Kli­ni­kum Forch­heim: Rücken­schmer­zen behan­deln mit Rotacapsulation

Rücken­schmerz – Lang­fri­sti­ge Bes­se­rung durch ther­misch-mecha­ni­sches Ablationsverfahren

Dr. Norbert Sperke (Foto@Klinikum Forchheim)

Dr. Nor­bert Sper­ke (Foto@Klinikum Forchheim)

Dr. Nor­bert Sper­ke, Lei­ter der Fach­ab­tei­lung für Neu­ro­chir­ur­gie am Kli­ni­kum Forch­heim – Frän­ki­sche Schweiz, erklärt: „Men­schen, die viel am Schreib­tisch sit­zen oder ander­wei­tig ein Miss­ver­hält­nis von Bela­stung und Belast­bar­keit der Wir­bel­säu­le ver­ur­sa­chen, wer­den im Lau­fe ihres Lebens mit gro­ßer Wahr­schein­lich­keit an chro­ni­schen Rücken­schmer­zen lei­den.“ Die­se Schmer­zen kön­nen nur bedingt medi­ka­men­tös erfolg­reich behan­delt wer­den, wobei bis zu einem gewis­sen Grad die Phy­sio­the­ra­pie hilf­reich ist. Je nach Ursa­che der Beschwer­den kann dann eine ope­ra­ti­ve Behand­lung sinn­voll sein.

Bei dem im Fol­gen­den beschrie­be­nen mini­mal-inva­si­ven Ope­ra­ti­ons­ver­fah­ren wird die Schmer­zwei­terlei­tung blockiert. Die Ursa­che des Schmer­zes – der Ver­schleiß der Wir­bel­säu­le – kann aller­dings nur bedingt beho­ben wer­den. Wenn eine arthro­ti­sche Ver­än­de­rung der Facet­ten­ge­len­ke (klei­ne Wir­bel­ge­len­ke) Schuld an der dau­er­haf­ten Pein ist, punk­tiert Nor­bert Sper­ke mit einer dün­nen Nadel das Wir­bel­ge­lenk und inji­ziert eine schmerz­re­du­zie­ren­de Medi­ka­men­ten­kom­bi­na­ti­on. Dr. Sper­ke beschreibt das Pro­blem: „Die Injek­ti­on muss alle sechs bis acht Wochen neu gesetzt wer­den. Wenn der Pati­ent gleich­zei­tig gerin­nungs­hem­men­de Medi­ka­men­te ein­nimmt, müs­sen die­se vor­her abge­setzt wer­den und der Quick-Wert, der die Geschwin­dig­keit der Blut­ge­rin­nung angibt, erhöht sich. Das Throm­bo­se­ri­si­ko steigt dann für den Pati­en­ten und das erneu­te Ein­stel­len des Quick-Wer­tes ist umständ­lich. Ich möch­te mei­nen Pati­en­ten nach­hal­tig helfen.“

Des­halb ver­ödet der Spe­zia­list für rücken­marks­na­he zen­tra­le Schmerz­the­ra­pie jetzt den schmerz­lei­ten­den Nerv mit­hil­fe eines Gerä­tes, das ein wenig an einen Küchen­mi­xer erinnert.

Kom­bi­na­ti­on aus Hit­ze und Rotation

Durch einen mini­mal­in­va­si­ven Zugang wird unter Rönt­gen­kon­trol­le ein etwa blei­stift­dickes Instru­ment an das Gelenk geführt. Zuerst wird ein Kir­sch­ner-Draht durch einen 5 bis 10 mm lan­gen Schnitt auf den zu behan­deln Punkt gesetzt. Ein soge­nann­ter Dila­tor – eine Röh­re, die aus­sieht wie eine Kugel­schrei­ber­hül­le, wird über den Kir­sch­ner-Draht gestülpt. Sie schafft Platz für die klei­ne Frä­se, die das Gewe­be an der Gelenk­kap­sel abträgt. Eine Nar­ko­se ist not­wen­dig, weil der Ein­griff schmerz­haft ist.

„Durch die Kom­bi­na­ti­on aus Hit­ze und Rota­ti­on besteht eine höhe­re Chan­ce auf eine lang­fri­sti­ge Bes­se­rung“, erläu­tert der Neu­ro­chir­urg. Der Vor­teil gegen­über der her­kömm­li­chen ther­mi­schen Metho­de bestehe dar­in, dass ein Wie­der­zu­sam­men­wach­sen der Schmerz­ner­ven ver­hin­dert wer­de, weil das ent­ste­hen­de Nar­ben­ge­we­be an der Gelenks­kap­sel die erneu­te Ver­bin­dung erschwere.

Seit zwei Jah­ren ver­brei­tet sich die­se Metho­de in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten. Dr. Sper­ke ist über­zeugt, dass sich die soge­nann­te Rota­cap­su­la­ti­on auch in Deutsch­land durch­set­zen wird: „Ich fin­de schon, dass es sich bei dem Ver­fah­ren um eine Revo­lu­ti­on han­delt“, sagt der Neu­ro­t­rau­ma­to­lo­ge, der für die Spi­ne­art Aca­de­my, die welt­weit bereits von mehr als 400 Neu­ro­chir­ur­gen besucht wur­de, Schu­lun­gen und Ope­ra­ti­ons­de­mon­stra­tio­nen durchführt.
Im Kli­ni­kum Forch­heim-Frän­ki­sche Schweiz wird die­se Lei­stung als kas­sen­ärzt­li­che Lei­stung angeboten.

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