„Fachkolleg Inklusion an Hochschulen“ geht in Bamberg an den Start

Festvortrag von Biathletin Verena Bentele

Biathletin Verena Bentele spricht darüber, wie Menschen mit Beeinträchtigungen Barrieren überwinden können.  Quelle: Silvia Béres, München

Biathletin Verena Bentele spricht darüber, wie Menschen mit Beeinträchtigungen Barrieren überwinden können. Quelle: Silvia Béres, München

Wie bestehen Personen mit Beeinträchtigung, also mit Behinderung oder chronischer Krankheit, im Wissenschaftssystem? Eine Frage, die Biathletin Verena Bentele im öffentlichen Vortrag „Barrieren überwinden“ beantworten wird. Die sehbehinderte Wintersportlerin ist mehrfache Weltmeisterin im Biathlon und Skilanglauf und hat ein Dutzend Goldmedaillen bei den Paralympischen Winterspielen gewonnen. Von 2014 bis 2018 war sie Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, seit Mai 2018 ist sie Präsidentin des Sozialverbands VdK. Als Absolventin des Magisterstudiums Neuere Deutsche Literatur- und Sprachwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München schildert sie aus eigener Erfahrung, wie ein Studium mit Beeinträchtigung gelingen kann.

Der Vortrag ist Höhepunkt der Veranstaltung am Mittwoch, den 5. Dezember 2018, um 18 Uhr: In einem Festakt geht das „Fachkolleg Inklusion an Hochschulen – gendergerecht“ des Hildegardis Vereins an den Start und die Kontaktstelle Studium und Behinderung der Universität Bamberg feiert ihr zehnjähriges Bestehen. Die Kontaktstelle und das Frauenbüro der Universität Bamberg beteiligen sich gemeinsam an dem Fachkolleg, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Bamberg ist einer von insgesamt fünf Modellstandorten in Deutschland. Birgit Mock, Geschäftsführerin des Hildegardis Vereins, stellt bei der Feier in der AULA der Universität, Dominikanerstraße 2a, Ziel und Inhalte des Fachkollegs vor: „Es soll Studentinnen mit Beeinträchtigungen gleichberechtigte und selbstbestimmte Chancen zur Talententfaltung und Karriereplanung eröffnen.“

Im Rahmen des Fachkollegs begleitet der Hildegardis Verein ausgewählte Trainings an der Hochschule und empfiehlt bereits erprobte Beispiele gelungener Inklusions-Praxis aus Bamberg auf seiner zentralen Homepage zur bundesweiten Nachahmung. Zu den neuen Maßnahmen vor Ort zählt auch das Projekt „MIT“ der Universität Bamberg. Ausgeschrieben bedeutet MIT: Mentoring- und Informationsprogramm für eine aktive Teilhabe von behinderten und chronisch kranken Studentinnen und Doktorandinnen. „Unser Ziel ist es, junge Nachwuchswissenschaftlerinnen mit Behinderung oder chronischer Krankheit auf ihrem Karriereweg zu bestärken und zu unterstützen“, so Prof. Dr. Jörg Wolstein, Projektleiter und Beauftragter für Studierende mit Beeinträchtigung. Eine Mentorin oder ein Mentor führt jeweils eine von zehn Teilnehmerinnen für 18 Monate in die deutsche Hochschullandschaft ein, beispielsweise durch Vernetzung mit Fachkolleginnen und -kollegen. Informationsveranstaltungen, etwa zu den Themen Nachteilsausgleich und wissenschaftliches Arbeiten, ergänzen das Angebot.

Weitere Informationen zur Veranstaltung und zum Fachkolleg unter: www.uni-bamberg.de/bafbs und www.fachkolleg-inklusion.de

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