LBV-Mit­mach­ak­ti­on “Stun­de der Win­ter­vö­gel” vom 4. bis 6. Janu­ar 2019 – Schü­ler kön­nen Arten­kennt­nis verbessern

Kei­ne Vögel im Garten?

Wer sich fürs neue Jahr vor­ge­nom­men hat, etwas für den Natur­schutz zu tun, kann den Vor­satz kom­men­des Wochen­en­de in die Tat umset­zen: vom 4. bis 6. Janu­ar fin­det die „Stun­de der Win­ter­vö­gel“ in Bay­ern bereits zum 14. Mal statt. Der LBV und sein bun­des­wei­ter Part­ner NABU hof­fen auf mög­lichst vie­le Teil­neh­mer bei der Vogel­zäh­lung. Die Natur­schüt­zer sind gespannt, ob sich die ver­mehr­ten Beob­ach­tun­gen aus der Bevöl­ke­rung bestä­ti­gen, nach denen sich der­zeit weni­ger Sing­vö­gel in Bay­erns Gär­ten tum­meln. Das Aus­blei­ben oder Feh­len der Vögel an Fut­ter­stel­len kann unter­schied­li­che Grün­de haben, wie zum Bei­spiel eine Stö­rung oder eine neue, zusätz­li­che Fut­ter­quel­le in der Nähe. „Wir möch­ten auch wis­sen, wo kei­ne Vögel sind. Eine Mel­dung mit weni­gen oder kei­nen Vögeln zur ‚Stun­de der Win­ter­vö­gel‘ ist für uns des­halb genau­so wich­tig, wie eine Zäh­lung mit vie­len Vögeln“, so Mar­ti­na Geh­ret, die Citi­zen-Sci­ence Beauf­trag­te des LBV.

Eine lee­re Fut­ter­stel­le ist in der Regel noch kein Grund zur Besorg­nis und kann ver­schie­de­ne Grün­de haben. Es kann zum Bei­spiel eine Stö­rung durch eine Kat­ze gege­ben haben oder der Nach­bar eini­ge Häu­ser wei­ter hat nun auch eine Fut­ter­stel­le ein­ge­rich­tet. „Die gefie­der­ten Win­ter­gä­ste nut­zen immer meh­re­re Fut­ter­quel­len gleich­zei­tig. Das gehört zu ihrer Über­le­bens­stra­te­gie, um bei Käl­te und Schnee mög­lich­ste ein­fach und schnell ihre Ener­gie­re­ser­ven wie­der auf­fül­len zu kön­nen“, sagt Mar­ti­na Geh­ret. Trotz der lan­gen Trocken­heit im Som­mer haben die Buchen die­ses Jahr sehr gut getra­gen. Auch gab es sehr vie­le Wal­nüs­se und vie­le Fürch­te an bei­spiels­wei­se Vogel­bee­re, Weiß­dorn oder Kor­nel­kir­sche. Das heißt, die Vögel fin­den in der Natur immer noch reich­lich zu fressen.

Die „Stun­de der Win­ter­vö­gel“ ist dar­über hin­aus auch die beste Mög­lich­keit für alle Schü­ler, ihre Arten­kennt­nis auf Dau­er zu ver­bes­sern. Denn wie eine wis­sen­schaft­li­che Stu­die der LMU Mün­chen vor kur­zem her­aus­ge­fun­den hat, erken­nen Schü­ler, die an der LBV-Mit­mach­ak­ti­on teil­neh­men, im Durch­schnitt fast zwei Vogel­ar­ten mehr als alle ande­ren baye­ri­schen Schü­ler. „Wer sei­nen Kin­dern also spie­lend in einer Stun­de nach­hal­tig ein paar Vogel­ar­ten bei­brin­gen möch­te, der nimmt sich als Fami­lie ein­fach am letz­ten Feri­en­wo­chen­en­de eine Stun­de Zeit und zählt mit“, rät Mar­ti­na Gehret.

Der gemel­de­te Käl­te­ein­bruch zum Wochen­en­de hat unter­schied­li­che Aus­wir­kun­gen auf die hei­mi­sche Vogel­welt. Bekann­te Zug­vö­gel, die nor­ma­ler­wei­se im Mit­tel­meer­raum über­win­tern, sich bis­her aber den Flug in den Süden gespart hat­ten, müs­sen kurz­fri­stig reagie­ren. „Vie­le Sta­re, aber auch Haus­rot­schwanz und Zilpz­alp kann es jetzt kalt erwi­schen“, erklärt Mar­ti­na Geh­ret. Die­se Vogel­ar­ten flie­gen nun ent­we­der spon­tan Rich­tung Süden oder kön­nen ver­mehrt bei der Nah­rungs­su­che im Gar­ten beob­ach­tet wer­den. „Eine aus­sa­ge­kräf­ti­ge Ant­wort, ob es momen­tan mehr Daheim­blei­ber in Bay­ern gibt, kann aber nur durch die Mit­hil­fe mög­lichst vie­ler Teil­neh­mer geklärt wer­den“, so Geh­ret weiter.

Mit den Daten aus der „Stun­de der Win­ter­vö­gel“ las­sen sich für die häu­fi­gen Vogel­ar­ten im Sied­lungs­raum Trends ablei­ten, die etwas über die Bestands­ent­wick­lung, die Anpas­sung an die kal­te und fut­ter­ar­me Jah­res­zeit oder mög­li­che Aus­wir­kun­gen des Kli­ma­wan­dels ver­ra­ten. „Mit beson­de­rer Span­nung erwar­ten wir die Ergeb­nis­se der Zäh­lung mit Blick auf den lan­gen, trocke­nen Som­mer und die Usutu-Epi­de­mie, die vor allem die Amsel betrof­fen hat“, sagt Gehret.

Die „Stun­de der Win­ter­vö­gel“ ist Bay­erns größ­te wis­sen­schaft­li­che Mit­mach­ak­ti­on und fin­det bereits zum 14. Mal statt. Mit­ma­chen ist ganz ein­fach: Eine Stun­de lang wer­den die Vögel am Fut­ter­häus­chen, im Gar­ten, auf dem Bal­kon oder im Park gezählt und dem LBV gemel­det. Von einem ruhi­gen Beob­ach­tungs­platz aus wird von jeder Art die höch­ste Anzahl notiert, die im Lau­fe einer Stun­de gleich­zei­tig zu beob­ach­ten ist. Die Beob­ach­tun­gen kön­nen unter www​.stun​de​-der​-win​ter​vo​e​gel​.de bis zum 15. Janu­ar gemel­det wer­den. Zudem ist für tele­fo­ni­sche Mel­dun­gen am 5. und 6. Janu­ar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kosten­lo­se Ruf­num­mer 0800–1157-115 geschaltet.

Das pure Inter­es­se und die Freu­de an der Vogel­welt rei­chen zur Teil­nah­me aus, eine beson­de­re Qua­li­fi­ka­ti­on ist für die Win­ter­vo­gel­zäh­lung nicht nötig. Bei der letz­ten gro­ßen Vogel­zäh­lung im Janu­ar 2018 betei­lig­ten sich über 32.000 baye­ri­sche Natur­freun­de. Ins­ge­samt gin­gen Mel­dun­gen aus knapp 22.700 Gär­ten und Parks ein. Die Kohl­mei­se ergat­ter­te damals den Spit­zen­platz als häu­fig­ster Win­ter­vo­gel in Bay­erns Gär­ten, Haus­sper­ling und Feld­sper­ling folg­ten auf Platz zwei und drei.

Mehr Infor­ma­tio­nen fin­den Sie unter: www​.stun​de​-der​-win​ter​vo​e​gel​.de.

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