Stärk‘ antrin­ken mit Kult und Kul­tur in Kulmbach

Stärkantrinken in Kulmbach

Stär­k­an­trin­ken in Kulmbach

In der Nacht vom 05. auf den 06. Janu­ar, die letz­te der 12 Rau­näch­te, pflegt man im Mönchs­hof-Bräu­haus schon seit vie­len Jah­ren einen alten Brauch: das „Stärk´ antrin­ken“ – gemüt­li­ches Zusam­men­sit­zen mit Freun­den, Gleich­ge­sinn­ten oder der Fami­lie. Mit von der Par­tie ist in gewohn­ter Wei­se die Stadt­steinacher SAN-Combo.

Schön, dass der Mönchs­hof lebt, obwohl das Bräu­haus zur Zeit geschlos­sen hat. Das Baye­ri­sche Braue­rei­mu­se­um lädt ab 19.00 Uhr den­noch wie­der zum „Stärk‘ antrin­ken“ in den Bräu­haus­saal ein – einer, wie Geschäfts­füh­rer und Muse­ums­lei­ter Bern­hard Sauer­mann die Ver­an­stal­tung bezeich­net: “bier­kul­tu­rel­len Ses­si­on“ mit einem bun­ten Rah­men­pro­gramm. “Im kuli­na­ri­schen Mit­tel­punkt des Abends steht der hel­le Muse­ums­bock, den Muse­ums­brau­mei­ster Seba­sti­an Hacker nach Art des legen­dä­ren hel­len Mönchs­hof­bocks wie­der mal her­vor­ra­gend ein­ge­braut hat“, so Sauer­mann wei­ter. „Und! Es kann erst ein­mal eine ordent­li­che Grund­la­ge mit Schweins­bra­ten oder mit den eben­so legen­dä­ren Brat­wür­sten nach Sauer­manns Art gelegt wer­den. Das haben wir unse­ren bei­den Kulm­ba­cher Urge­stei­nen Jens Bau­ern­feind, unse­rem Koch, und Doris Eber, unse­rer Ser­vice­che­fin, zu verdanken.“

Es gibt, wie in frü­he­ren Jah­ren, auch die­ses Jahr gegen 22.00 Uhr eine Ver­lo­sung unter dem Mot­to: „Ein Tisch zahlt nix!“ Alle Gäste, die an die­sem Tisch sit­zen, bekom­men ihre Zeche, die sie bis dahin gemacht haben, erlassen.

Die Ursprün­ge des „Stärk‘ antrin­kens“ sieht Bern­hard Sauer­mann bei den kel­ti­schen Vor­fah­ren: „In ange­neh­mer Gesell­schaft setz­te man sich seit alters her in Ober­fran­ken bei einem Gläs­chen (oder etwas mehr) zusam­men, um sich Mut und Kraft zu holen für die anste­hen­den Auf­ga­ben des kom­men­den Jah­res. Ver­mut­lich steht die­se Tra­di­ti­on im Zusam­men­hang mit dem vor­christ­li­chen Brauch­tum der zwölf Rauh­näch­te zwi­schen den Jah­ren. Bei den Ger­ma­nen und Kel­ten gal­ten die­se Näch­te als hei­li­ge Zeit, die für die Fami­lie zum Fei­ern und zum Ora­keln genutzt wur­de. Nach alten Über­lie­fe­run­gen trie­ben wäh­rend der Rauh­näch­te Gei­ster und Dämo­nen ihr Unwe­sen – in der Nacht vom 5. Janu­ar fürch­te­te man sich vor allem vor Wotan mit sei­nem wil­den Heer. Lärm und Aus­räu­che­rung soll­ten dem Schutz vor die­sen Gestal­ten und vor den Gefah­ren des kom­men­den Jah­res die­nen. Je nach Regi­on vari­iert die Anzahl der Rauh­näch­te zwi­schen drei und drei­zehn. Meist decken sie sich jedoch mit den zwölf Weih­nachts­ta­gen von Weih­nach­ten (25. Dezem­ber) bis zum Drei­kö­nigs­fest (6. Januar).“

Eine beson­de­re Freu­de ist es ihm, zu die­sem Abend die Musi­ker der San Com­bo begrü­ßen zu dür­fen, die den Abend unter­halt­sam bestrei­ten wer­den. Bern­hard Sauer­mann: „Die For­ma­ti­on aus dem Sta­ni­cher Land ist schon Legen­de – sie ste­hen gemein­sam für rund 600 Jah­re Büh­nen­er­fah­rung und musi­ka­li­sche Kom­pe­tenz. Die mei­sten Musi­ker sind schon ‘etwas älter‘, aber jung geblie­ben – und legen nach wie vor eine mit­rei­ßen­de Begei­ste­rung an den Tag. Lei­der wird in die­sem Jahr unser Freund Fritz Spind­ler nicht mehr auf der Büh­ne sein. Aber er wird sicher an einem Fen­ster­platz im Him­mel sit­zen und uns mit Freu­de zuschau´n.“

Die Sta­ni­cher Musi­ker spie­len Swing, Big-Band- und Schla­ger­mu­sik der 50er Jah­re, die in die Kno­chen geht. Des­halb wird eine klei­ne Tanz­flä­che vor­ge­rich­tet, damit sich die Gäste aus­to­ben kön­nen – tem­pe­ra­ment­vol­le Bewe­gung bringt sicher auch Stär­ke. Die alt­ge­dien­ten Hob­by-Musi­ker spie­len eine fan­ta­sti­sche Band­brei­te „Easyl­i­stening von Bert Kaemp­fert gehört eben­so zu ihrem Reper­toire, wie Rock´n roll von Bill Hailey.“

Der Ein­tritt ist frei – Um Tisch­re­ser­vie­rung wir gebe­ten unter 09221/805/14 oder info@​kulmbacher-​moenchshof.​de

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