So füt­tern Sie Vögel im Win­ter richtig

Viel­fäl­ti­ges Fut­ter lockt ver­schie­de­ne Vogel­ar­ten an – Natur­na­her Gar­ten ist unver­zicht­ba­re Grund­la­ge für Vögel

Mit den ersten Schnee­flocken des Jah­res begin­nen vie­le Men­schen wie­der, die hei­mi­schen Vögel in ihren Gär­ten zu füt­tern. Für vie­le Natur­freun­de ist es eine lieb­ge­won­ne­ne Tra­di­ti­on, aber auch die Vögel freu­en sich über ein zusätz­li­ches Nah­rungs­an­ge­bot. „Gera­de nach fro­sti­gen Näch­ten suchen Mei­sen, Fin­ken und Spat­zen nach ein­fa­chen Fut­ter­mög­lich­kei­ten, um ihre über Nacht ver­lo­re­nen Ener­gie­re­ser­ven schnell wie­der auf­zu­fül­len“, erklärt Mar­ti­na Geh­ret vom LBV. Die beste Hil­fe für unse­re hei­mi­schen Vögel liegt in einer natur­na­hen Gar­ten­ge­stal­tung mit vie­len Ver­steck­mög­lich­kei­ten und natür­li­chen Nah­rungs­an­ge­bo­ten. Eine zusätz­li­che Fut­ter­stel­le im Gar­ten oder am Bal­kon kann hel­fen ver­schie­de­ne Vogel­ar­ten an zu locken. Dabei soll­te auf art­ge­rech­tes Fut­ter, die pas­sen­de Fut­ter­sta­ti­on und Hygie­ne am Fut­ter­platz geach­tet werden.

In der kal­ten Jah­res­zeit kön­nen Natur­freun­de vie­le Vögel durch eine Füt­te­rung unter­stüt­zen. Die wich­tig­ste Vor­aus­set­zung für den Erhalt einer arten­rei­chen Vogel­welt sind aber vor allem viel­fäl­ti­ge, natur­na­he Lebens­räu­me. „Ein natur­na­her Gar­ten und bun­te Kul­tur­land­schaf­ten bie­ten vie­len Vogel­ar­ten auch im Win­ter natür­li­ches Fut­ter wie Samen und Bee­ren“, sagt Geh­ret. Von „unor­dent­li­chen“ Gär­ten pro­fi­tie­ren auch ande­re Tie­re wie der Igel, vie­le Insek­ten und ande­re Wir­bel­lo­se (Klein­tie­re), die in Laub­hau­fen, hoh­len Stän­geln oder in län­ge­rem Gras über­win­tern. „Sol­che Lebens­räu­me wer­den jedoch immer sel­te­ner und rich­tig gemacht ermög­licht die Füt­te­rung die Gewohn­hei­ten der Vögel ken­nen­zu­ler­nen. Span­nend ist das auch für Kin­der und Jugend­li­che, die teils wenig Gele­gen­heit zu eige­nen Beob­ach­tun­gen und Natur­er­leb­nis­sen haben“, meint Mar­ti­na Geh­ret weiter.

Jede Vogel­art hat ihre Vor­lie­ben beim Fut­ter: Mit ölhal­ti­gen Samen wie Son­nen­blu­men­ker­nen las­sen sich Kör­ner­fres­ser wie zum Bei­spiel Grün­fink, Dom­pfaff und Stieg­litz anlocken. Amseln und Rot­kehl­chen bevor­zu­gen Weich­fut­ter wie Getrei­de­flocken, Rosi­nen oder getrock­ne­ten Wild­bee­ren. Fett­fut­ter eig­net sich beson­ders gut für Spech­te und Klei­ber. Mei­sen, Haus­sper­lin­ge („Spat­zen“) und Feld­sper­lin­ge neh­men fast alles an. „Altes Brot oder Essen­re­ste gehö­ren auf kei­nen Fall ins Vogel­haus, da das Salz und die Gewür­ze für die mei­sten Vögel unver­träg­lich sind und ihnen scha­den“, warnt Gehret.

Der Fut­ter­platz selbst soll­te mög­lichst an einer über­sicht­li­chen Stel­le, etwa zwei bis fünf Meter von Gebü­schen ent­fernt ein­ge­rich­tet wer­den. So kön­nen die Vögel die Umge­bung gut ein­se­hen und Kat­zen sich schlech­ter anschlei­chen. Für die rich­ti­ge Hygie­ne am Fut­ter­platz emp­fiehlt der LBV ein Fut­ter­si­lo, in dem das Fut­ter vor Näs­se, Wit­te­rungs­ein­flüs­sen und Ver­un­rei­ni­gung durch Vogel­kot geschützt ist. „Wer noch ein klas­si­sches Fut­ter­häus­chen nutzt, in dem die Vögel beim Fres­sen sit­zen und ihren Kot hin­ter­las­sen, soll­te die­ses täg­lich aus­fe­gen und unbe­dingt regel­mä­ßig mit hei­ßem Was­ser rei­ni­gen. Es darf auch kei­ne Näs­se ins Fut­ter­haus ein­drin­gen, da sich sonst schnell Krank­heits­er­re­ger aus­brei­ten kön­nen“, sagt die LBV-Expertin.

Der LBV rät, auf die Qua­li­tät des Fut­ters zu ach­ten. „Bil­li­ge Fut­ter­mi­schun­gen sind häu­fig mit Samen der All­er­gie aus­lö­sen­den Pflan­ze Ambro­sia oder Füll­stof­fen ohne Nähr­wert ver­un­rei­nigt“, sagt Mar­ti­na Geh­ret. Rezep­te zum Sel­ber­ma­chen von Vogel­fut­ter, vie­le wei­te­re wich­ti­ge Infor­ma­tio­nen zur Füt­te­rung, Steck­brie­fe der wich­tig­sten Vogel­ar­ten am Fut­ter­haus und die Bestell­mög­lich­keit eines kosten­lo­sen Falt­blatts bie­tet der LBV unter www​.lbv​.de/​f​u​e​t​t​ern.

Bei der bun­des­wei­ten Mit­mach­ak­ti­on „Stun­de der Win­ter­vö­gel“ vom 4.–6. Janu­ar 2019 kön­nen alle Vogel­be­ob­ach­tun­gen dem LBV gemel­det wer­den. Mit der bür­ger­wis­sen­schaf­lti­chen Akti­on wol­len der LBV und sein bun­des­wei­ter Part­ner NABU her­aus­fin­den, wel­che ver­trau­ten und oft weit ver­brei­te­ten Vogel­ar­ten des Sied­lungs­be­reichs häu­fi­ger oder sel­te­ner beob­ach­tet wer­den. Mehr Infor­ma­tio­nen gibt es unter www​.stun​de​-der​-win​ter​vo​e​gel​.de.

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