Pres­se­er­klä­rung der Forch­hei­mer Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den der CSU, FW, JB, FDP und FBF

„Unbe­rech­tig­te Vor­wür­fe des SPD-Frak­ti­ons­spre­chers sowie pro­ble­ma­ti­sche Hand­ha­bung der Katha­ri­nen­spi­tal­sa­nie­rung sei­tens des OB“

Sehr geehr­te Damen und Herren,

mit Blick auf die am 03.12.2018 ver­öf­fent­lich­ten Aus­füh­run­gen des SPD-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den Rei­ner Bütt­ner, neh­men die Unter­zeich­nen­den wie folgt Stellung:

1. Vor­wurf der SPD, ande­re Frak­tio­nen äußer­ten per­ma­nent Kri­tik an der städ­ti­schen Verwaltung

Der hier durch Tei­le der SPD dem Leser ver­mit­tel­te Ein­druck ist gänz­lich falsch. Alle im Stadt­rat ver­tre­te­nen Frak­tio­nen und Grup­pie­run­gen ste­hen der Arbeit der Ver­wal­tung grund­sätz­lich sehr posi­tiv gegen­über und beglei­ten die­se kon­struk­tiv mit Rat und Tat.

Was alle ande­ren jedoch von der SPD-Frak­ti­on unter­schei­det, ist, dass letz­te­re sich in einer Art Nibe­lun­gen­treue zu Ober­bür­ger­mei­ster Dr. Kirsch­stein jeg­li­cher objek­ti­ven Betrach­tung anste­hen­der Sach­ver­hal­te und berech­tig­ten Kri­tik an des­sen Ver­wal­tungs­vor­ga­ben und Beschluss­vor­la­gen verweigert.

Bezeich­nend ist auch, dass es inner­halb der SPD-Frak­ti­on Mit­glie­der gibt, die sich von Metho­den und Aus­füh­run­gen der Her­ren Kirsch­stein und Bütt­ner aus­drück­lich distanzieren.

Wäh­rend ande­re Frak­tio­nen und Grup­pie­run­gen ihrer durch die baye­ri­sche Gemein­de­ord­nung und Recht­spre­chung vor­ge­ge­be­nen Auf­ga­be als Kon­troll­organ der Ver­wal­tung gerecht wer­den, indem sie kri­ti­sche und kom­ple­xe Sach­ver­hal­te genau­er beleuch­ten und ggf. fal­sche Wei­chen­stel­lun­gen auch beim Namen nen­nen, besteht der Bei­trag der weit­ge­hend iso­lier­ten Frak­ti­on der SPD oft­mals ledig­lich dar­in, die Posi­ti­on des Ober­bür­ger­mei­sters unbe­ach­tet der Argu­men­te ande­rer aufs Mes­ser zu verteidigen.

So waren es ande­re, nicht die SPD, die bei­spiels­wei­se bei den The­men Bau einer Ver­an­stal­tungs­hal­le am Are­al des alten Kran­ken­hau­ses, geplan­te Abschaf­fung des För­der­pro­gramms JEKI – jedem Kind ein Instru­ment – ange­dach­te Sper­rung der Horn­schuch­al­lee für PKW oder Erstel­lung des neu­en Ver­kehrs­kon­zep­tes nur für die Innen­stadt die nicht ziel­füh­ren­den Absich­ten des Ober­bür­ger­mei­sters revi­dier­ten und ihn dazu beweg­ten, sich ent­ge­gen sei­nes ursprüng­li­chen Beschluss­vor­schla­ges zu posi­tio­nie­ren und gegen die­sen zu stimmen.

2. Sanie­rung der Spitalkirche

Der Vor­wurf der SPD, ande­re Frak­tio­nen wür­den der Ver­wal­tung eine Ver­schlep­pung der Sanie­rung der Spi­tal­kir­che unter­stel­len, ist abwe­gig. Viel­mehr rich­tet sich eine berech­tig­te Kri­tik direkt an die Adres­se des Oberbürgermeisters.

Seit fast einem Jahr ste­hen im Haus­halt der Stadt Forch­heim ent­spre­chen­de Finanz­mit­tel bereit, um die­ses inner­städ­ti­sche Wahr­zei­chen sanie­ren zu können.

Sei­tens des Ober­bür­ger­mei­sters wur­de die­se dring­li­che Maß­nah­me jedoch nicht vor­an­ge­trie­ben und inner­halb der Ver­wal­tung, der nahe­zu alle benö­tig­ten Plä­ne vor­lie­gen, spricht man unter vor­ge­hal­te­ner Hand mitt­ler­wei­le von einem auf­er­leg­ten Stopp bis auf weiteres.

Von einem durch uns initi­ier­ten Hau­ruck-Ver­fah­ren kann – wie sei­tens der SPD behaup­tet – also über­haupt kei­ne Rede sein. Viel­mehr fra­gen wir uns, war­um all die Mona­te nicht genutzt wur­den, um etwa För­der­mit­tel kon­kret zu bean­tra­gen und auf die seit einem Jahr dem Ober­bür­ger­mei­ster vor­lie­gen­den Fra­gen von Pfar­rer und Regio­nal­de­kan Mar­tin Emge bezüg­lich der Mög­lich­keit einer kirch­li­chen Betei­li­gung an den Sanie­rungs­ko­sten zu antworten.

Der Kri­tik an der städ­ti­schen Vor­ge­hens­wei­se, kirch­li­che Uten­si­li­en und sakra­le Gegen­stän­de ohne jeg­li­che Abstim­mung mit der Kir­chen­ver­wal­tung zu ent­neh­men und ohne Inven­ta­ri­sie­rung aus­zu­la­gern, schlie­ßen wir uns aus­drück­lich an.

Wir hal­ten zudem die sei­tens des Ober­bür­ger­mei­sters prä­fe­rier­te Vor­ge­hens­wei­se, mit der Sanie­rung erst zu begin­nen, wenn die dane­ben lie­gen­de Senio­ren­wohn­an­la­ge bezugs­fer­tig ist, schon allei­ne des­halb für falsch, weil deren künf­ti­gen Bewoh­ner dann wohl über Mona­te hin­weg Bau­lärm und –schmutz zu ertra­gen hät­ten. Gleich­sam müss­te vor­aus­sicht­lich bei einem zeit­ver­zö­ger­ten Beginn die jet­zi­ge Fahr­bahn­ver­en­gung auf unbe­stimm­te Zeit hin auf­recht­erhal­ten wer­den, was wie­der­um die Leich­tig­keit und Flüs­sig­keit des Ver­kehrs beein­träch­ti­gen würde.

Ähn­lich wie bei der nach­weis­lich durch den ver­füg­ten Pla­nungs­stopp des Ober­bür­ger­mei­sters ver­ur­sach­ten Hin­aus­zö­ge­rung des Sanie­rungs­fort­schritts i.S. Rat­haus wür­den sich bedingt durch die jähr­li­che Teue­rungs­ra­te im Bau­sek­tor wohl auch deut­li­che Mehr­ko­sten ergeben.

Somit wird nach­voll­zieh­bar, dass der Wunsch der Unter­zeich­ner nach einem zügi­gen Beginn der Sanie­rung der Spi­tal­kir­che Sinn macht und zudem dem Blick auf den städ­ti­schen Haus­halt geschul­det ist.

3. Wor­um geht es uns wirklich?

Den Unter­zeich­nern, die stell­ver­tre­tend für ihre Frak­tio­nen und Grup­pie­run­gen spre­chen, geht es anders, als von (Tei­len der) der SPD der Öffent­lich­keit sug­ge­riert, aus­schließ­lich um das Wohl unse­rer Stadt und somit auch um die Sinn­haf­tig­keit kom­mu­nal­po­li­ti­scher Wei­chen­stel­lun­gen und Entscheidungen.

Die­se zu hin­ter­fra­gen und bei erkann­ter Fehl­ent­wick­lung demo­kra­tisch-mehr­heit­lich zu kor­ri­gie­ren, ist ele­men­ta­rer Bestand­teil der Auf­ga­ben­zu­wei­sun­gen an ein Gemeindegremium.

Die SPD-Frak­ti­on jedoch ver­wei­gert sich zuneh­mend guten Argu­men­ten und ihr Frak­ti­ons­spre­cher wird nicht müde, die kon­struk­ti­ve Kri­tik ande­rer als feind­se­li­ge Angrif­fe auf die Ver­wal­tung bzw. den Ober­bür­ger­mei­ster selbst abzu­tun. So ver­lässt sie immer häu­fi­ger die Büh­ne der demo­kra­ti­schen Streit­kul­tur, deren ein­zi­ger Zweck es ist, um die besten Lösun­gen im Aus­tausch aller Argu­men­te zu ringen.

Gezeich­net:
Man­fred Hümmer/​Freie Wähler
Udo Schönfelder/​CSU
Dr. Ulrich Schürr/​JB
Seba­sti­an Körber/​FDP
Man­fred Mauser/​FBF

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