Sonn­tags­ge­dan­ken: Weih­nach­ten steht vor der Tür

Pfarrer Dr. Christian Fuchs

Pfar­rer Dr. Chri­sti­an Fuchs

Eine Legen­de erzählt: Der unter­ste Ast eines Bau­mes glaub­te nicht, dass es eine Kro­ne, ja einen Him­mel gebe. Die Vögel, die Eich­hörn­chen erzähl­ten es ihm zwar, aber er war so stolz auf sei­ne Klug­heit. Er dach­te so inten­siv nach, dass er rot glüh­te. So konn­te er immer­hin den Wür­mern und dem Bor­ken­kä­fer den Weg zei­gen. In der Hei­li­gen Nacht nun, als der Stern von Beth­le­hem erstrahl­te, ver­ga­ßen die Hasen ihre Angst, die Füch­se ihre Schlau­heit und blick­ten ehr­furchts­voll nach oben, die Pil­ze nah­men sogar ihre Hüte ab. Der Ast mein­te nun, sie hät­ten end­lich sei­ne gei­sti­ge Über­le­gen­heit erkannt. Dabei grüß­ten sie den Stern.

Man­cher tritt heu­te so ich­be­zo­gen auf wie der erwähn­te Ast und kommt schein­bar gut damit aus. Die mei­sten leben de fac­to athe­istisch, kom­men also in ihrem All­tag ohne Gott zurecht. In der Tat kön­nen wir Gott nicht mit Hän­den grei­fen, kön­nen ihn nicht anru­fen oder ihm eine E‑Mail schicken. Ich will auch nicht bestrei­ten, dass es vie­le gibt, die zwar kei­ne Chri­sten sind, deren Freund­lich­keit und Weis­heit aber Suchen­den und Bedräng­ten zum Segen werden.

Doch in allem Schö­nen und Guten, in aller Lie­bens­wür­dig­keit und Hilfs­be­reit­schaft, in allem Wider­stand gegen Lüge und Gewalt wirkt der Hei­li­ge Geist, der seit dem ersten Tag die Schöp­fung durch­zieht. Die per­sön­li­che Erfah­rung und die Mensch­heits­ge­schich­te zei­gen, dass wir Men­schen all zu oft dem Bösen unter­lie­gen, dass nie­mand die Gren­ze des Todes spren­gen kann.

Das Licht der Welt aber ist Mensch gewor­den in Jesus Chri­stus. In ihm zeigt sich Gott, die Macht hin­ter allem Leben, als lie­ben­der Vater. Jesus hat die schlimm­ste Schuld gesühnt, hat den schreck­lich­sten Tod über­wun­den. Nun ist der Weg zu Gott für jeden frei. Das heißt Evangelium.

Das Fest der Mensch­wer­dung Got­tes steht nun vor der Tür, und die­se Freu­den­bot­schaft soll uns froh machen mit­ten in unse­ren Sor­gen, mit­ten in der Hek­tik, im Gestrei­te des Alltags.

Wei­te­re Sonn­tags­ge­dan­ken

Pfar­rer Dr. Chri­sti­an Fuchs, www​.neu​stadt​-aisch​-evan​ge​lisch​.de

Infos zu Chri­sti­an Karl Fuchs:

  • geb. 04.01.66 in Neustadt/​Aisch
  • Stu­di­um der evang. Theo­lo­gie 1985 – 1990 in Neuendettelsau
  • Vika­ri­at in Schorn­weiss­ach-Vesten­bergs­greuth 1993 – 1996
  • Pro­mo­ti­on zum Dr. theol. 1995
  • Ordi­na­ti­on zum ev. Pfar­rer 1996
  • Dienst in Nürnberg/​St. Johan­nis 1996 – 1999
  • seit­her in Neustadt/​Aisch
  • blind

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