Ener­gie- und Kli­ma-Alli­anz Forch­heim e.V.: „Noch ein Jahr bis 2020“

Wie kann jeder ein­zel­ne zum Kli­ma­schutz beitragen

2020 müs­sen wir die Kur­ve des Treib­haus­gas­aus­sto­ßes nach unten len­ken, d.h. ab 2020 müs­sen die Emis­sio­nen von CO2 und allen ande­ren Treib­haus­ga­sen, z.B. Methan, dra­ma­tisch sin­ken (statt wie bis­her immer wei­ter zu stei­gen). Um das 1,5°C‑Ziel über­haupt noch zu errei­chen, müs­se wir den Aus­stoß von Treib­haus­ga­sen bis 2030 hal­bie­ren. Das ist, wie man es so schön nennt, „sport­lich“, liegt aber dar­an, dass wir bis­her viel zu wenig getan haben.

Bei­spiel Elektromobilität

In Neun­kir­chen steht seit fast zwei Jah­ren ein Renault ZOE allen Bürger*innen zu Ver­fü­gung. Voll auf­ge­la­den steht er am Alten Bahn­hof und ist über die Web­sei­te der BfB-Ener­gie eG buch­bar. Kosten: 3 Euro für BfB-Mit­glie­der, 4 Euro für Nicht-Mit­glie­der, und zwar pro Stun­de. Die Auf­la­dung ist inbe­grif­fen, sofern sie am Stell­platz in Neun­kir­chen statt­fin­det und das Fahr­zeug nicht unter­wegs noch­mals gela­den wer­den muss. Selbst im Win­ter kommt man damit 200 km weit! Auch in Utten­reuth und in Bucken­hof ste­hen e‑Mobile und Carsharing-Fahrzeuge.

Z.B. ein Aus­flug zwi­schen den Jah­ren 2018 nach Obern­sees (nahe Bay­reuth) in die Ther­me, von dort aus nach Bam­berg und wie­der nach Neun­kir­chen zurück. Gesamt­strecke gute 130 km. Danach zeig­te der ZOE immer noch eine Reich­wei­te von 100 km an (bei eher defen­si­vem Fahr­stil). Mei­nen eige­nen klei­nen Ben­zi­ner habe ich ste­hen las­sen. 6 Stun­den = 18 Euro für einen lan­gen Aus­flug in die Ther­me – da gibt es sicher­lich teu­re­re Vergnügungen.

Man kann ein sol­ches CO2-frei­es Sharing-Fahr­zeug also auch nut­zen, auch wenn ein eige­nes Fahr­zeug mit Ver­bren­nungs­mo­tor vor­han­den ist, aber unge­nutzt auf dem Stell­platz bleibt – die Kosten sind wahr­schein­lich gleich, das CO2 ist defi­ni­tiv weni­ger! UND: Sol­che Fahr­zeu­ge könn­ten über­all ste­hen, in jede Kom­mu­ne, in jedem Landkreis.

Die Fahrt ist also CO2-frei. Dass Autos in der Pro­duk­ti­on natür­lich nicht CO2-frei sind, auch nicht eAu­tos, ver­steht sich von selbst. Dass wir mit der bis­he­ri­gen Bat­te­rie­tech­nik und Lithi­um die näch­ste pla­ne­ta­re Bau­stel­le auf­ma­chen, wis­sen wohl auch die mei­sten von uns. In unse­rer der­zei­ti­gen Situa­ti­on, in der es für den Schutz des Kli­mas auf jede Hand­lung und jede Unter­las­sung ankommt, sind CO2-freie Auto­fah­ren aber allen ande­ren in jedem Fall vor­zu­zie­hen und ein Schritt in die rich­ti­ge Rich­tung. Wir brau­chen so schnell es geht eine mög­lichst CO2-freie (d.h. CO2eq, also kei­ner­lei Treib­haus­ga­se) Lebens­wei­se, auch als Über­gang in eine noch bes­se­re Tech­nik. Neben­bei stellt sich frei­lich die Fra­ge: War­um haben wir als inno­va­ti­ves, auf unse­re Auto­mo­bil­bran­che stol­zes Land die­se bessere(n) Technik(en) nicht schon längst?

Neben der Anschaffung/​Nutzung eines emis­si­ons­lo­sen Fahr­zeugs gibt es auch die Mög­lich­keit, ande­re vor­han­de­ne Fahr­zeu­ge sinn­voll zu tei­len. Oder ist ein eige­nes Auto immer noch ein Sta­tus­sym­bol? Sta­tus­sym­bo­le bzw. Sym­bo­le für einen bestimm­ten Lebens­stil ändern sich bzw. kön­nen sich ändern, wenn wir dies wol­len und ein­se­hen. So wie Rau­chen auch ein­mal cool und in war, Frei­heit, Pfer­de, wil­de Natur, ech­te Män­ner – angeb­lich. Heu­te ste­hen die Rau­cher vor der Tür, nie­mand will sich mehr sau­be­re Luft zum Atmen neh­men las­sen. Mit unse­rem CO2-Aus­stoß machen wir unse­ren Pla­ne­ten krank und lang­fri­stig unbewohnbar.

Wäre nicht Tei­len ein zukunfts­wei­sen­des, Intel­li­genz und Ein­sicht bewei­sen­des Symbol?

„Tei­len ist sau­ber, frisch, urban, post­mo­dern; Besit­zen ist lang­wei­lig, ego­istisch, ängst­lich, rückständig“.
(Mark Levi­ne, New York Times Maga­zi­ne, 5.3.2009).

Man kann die­se Ver­än­de­rung des per­sön­li­chen Lebens­stils in klei­nen Schrit­ten tun: 1. Schritt: ein­mal aus­pro­bie­ren, 2. Schritt: fest­stel­len, dass es funk­tio­niert, 3. Schritt: immer häu­fi­ger tei­len oder emis­si­ons­frei fah­ren, ÖPNV nut­zen, Rad fah­ren und zu Fuß gehen.

Bar­ba­ra Cunningham
Ener­gie- und Kli­ma-Alli­anz Forch­heim e.V.

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