Landkreis Bayreuth: Kreistagsfahrt zur Sortieranlage für Verkaufsverpackungen aus der Gelben Tonne

Anlässlich der Einführung der Gelben Tonne Anfang des Jahres 2018 konnten sich die Mitglieder des Kreistages Ende Oktober nun vom Weg der gesammelten Verkaufsverpackungen von der Übergabestelle bis zur Sortieranlage überzeugen.

Teilnehmer des Kreistags besichtigen die Sortieranlage in Rehau (Foto: Sabine Habla)

Teilnehmer des Kreistags besichtigen die Sortieranlage in Rehau (Foto: Sabine Habla)

Zunächst besichtigten die Teilnehmer die Gewerbemüllsortieranlage in Bindlach, bei der die gesammelten Verkaufsverpackungen aus Stadt und Landkreis Bayreuth von den Müllfahrzeugen entladen und getrennt voneinander gelagert werden. Im Anschluss erfolgen das Umladen und der Transport zu verschiedenen Sortieranlagen durch die von den einzelnen Dualen Systeme beauftragten Spediteure. Eine davon wird von der Böhme GmbH Wertstofferfassung in Neukühschwitz bei Rehau/Hof betrieben, wobei hier der Schwerpunkt auf der Sortierung von Verkaufsverpackungen im dualen System liegt.

Nach einer Präsentation des Geschäftsführers Stefan Böhme wurde die moderne Sortieranlage von der Anlieferung bis zur Pressung der sortierten Wertstoffe und Verladung zum Verwerterbetrieb besichtigt. Die eigentliche Separierung besteht aus einer effizienten Kombination nacheinander geschalteter, mechanischer und technischer Verfahren und manueller Kontrollen. Dabei werden folgende Stoffe sortiert: Kunststoffe (PP, PE, PET, PS), Metalle (Aluminium, Weißblech), Getränkekartons, Papier/Pappe/Karton (PPK), Folien sowie Reststoffe.

Herzstück der modernen Anlagen ist die Trennung mit dem Verfahren der Nah-Infrarot-Erkennung (NIR-Spektroskopie). Bei diesem Verfahren misst eine Infrarotkamera die Wellenlänge des reflektierten Lichts. Da jedes Material unterschiedliche Wellenlängen reflektiert, kann man diese Information auswerten und bei der Trennung verwenden. Ein in diesem Verfahren erkannter Materialartikel wird am Ende des Förderbandes von elektronisch gesteuerten Düsen mit Luftdruck aussortiert. Weitere Verfahren sind Trommelsiebmaschinen, Magnetabscheider oder Wirbelstromabscheider. Die abschließenden Qualitätskontrollen erfolgen durch eine manuelle Nachsortierung. Sortenreine Wertstoffe werden dann in Ballen verpresst und der Wiederaufbereitung zugeführt.

Sortierte Kunststoffe, Metalle, Getränkekartons und PPK werden als Recycling-Rohstoffe wieder der Kunststoff verarbeitenden Industrie zugeführt, bleiben so im Materialkreislauf und entlasten den Primärressourcenverbrauch, da neue Produkte entstehen. Große Teile der sortierten Wertstoffe werden in das nahe gelegene Arzberg zur Purus Plastics GmbH transportiert, die versiegelungsfreie Bodenbefestigungen aus Kunststoff produzieren. Sortierreste werden als Brennstoff für die Energierückgewinnung verwendet.

Genauso wie die bisher sortenrein am Wertstoffhof gesammelten Verkaufsverpackungen wird der Inhalt der nun haushaltsnah abgeholten Gelben Tonne einem hochwertigen Recycling zugeführt.

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