Bayerns erster Solarlaternenpark in Herrnsdorf eröffnet

Leuchtendes Beispiel für alle Kommunen im Freistaat

Foto: Matthias Hoch

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Sollen Fußwege, Parkplätze oder Parks beleuchtet werden, war der Anschluss an eine Stromleitung bisher fast immer unverzichtbar. Mittlerweile gibt es eine Alternative zu teuren Tiefbauarbeiten: LED-Solarlaternen, die tagsüber den benötigten Strom speichern und auch ohne Sonne bis zu fünf Tage ununterbrochen leuchten können. Damit Kommunen sich die Technik im Realbetrieb anschauen können, haben die Stadtwerke Bamberg jetzt im oberfränkischen Frensdorf-Herrnsdorf Bayerns ersten Solarlaternen-Musterpark eröffnet.

„Alle Kommunen haben das gleiche Problem: Gerade in Randgebieten außerhalb der Bebauung gibt es Wege oder Flächen, die sie gerne beleuchten würden“, schildert Stadtwerke-Beleuchtungsexperte Matthias Windfelder: „Weil dort aber keine Stromkabel liegen, ist die Investition häufig unbezahlbar“, weiß er aus langjähriger Erfahrung. Lösungen schaffen jetzt solarbetriebene Straßenlaternen, die keinen Anschluss ans Stromnetz brauchen – weil sie ihren Strom selbst produzieren. „Mittlerweile ist die Technik dieser Laternen so weit ausgereift, dass sie absolut zuverlässig für die Beleuchtung öffentlicher Bereiche eingesetzt werden können“, sagt Wildfelder – und läuft damit bei vielen Bürgermeistern offene Türen ein. Im Frensdorfer Gemeindeteil Herrnsdorf im Landkreis Bamberg hat Windfelder jetzt gemeinsam mit Bürgermeister Jakobus Kötzner zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Zum einen wird hier jetzt endlich ein Weg entlang des örtlichen Friedhofs beleuchtet, was insbesondere den Schulkindern zu Gute kommt. Zum anderen wurde hier Bayerns erster Solarlaternen-Musterpark eröffnet – ein leuchtendes Beispiel für alle Kommunen, die ähnliche Sorgen haben wie Frensdorfs Bürgermeister Kötzner.

Die dort ausgestellten Solarlaternen unterscheiden sich im Design und in ihren technischen Details, ihre grundsätzliche Funktionsweise ist aber Identisch: Der tagsüber über ein Solarpanel gewonnene Strom wird in Akkus gespeichert, die im Fundament der Laterne verbaut sind. Damit ist der Akku im Winter vor der Kälte geschützt und wesentlich haltbarer. Die Leuchten selbst können sowohl hinsichtlich ihrer Lichtfarbe, als auch hinsichtlich der Leuchtintensität programmiert werden – mit einer Fernbedienung, wie beim Fernseher, oder über eine Online-Schnittstelle vom Rechner der Stadtverwaltung aus. In naturnahen Bereichen und dort, wo nur zu bestimmten Zeiten Licht benötigt wird, kommen programmierbare Bewegungssensoren und vernetzte Radartechnologie zum Einsatz.

Das Licht wird gezielt auf den auszuleuchtenden Bereich gelenkt und schont bei maximaler Lichtausbeute die Tier- und Insektenwelt, weil der UV-Anteil im Licht minimal ist. Die günstigste Solarlaterne kostet knapp 2.000 Euro, das aufwendigste Design-Modell mit im Lichtmast integrierten Solarmodulen kostet knapp 4.000 Euro.

So oder so – Bürgermeister Jakobus Kötzner ist von den neuen Laternen begeistert: „Konventionelle Straßenlaternen hätten wir uns an dieser Stelle nicht leisten können, weil die Tiefbauarbeiten für die Stromkabel an dieser Stelle sehr aufwendig waren. Die Solarlaternen haben wir jetzt sogar ohne fremde Hilfe mit unseren eigenen Mitarbeitern vom Bauhof aufgestellt“, sagt der kostenbewusste Kommunalpolitiker. Nicht nur beim Einsatz der LED-Solarlaternen ist Kötzner mit seiner Gemeinde Vorreiter – auch bei der Umrüstung der Konventionellen Straßenbeleuchtung hat die Gemeinde als erste Kommune im Landkreis Bamberg sämtliche vorhandenen Laternen auf effiziente LED-Technologie umgestellt: „Pro Jahr sparen wir 240.000 Kilowattstunden Strom. Auch dank der wartungsarmen Technik haben sich unsere Investitionen nach viereinhalb Jahren amortisiert.“

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