Brei­tes Bünd­nis aus Gesell­schaft, Par­tei­en und Kir­che kämpft für die Arten­viel­falt in Bayern

Pro­mi­nen­te Befür­wor­ter auch bei CSU und Frei­en Wäh­lern – Erz­bi­schof von Bam­berg wen­det sich an die Öffentlichkeit

Die Zahl pro­mi­nen­ter Unter­stüt­zer des „Volks­be­geh­rens Arten­viel­falt – Ret­tet die Bie­nen!“ steigt bei­na­he täg­lich. Neben über 170 zivi­len Orga­ni­sa­tio­nen und Unter­neh­men wur­den die bay­ri­schen Lan­des­or­ga­ni­sa­tio­nen von SPD, die Lin­ke, Die Pira­ten, und die Bay­ern­par­tei in den Unter­stüt­zer­kreis auf­ge­nom­men. Bei CSU und Frei­en Wäh­lern haben sich pro­mi­nen­te Poli­ti­ker sowie Kreis- und Kom­mu­nal­ver­bän­de den Anlie­gen des Volks­be­geh­rens ange­schlos­sen. Der Erz­bi­schof von Bam­berg, Lud­wig Schick, hat eine Unter­stüt­zer­er­klä­rung für das Volks­be­geh­ren ver­fasst. Und auch der Vor­sit­zen­de des Diö­ze­san­rats in Eich­stätt ruft zur Teil­nah­me auf. „Wir freu­en uns, dass es eine gro­ße Koali­ti­on für den Natur­schutz gibt in Bay­ern“, sagt Agnes Becker, Beauf­trag­te des Volks­be­geh­rens und stell­ver­tre­ten­de ÖDP-Landesvorsitzende.

Beson­ders erfreut zei­gen sich die Trä­ger des Volks­be­geh­rens Arten­viel­falt – Ret­tet die Bie­nen!, dass die Geset­zes­in­itia­ti­ve für einen bes­se­ren Natur­schutz in Bay­ern auch inner­halb der Regie­rungs­par­tei­en Zuspruch fin­det. So hat sich in Ans­bach der ehe­ma­li­ge Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Josef Göp­pel (CSU) dazu bereit erklärt, die Schirm­herr­schaft zu über­neh­men für das brei­te loka­le Akti­ons­bünd­nis von Grü­nen, ÖDP, Lin­ken, SPD, Bund Natur­schutz in Bay­ern, LBV, Imker­ver­band und vie­len mehr. „Jen­seits aller Par­tei­gren­zen ist hier ein bay­ern­wei­tes Bünd­nis für den Schutz unse­rer Tier- und Pflan­zen­ar­ten ent­stan­den. Das gibt Rücken­wind und macht mich zuver­sicht­lich, dass wir das Volks­be­geh­ren zum Erfolg füh­ren kön­nen“, so Lud­wig Hart­mann, Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der Bünd­nis 90/​Die Grü­nen im Baye­ri­schen Landtag.

Als pro­mi­nen­ter Erst­ein­trä­ger im Nürn­ber­ger Rat­haus hat sich für den 31. Janu­ar der Nürn­ber­ger CSU-Stadt­rat Otto Heim­bu­cher, gemein­sam mit Ober­bür­ger­mei­ster Ulrich Maly (SPD), ange­mel­det. In Ober­fran­ken wird die Burg­kunst­adter CSU-Bür­ger­mei­ste­rin Chri­sti­ne Frei zu den Erst­ein­trä­ge­rin­nen gehö­ren. Und weil es beim Natur­schutz und der Siche­rung der Arten­viel­falt wirk­lich nicht um Par­tei­po­li­tik, son­dern um die Sache geht, wirbt die ehe­ma­li­ge Kulm­ba­cher Ober­bür­ger­mei­ste­rin und heu­ti­ge SPD Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Inge Aures eben­falls für das Volks­be­geh­ren. So wie in Ober­bay­ern der CSU-Stadt­rats­vor­sit­zen­de in Moo­sach Erwin Weber: „Ich bin erfreut, dass ich gefragt wur­de – wenn dei­ne Par­tei in der Staats­re­gie­rung sitzt, ist dies nicht selbst­ver­ständ­lich.“ Er ste­he aber dazu, den Erhalt der Bie­nen- und Insek­ten­welt zu unter­stüt­zen.“ Per ein­stim­mi­gem Vor­stands­ent­schluss hat sich die CSU-Orts­grup­pe in Bogenhausen/​München dem Volks­be­geh­ren Arten­viel­falt ange­schlos­sen. „Wir begrü­ßen und unter­stüt­zen das Volks­be­geh­ren und ver­trau­en der Baye­ri­schen Staats­re­gie­rung, geeig­ne­te Maß­nah­men zu fin­den, um Land­wir­te bei der Umset­zung der gefor­der­ten Inhal­te ent­spre­chend zu ent­schä­di­gen, bzw. zu unter­stüt­zen,“ sagt Vor­stands­mit­glied Peter Reinhardt.

Der Vor­sit­zen­de der nie­der­bay­ri­schen Frei­en Wäh­ler, Hein­rich Schmidt, ist einer der Grün­der des par­tei­über­grei­fen­den Nie­der­bay­ern-Bünd­nis für das Volks­be­geh­ren Arten­viel­falt in Platt­ling, dem auch die Bezirks­vor­sit­zen­den von ÖDP, Die Grü­nen, und die Bay­ern­par­tei ange­hö­ren. Schmidt: „In den ver­gan­ge­nen zwei Jahr­zehn­ten hat der Dün­ger- und Pesti­zid­ein­satz vor allem in der Land­be­wirt­schaf­tung immer mehr zuge­nom­men. Die Aus­wir­kun­gen sind zum Teil dra­ma­tisch im Bereich Grund­was­ser­be­la­stung und der Arten­rück­gang ist beträcht­lich. Hier müs­sen wir den Hebel anset­zen und Über­zeu­gungs­ar­beit lei­sten. Das geht aber nur zusam­men mit unse­ren Bau­ern und nicht gegen sie. Dazu ist es drin­gend not­wen­dig, die öko­lo­gi­sche Bewirt­schaf­tung durch eine Ände­rung der der­zeit gel­ten­den Agrar­för­de­rung zu unter­stüt­zen. Des­halb ist es wich­tig, auch die poli­ti­schen Man­dats­trä­ger zu über­zeu­gen und dar­zu­stel­len, dass die­ses Volks­be­geh­ren dazu einen Anstoß geben kann.“ Zu den Unter­stüt­zern des Volks­be­geh­rens gehö­ren vie­le wei­te­re Orts­grup­pen der Frei­en Wäh­ler in Bay­ern, dar­un­ter bei­spiels­wei­se auch Mil­ten­berg und Hirschau. Dabei unter­streicht der LBV-Vor­sit­zen­de Dr. Nor­bert Schäf­fer: „Die Gesell­schaft in Bay­ern hat den Ernst der Lage erkannt. Abseits vom übli­chen Par­tei­en­gezänk geht es hier um eine gemein­sa­me Anstren­gung für die zukünf­ti­gen Lebens­grund­la­gen unse­rer Kinder.“

Neu im Unter­stüt­zer­bünd­nis ist die jun­ge pro-euro­päi­sche Bür­ger­be­we­gung und pan-euro­päi­sche Par­tei Volt Deutsch­land. So wie die Pira­ten­par­tei Bay­ern, die eben­falls im Janu­ar im Unter­stüt­zer­kreis des Volks­be­geh­rens will­kom­men gehei­ßen wur­de. „Neben dem Inhalt des Volks­be­geh­rens, die Arten­viel­falt zu ret­ten und damit auch den nach­fol­gen­den Genera­tio­nen eine lebens­wer­te Umwelt zu hin­ter­las­sen, ist es ins­be­son­de­re der basis­de­mo­kra­ti­sche Ansatz, der mich über­zeugt. Denn die ver­fas­sungs­mä­ßi­gen Mit­tel der direk­ten Demo­kra­tie wer­den noch immer viel zu wenig genutzt“, erläu­tert Mar­tin Kol­li­en-Gla­ser, Vor­sit­zen­der der Pira­ten­par­tei Bay­ern, die Beweggründe.

Geist­li­che Unterstützung

In sei­ner Erklä­rung ver­weist der Bam­ber­ger Erz­bi­schof Lud­wig Schick auf einen Abschnitt der Enzy­kli­ka „Lau­da­to si“ von Papst Fran­zis­kus, der sich dem Ver­lust der bio­lo­gi­schen Viel­falt wid­met. Damit zer­stö­re der Mensch sei­ne Zukunft. Der Papst spre­che expli­zit vom Schutz der Pil­ze, Algen, Wür­mer, Insek­ten oder Rep­ti­li­en. „Aber auch die Bie­nen sind in Gefahr, die für die bio­lo­gi­sche Viel­falt und die Bewah­rung der Schöp­fung von gro­ßer Bedeu­tung sind“, fügt Schick hin­zu. „Des­halb ist die Ret­tung der Bie­nen eine wich­ti­ge For­de­rung und Auf­ga­be. In die­sem Sin­ne unter­stüt­ze ich das Volksbegehren.“

Unter­stüt­zung erhält der Erz­bi­schof von Bam­berg vom Vor­sit­zen­den des Diö­ze­san­rats der Katho­li­ken in Eich­stätt. Auf dem Neu­jahrs­emp­fang des Bis­tums mit Bischof Gre­gor Maria Hanke warb er in sei­ner Anspra­che expli­zit für die Teil­nah­me am Volks­be­geh­ren Arten­viel­falt zwi­schen 31. Janu­ar und 13. Febru­ar. „Die Bewah­rung der Schöp­fung ist das gemein­sa­me Anlie­gen der Natur­schutz­ver­bän­de und der Kir­chen. Dies zeigt auch der Appell des Erz­bi­schofs von Bam­berg“, sagt Richard Merg­ner, Vor­sit­zen­der des BUND Natur­schutz in Bayern.

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