Meh­re­re ober­frän­ki­sche Städ­te angeb­lich unsi­cher – Fak­ten zur rich­ti­gen Einordnung

OBER­FRAN­KEN. Laut einem Nach­rich­ten­ma­ga­zin zäh­len Bam­berg, Coburg und Bay­reuth im Bereich der Sexu­al­de­lik­te zu den zehn unsi­cher­sten Städ­ten deutsch­land­weit. Die­se Sta­ti­stik haben ver­schie­de­ne ober­frän­ki­sche und über­re­gio­na­le Medi­en auf­ge­nom­men, dar­über berich­tet und in Tei­len der Bevöl­ke­rung dadurch Ver­un­si­che­rung aus­ge­löst. Aus Sicht des Poli­zei­prä­si­di­ums Ober­fran­ken ver­mit­teln die­se Zah­len aller­dings ein fal­sches Bild über die tat­säch­li­che Sicherheitslage.

In der vom Nach­rich­ten­ma­ga­zin ver­öf­fent­lich­ten Gra­fik wei­sen die Städ­te Bam­berg, Coburg und Bay­reuth 37 bzw. 36 Fäl­le von Ver­ge­wal­ti­gun­gen und sexu­el­len Nöti­gun­gen pro 100.000 Ein­woh­ner auf. Die­se rein sta­ti­sti­schen Zah­len fin­den sich zwar tat­säch­lich in der ober­frän­ki­schen Kri­mi­nal­sta­ti­stik 2017 wie­der, soll­ten jedoch ergän­zend betrach­tet wer­den. In kei­ner der oben genann­ten Städ­te gab es tat­säch­lich 36 oder 37 Fäl­le. Dies ist ein rein sta­ti­sti­scher Wert, der sich bei der Hoch­rech­nung auf 100.000 Ein­woh­ner ergibt. Die tat­säch­li­chen Anzei­gen in die­sem Bereich lie­gen in Bam­berg bei 28, in Coburg bei 15 und in Bay­reuth bei 26 Fällen.

Drei­vier­tel der Taten ereig­ne­ten sich jeweils im sozia­len Nah­be­reich, das heißt, dass Opfer und Täter zusam­men leben oder sich bekannt sind. 9 von 10 Fäl­len wer­den durch die Poli­zei geklärt.

Der Voll­stän­dig­keit hal­ber ist fest­zu­hal­ten, dass die Straf­ta­ten im Bereich der Sexu­al­de­lik­te im Ver­gleich zum Jahr 2016 in Ober­fran­ken gestie­gen sind, dies jedoch in gro­ßen Tei­len mit der Ver­schär­fung des Sexu­al­straf­rechts im Novem­ber 2016 im Zusam­men­hang steht.

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