imp­fen las­sen. Noch ist Zeit.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen unter www​.anti​bio​ti​ka​-alter​na​ti​ven​.de und unter www​.are​na​-info​.de

Hin­ter­grund

Um die Resi­stenz­ent­wick­lung von Anti­bio­ti­ka im ambu­lan­ten Bereich ein­zu­däm­men, wur­de 2017 das For­schungs­pro­jekt „ARe­na – Anti­bio­ti­ka-Resi­stenz­ent­wick­lung nach­hal­tig abwen­den“ ins Leben geru­fen. Im Rah­men des Pro­jek­tes wer­den ver­schie­de­ne Maß­nah­men in der Rou­ti­ne­ver­sor­gung erprobt, die zu einem ratio­na­len Ein­satz von Anti­bio­ti­ka führen.

So sol­len die Ärz­te und Ärz­tin­nen bei­spiels­wei­se noch genau­er hin­schau­en, ob eine Anti­bio­ti­ka­ga­be wirk­lich nötig ist. Um das dafür nöti­ge Wis­sen zu ver­bes­sern, bil­den sie sich kon­ti­nu­ier­lich fort. Zudem tref­fen sie sich regel­mä­ßig mit Kol­le­gen in Qua­li­täts­zir­keln, infor­mie­ren sich und dis­ku­tie­ren, in wel­chen Fäl­len Anti­bio­ti­ka sinn­voll sind und wann dar­auf ver­zich­tet wer­den kann.

Dar­über hin­aus wer­den im Rah­men des Pro­jek­tes auch die medi­zi­ni­schen Fach­an­ge­stell­ten kon­ti­nu­ier­lich fort­ge­bil­det. Zudem wird über Öffent­lich­keits­ar­beit und Infor­ma­ti­on der Pati­en­ten ver­sucht, das The­ma einem gro­ßen Publi­kum näher­zu­brin­gen. Schließ­lich fin­det auch ein fach­li­cher Aus­tausch mit ande­ren Part­nern im Gesund­heits­sy­stem, wie mit Alten- und Pfle­ge­hei­men statt.

Das Pro­jekt steht im Kon­text der Deut­schen Anti­bio­ti­ka-Resi­stenz­stra­te­gie (DART 2020) der Bun­des­re­gie­rung und wird in 195 Pra­xen in 14 Arzt­net­zen in Bay­ern und Nord­rhein-West­fa­len, dar­un­ter auch das Ärz­te­netz UGeF in Forch­heim umge­setzt. ARe­na wird mit Mit­teln aus dem Inno­va­ti­ons­fonds geför­dert. Es läuft noch bis Ende 2019.

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