Weih­nachts­pre­digt von Erz­bi­schof Schick: Die Geburt Jesu erwei­tert den Hori­zont der Men­schen und tritt Natio­na­lis­mus und Popu­lis­mus entgegen

„Das Kind von Bet­le­hem ver­eint die Völ­ker aller Welt“

Der Bam­ber­ger Erz­bi­schof Lud­wig Schick ruft an Weih­nach­ten dazu auf, mit dem Kind in der Krip­pe den eige­nen Hori­zont zu erwei­tern und so Natio­na­lis­mus und Popu­lis­mus ent­ge­gen­zu­tre­ten. „Unse­re Welt kann nur über­le­ben, wenn wir den Uni­ver­sa­lis­mus, den Jesus in sei­ner Geburt auf die Welt gebracht hat, bewah­ren und stär­ken“, sag­te Schick in sei­ner Weih­nachts­pre­digt im Bam­ber­ger Dom. Schon an der Krip­pe in Bet­le­hem hät­ten sich alle Völ­ker der Erde getrof­fen: Hir­ten, die Juden waren, Köni­ge aus dem Mor­gen­land, die für Asia­ten, Afri­ka­ner, Ame­ri­ka­ner und Euro­pä­er ste­hen, Arme und Rei­che. „Jesus in der Krip­pe ver­ein­te sie, das muss auch heu­te gesche­hen“, sag­te Schick.

„Wir brau­chen eine Welt, die sich zur glo­ba­len Ver­ant­wor­tung bekennt“, füg­te der Erz­bi­schof hin­zu. Das bedeu­te auch, dass die Natur­res­sour­cen und Boden­schät­ze allen Men­schen gehö­ren und allen nut­zen sol­len. „Wir brau­chen die Uni­ver­sa­li­tät Jesu auch für eine gemein­sa­me welt­weit gel­ten­de Wer­te­ord­nung“, sag­te Schick und ver­wies auf den 70. Jah­res­tag der Pro­kla­ma­ti­on der UN-Men­schen­rechts­char­ta im Dezem­ber. „Das Kind in der Krip­pe ver­pflich­tet uns, die Men­schen­rech­te sowie die Frei­heit und Gleich­heit aller Men­schen, auch vor Isla­mi­sten, Ter­ro­ri­sten und Fun­da­men­ta­li­sten jeder Art zu ver­tei­di­gen. Es ver­pflich­tet uns auch, die Armen und Hun­gern­den welt­weit zu sehen sowie die Men­schen, die unter Krieg und Ter­ror lei­den. Gott liebt sie alle, Jesus will ihr Bru­der sein und uns zu Geschwi­stern machen, die soli­da­risch mit­ein­an­der leben“, so Erz­bi­schof Schick.

Der Erz­bi­schof rief in sei­ner Pre­digt dazu auf, an Weih­nach­ten nicht nur bei den Äußer­lich­kei­ten des Festes hän­gen­zu­blei­ben: „Sonst besteht die Gefahr, dass die fünf­te Ker­ze brennt und wir haben Weih­nach­ten ver­pennt“, zitier­te er einen bekann­ten Kalau­er. Die Kir­che wol­le kein Spaß­kil­ler sein, son­dern Freu­den­brin­ger. „Sie will hel­fen, das Schö­ne und Gute an Weih­nach­ten zu ver­tie­fen, um das Wah­re der Weih­nacht zu erken­nen: „An Weih­nach­ten wird Jesus in Bet­le­hem gebo­ren als Ret­ter der gan­zen Welt. Er öff­net uns für den Glau­ben an Gott, an Tran­szen­denz und geist­li­ches Leben, die für ein huma­nes soli­da­ri­sches Mit­ein­an­der Vor­aus­set­zung sind.“ Es sei gut und wich­tig, Weih­nach­ten mit allen Tra­di­tio­nen, Got­tes­dienst, Krip­pe und Baum, Geschen­ken, gutem Essen und Aus­ru­hen zu bege­hen. Dabei soll­te dar­an gedacht wer­den, was Weih­nach­ten bedeu­tet: „Die Erkennt­nis des einen und wah­ren Got­tes, voll Güte und Men­schen­freund­lich­keit, der alle Men­schen in der Lie­be des Kin­des von Bet­le­hem verbindet.“

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