Kul­tur­work­shop zum Pro­jekt „Kul­tur­ent­wick­lungs­plan der Stadt Forch­heim“: erste Ideen gesammelt

Bür­ge­rin­nen und Bür­ger reden mit

Über achtzig Forchheimer Kulturschaffende, Vertreter der Kulturverwaltung und -politik sowie Akteure aus den Bereichen Bildung, Stadtentwicklung, Integration, Wirtschaft und Tourismus und interessierte Bürgerinnen und Bürger brachten in den Räumlichkeiten der Kaiserpfalz ihre Ideen zur Kulturentwicklung in Forchheim ein. Ihnen zur Seite standen das „Netzwerk Kulturberatung“, die Projektbeauftragte für den Kulturentwicklungsplan der Stadt Forchheim, Susanne Fischer, und der künstlerische Leiter des Jungen Theaters Forchheim, Lorenz Deutsch (im Bild hinten links). Foto: Stadt Forchheim

Über acht­zig Forch­hei­mer Kul­tur­schaf­fen­de, Ver­tre­ter der Kul­tur­ver­wal­tung und ‑poli­tik sowie Akteu­re aus den Berei­chen Bil­dung, Stadt­ent­wick­lung, Inte­gra­ti­on, Wirt­schaft und Tou­ris­mus und inter­es­sier­te Bür­ge­rin­nen und Bür­ger brach­ten in den Räum­lich­kei­ten der Kai­ser­pfalz ihre Ideen zur Kul­tur­ent­wick­lung in Forch­heim ein. Ihnen zur Sei­te stan­den das „Netz­werk Kul­tur­be­ra­tung“, die Pro­jekt­be­auf­trag­te für den Kul­tur­ent­wick­lungs­plan der Stadt Forch­heim, Susan­ne Fischer, und der künst­le­ri­sche Lei­ter des Jun­gen Thea­ters Forch­heim, Lorenz Deutsch (im Bild hin­ten links). Foto: Stadt Forchheim

Der erste Kul­tur­work­shop zum Pro­jekt „Kul­tur­ent­wick­lungs­plan der Stadt Forch­heim“ ist erfolg­reich über die Büh­ne gegan­gen: Über acht­zig Forch­hei­mer Kul­tur­schaf­fen­de, Ver­tre­ter der Kul­tur­ver­wal­tung und ‑poli­tik sowie Akteu­re aus den Berei­chen Bil­dung, Stadt­ent­wick­lung, Inte­gra­ti­on, Wirt­schaft und Tou­ris­mus und inter­es­sier­te Bür­ge­rin­nen und Bür­ger brach­ten in den Räum­lich­kei­ten der Kai­ser­pfalz ihre Ideen zur Kul­tur­ent­wick­lung in Forch­heim ein. Ihnen zur Sei­te stan­den das „Netz­werk Kul­tur­be­ra­tung“, die Pro­jekt­be­auf­trag­te für den Kul­tur­ent­wick­lungs­plan der Stadt Forch­heim, Susan­ne Fischer, und der künst­le­ri­sche Lei­ter des Jun­gen Thea­ters Forch­heim, Lorenz Deutsch.

In sei­ner Sit­zung vom 15.01.2018 beschloss der Haupt‑, Per­so­nal- und Kul­tur­aus­schuss des Forch­hei­mer Stadt­ra­tes, dafür zu sor­gen, dass die wich­tig­sten Leit­li­ni­en für die künf­ti­ge Kul­tur­po­li­tik Forch­heims in einem Ent­wick­lungs­plan fixiert wer­den. So begann die Ver­wal­tung der Stadt Forch­heim – nament­lich die Pro­jekt­lei­te­rin Susan­ne Fischer mit Lorenz Deutsch -, ein Stra­te­gie­pa­pier auf den Weg zu brin­gen. Ziel ist es, aus­ge­hend von einer Stär­ken- Schwä­chen-Ana­ly­se, Leit­li­ni­en zu ent­wickeln, an denen sich die Kul­tur­po­li­tik ori­en­tie­ren kann.

Nach umfang­rei­cher Bestands­auf­nah­me von Stär­ken und Her­aus­for­de­run­gen des Forch­hei­mer Kul­tur­be­reichs, der schrift­li­chen Befra­gung der Kul­tur­schaf­fen­den, der Recher­che der kul­tur­po­li­ti­schen Posi­tio­nen der Forch­hei­mer Par­tei­en und der Durch­füh­rung von Exper­ten­in­ter­views in der ersten Pha­se des Pro­jek­tes bot Fischer nun mit Unter­stüt­zung des deutsch­land­weit renom­mier­ten Teams um Dr. Patrick S. Föhl, Alex­an­dra Kün­zel und Dr. Ulrich Fuchs (www​.netz​werk​-kul​tur​be​ra​tung​.de) den ersten Work­shop an. Ober­bür­ger­mei­ster Dr. Uwe Kirsch­stein for­der­te die Teil­neh­men­den dazu auf, ergeb­nis­ori­en­tiert zu arbei­ten, zu netz­wer­ken und auf dem „kul­tu­rel­len Spiel­feld die eige­nen Ideen und die eige­nen Posi­tio­nen ein­zu­brin­gen und den poli­ti­schen Spiel­ball außen vor zu lassen“.

Als erstes und wich­tig­stes Ergeb­nis der Dis­kus­sio­nen ergab sich der Wunsch nach der Schaf­fung einer Kul­tur­ver­wal­tung als koor­di­nie­ren­de Ein­heit. Da der­zeit die städ­ti­schen Kul­tur­ein­rich­tun­gen über ver­schie­de­ne Refe­ra­te ver­teilt sind, sei es not­wen­dig, so die Teil­neh­mer, alle kul­tu­rel­len Ein­rich­tun­gen in kla­ren Struk­tu­ren zusam­men­zu­fas­sen. Dies ent­sprang dem Wunsch der ver­schie­de­nen Akteu­re nach Ansprech­part­nern und Beratern.

Ein wei­te­rer Bau­stein des Work­shops befass­te sich mit der Sicht­bar­ma­chung und Erleb­bar­ma­chung von Geschich­te in der Stadt: Deut­lich wur­de der Wunsch nach Schaf­fung ver­schie­de­ner Kul­tur­pfa­de („King­s­walk“) z. B. in Form eines „Hör­pfa­des“, einer „Erin­ne­rungs­kul­tur“ und der Sicht­bar­ma­chung von „Indu­strie­ge­schich­te“. Wich­tig sei es, Aus­gra­bun­gen zu inten­si­vie­ren und Sicht­fen­ster zu ermög­li­chen und die Kenn­zeich­nung histo­ri­scher Gebäu­de. Um ein „Bewusst­sein für Geschich­te“ zu schaf­fen, sei ein neu­er ver­bin­den­der Slo­gan ange­bracht. Das The­ma erfor­de­re zudem ein Zusam­men­spiel von Stadt, Land­kreis und Tourismusverantwortlichen.

Womit schon das The­ma „Ver­net­zung, Kom­mu­ni­ka­ti­on und Mar­ke­ting“ ange­spro­chen wur­de, eben­falls ein gro­ßes The­ma im Work­shop: Eine Ver­net­zung nicht nur mit dem eige­nen, son­dern auch mit dem süd­li­chen Land­kreis, die Anbin­dung an Metro­pol­re­gi­on und die Koope­ra­ti­on mit über­grei­fen­den Tou­ris­mus­or­ga­ni­sa­tio­nen sei not­wen­dig, so die Work­shop­teil­neh­mer. Dies gehe ein­her mit der Koor­di­na­ti­on der Viel­zahl an Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ka­nä­len, z. B. dem wei­te­ren Aus­bau der Social Media-Kanä­le, einer gemein­sa­me Ver­mark­tung der Ver­an­stal­tun­gen, Bro­schü­ren mit Ansprech­part­nern und bes­se­rer Selbst­dar­stel­lung der Einrichtungen.

Auch hier gab es den Ruf nach einem pro­fes­sio­nel­len Ansprech­part­ner für die Ver­net­zung und Bün­de­lung der ver­schie­de­nen Events.

Was feh­le in Forch­heim, war den Betei­lig­ten am Work­shop klar: Kul­tur­räu­me auf allen Ebe­nen. Gefor­dert wur­den eine städ­ti­sche Gale­rie, Pro­ben­räu­me, eine grö­ße­re Ver­an­stal­tungs­hal­le bzw. ein Kon­zert­saal. Ange­dacht wur­de das Kol­ping­s­haus als Kul­tur­zen­trum und die Nut­zung öffent­li­cher Räu­me. Als kurz­fri­sti­ge Lösung bie­te sich an, Leer­stän­de zu nutzen.

Auch in der Spar­ten­be­spie­lung man­ge­le es in der Stadt: Ein klas­si­sches Thea­ter fehlt, wur­de fest­ge­hal­ten, eben­so ein Kul­tur­ange­bot für jun­ge Erwach­se­ne. Wich­tig sei es, Sti­pen­di­en­pro­gram­me auf­zu­le­gen und dadurch z.B. Attrak­ti­vi­tät für jun­ge Lite­ra­ten zu stei­gern. Um eine bes­se­re Teil­ha­be an Kul­tur zu errei­chen, müs­se Kul­tur in Stadt­tei­le gebracht werden.

Kul­tur­pro­fil

Am unkon­kre­te­sten und am schwie­rig­sten emp­fan­den die Dis­ku­tie­ren­den, das „Kul­tur­pro­fil“ der Stadt Forch­heim zu defi­nie­ren: Der Begriff „Bier­stadt“ sei zu wenig, da war man sich einig. Qua­li­tät müs­se her­vor­ge­ho­ben, Allein­stel­lungs­merk­ma­le betont wer­den (z.B. Zir­kArt Festi­val u.a.). Als archi­tek­to­ni­sches Zei­chen für eine Kul­tur­stadt brau­che es ein „Kul­tur­zen­trum“.

Eine Viel­zahl wei­te­rer Ideen fand Ein­gang in die Samm­lung des Exper­ten­teams um Susan­ne Fischer. Zur­zeit wer­den die Ergeb­nis­se in einem Pro­to­koll zusam­men­ge­fasst, das die Grund­la­ge für den 2. Kul­tur­work­shop im näch­sten Jahr bil­den wird. Ober­bür­ger­mei­ster Dr. Uwe Kirsch­stein nahm die „Haus­auf­ga­be“ mit, die Ergeb­nis­se in den Ver­wal­tung und Stadt­rats­gre­mi­en zu besprechen.

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