Uni­ver­si­tät Bay­reuth: Aka­de­mi­sche Jah­res­fei­er mit Jan Phil­ipp Reemtsma

Über das Wich­ti­g­neh­men. Öffent­li­cher Fest­vor­trag des renom­mier­ten Wis­sen­schaft­lers und bedeu­ten­den Mäzens aus Hamburg

Mit einem Dies Aca­de­mi­cus am 15.11.2018 fei­ert die Uni­ver­si­tät Bay­reuth ihren 43. Geburts­tag. Der Fest­vor­trag wird in die­sem Jahr von Prof. Dr. phil. Jan Phil­ipp Reem­ts­ma, Grün­der und geschäfts­füh­ren­der Vor­stand der Ham­bur­ger Stif­tung zur För­de­rung von Wis­sen­schaft und Kul­tur, gehal­ten. Auf sein The­ma ‚Über das Wich­ti­g­neh­men‘ kön­nen Stu­die­ren­de, Beschäf­tig­te, Freun­de und För­de­rer der Uni­ver­si­tät Bay­reuth sowie auch Bür­ger gespannt sein. Die Ver­an­stal­tung ist öffent­lich, der Ein­tritt frei – herz­lich willkommen!

  • Ter­min: Don­ners­tag, 15. Novem­ber 2018
  • Zeit: 17.00 Uhr
  • Ort: Cam­pus der Uni­ver­si­tät Bay­reuth – Audi­max, Uni­ver­si­täts­stra­ße 30, 95447 Bay­reuth.

Inter­es­sier­te sind herz­lich ein­ge­la­den! Die Ver­an­stal­tung ist öffent­lich, der Ein­tritt frei, eine Anmel­dung nicht erforderlich.

Prof. Dr. phil. Jan Phil­ipp Reemtsma

…wur­de 1952 in Bonn gebo­ren. Er stu­dier­te Ger­ma­ni­stik und Phi­lo­so­phie in Ham­burg, wo er auch heu­te lebt und arbei­tet. Sei­ne Arbeits­schwer­punk­te sind die Lite­ra­tur des 18. und 20. Jahr­hun­derts, die Zivi­li­sa­ti­ons­theo­rie und die Geschich­te der mensch­li­chen Destruk­ti­vi­tät. Reem­ts­ma ist Grün­der und geschäfts­füh­ren­der Vor­stand der Ham­bur­ger Stif­tung zur För­de­rung von Wis­sen­schaft und Kul­tur. Das von ihm gegrün­de­te und bis 2015 gelei­te­te Ham­bur­ger Insti­tut für Sozi­al­for­schung wur­de ins­be­son­de­re durch zwei kon­tro­vers dis­ku­tier­te Wehr­machts­aus­stel­lun­gen bekannt. Er gilt als einer der bedeu­tend­sten Mäze­ne für kul­tu­rel­le, wis­sen­schaft­li­che und poli­ti­sche Initiativen.

Seit 1996 lehrt Reem­ts­ma als Pro­fes­sor für Neue­re Deut­sche Lite­ra­tur an der Uni­ver­si­tät Ham­burg. Im Jahr 1998 hat­te er die Johan­nes Guten­berg-Stif­tungs­pro­fes­sur der Uni­ver­si­tät Mainz inne, 1999 die Mer­ca­tor-Pro­fes­sur an der Uni­ver­si­tät Duis­burg-Essen und 2009 die Schil­ler-Pro­fes­sur an der Fried­rich-Schil­ler-Uni­ver­si­tät Jena. In sei­nem brei­ten wis­sen­schaft­li­chen und publi­zi­sti­schen Werk sind ins­be­son­de­re auch sei­ne Stu­di­en zu Chri­stoph Mar­tin Wie­land her­vor­zu­he­ben. Maß­geb­lich war Reem­ts­ma an der Wie­der­her­stel­lung des Wie­land­gu­tes Oßmann­stedt bei Wei­mar betei­ligt, das 2005 als Muse­um und For­schungs­do­mi­zil neu eröff­net wur­de. Die Gemein­de Oßmann­stedt ver­lieh ihm 2008 die Ehrenbürgerschaft.

Der renom­mier­te Wis­sen­schaft­ler war von 2013 bis 2016 Mit­glied im Wis­sen­schafts­rat der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land. Reem­ts­ma wur­de viel­fach geehrt, u.a. erhielt er den Les­sing-Preis der Frei­en und Han­se­stadt Ham­burg, den Nie­der­säch­si­schen Kunst­preis für Lite­ra­tur, die Leib­niz-Medail­le der Ber­lin-Bran­den­bur­gi­schen Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten, den Ted­dy Kol­lek Pri­ze der Jeru­sa­lem Foun­da­ti­on sowie die Ehren­dok­tor­wür­de der Uni­ver­si­tä­ten Kon­stanz und Mag­de­burg. Reem­ts­ma wur­de vom Jüdi­schen Muse­um Ber­lin mit dem Preis für Ver­stän­di­gung und Tole­ranz aus­ge­zeich­net sowie mit dem Guten­berg-Preis der Stadt Leipzig.

Zum Vor­trag ‚Über das Wichtignehmen‘

Wenn man über das Wich­ti­g­neh­men spricht, muss man vor allem über For­men des Nicht-Wich­ti­g­neh­mens, des Baga­tel­li­sie­rens des­sen, was man tut und ja tun möch­te, wenn man es sich hat aus­su­chen kön­nen (etwa ein Stu­di­en­fach), spre­chen. Die popu­lär­ste Form des Nicht-Wich­ti­g­neh­mens ist die Aus­kunft, man täte A, um indi­rekt B zu tun, etwa: Latein ler­nen, um bes­ser Fran­zö­sisch ler­nen zu kön­nen, zum Mond flie­gen, weil die Raum­fahrt­tech­no­lo­gie Din­ge wie Tef­lon mit­pro­du­ziert, Archäo­lo­gie betrei­ben, weil damit die Völ­ker­ver­stän­di­gung vor­an­ge­trie­ben wird, Human- bzw. Gei­stes­wis­sen­schaf­ten pfle­gen aus Grün­den der Moder­ni­täts­fol­gen­kom­pen­sa­ti­on bzw. „gera­de heu­te im Zeit­al­ter der Digi­ta­li­sie­rung“ – und was des wohl­fei­len Unfugs mehr ist.

Rück­blick auf ein erfolg­rei­ches aka­de­mi­sches Jahr 2018

Auch 2018 hat die Uni­ver­si­tät Bay­reuth zahl­rei­che neue Pro­jek­te erfolg­reich umge­setzt und stets im Novem­ber bie­tet der Dies Aca­de­mi­cus der Uni­ver­si­täts­fa­mi­lie Gele­gen­heit, das Jahr Revue pas­sie­ren zu las­sen. Der­zeit bele­ben ins­ge­samt rund 13.800 Stu­die­ren­de, davon ca. 36 Pro­zent aus ande­ren Bun­des­län­dern und neun Pro­zent aus dem Aus­land, den Uni­cam­pus. „Dass sie hier aus­ge­zeich­ne­te Stu­di­en­be­din­gun­gen vor­fin­den, bestä­ti­gen uns natio­na­le und inter­na­tio­na­le Ran­kings“, erklärt Uni­ver­si­täts­prä­si­dent Prof. Dr. Ste­fan Leible.

Auch inner­halb der Regi­on, so Lei­ble, ent­wick­le sich die Uni­ver­si­tät Bay­reuth her­vor­ra­gend wei­ter. „Mit ihrer Grün­dung im Juli berei­chert die sieb­te Fakul­tät ‚Lebens­mit­tel, Ernäh­rung und Gesund­heit‘ das For­schungs­pro­fil der Uni­ver­si­tät Bay­reuth um eine wei­te­re natur­wis­sen­schaft­li­che Per­spek­ti­ve, metho­di­sche Revo­lu­tio­nen in den Bio­wis­sen­schaf­ten sowie moder­ne Kon­zep­te der Wirtschafts‑,

Rechts‑, Sozi­al- und Ver­hal­tens­wis­sen­schaf­ten. Pas­send dazu ver­spricht das im Sep­tem­ber eröff­ne­te Baye­ri­sche Zen­trum für Bat­te­rie­tech­nik, kurz Bay­Batt, zur Spit­zen­for­schung in Bay­reuth bei­zu­tra­gen.“ Ein bedeu­ten­der Erfolg ist uns außer­dem in der Exzel­lenz­stra­te­gie des Bun­des und der Län­der gelun­gen: Die Bay­reu­ther Afri­ka­for­schung wur­de vom inter­na­tio­na­len Exper­ten­gre­mi­um und den Wis­sen­schafts­mi­ni­stern von Bund und Län­dern zum Exzel­lenz­clu­ster gekürt. Damit sind wir die ein­zi­ge baye­ri­sche Uni­ver­si­tät, der es in die­sem sehr kom­pe­ti­ti­ven Ver­fah­ren gelun­gen ist, ein voll­stän­dig eige­nes Clu­ster ein­zu­wer­ben. Dadurch rückt die Uni­ver­si­tät Bay­reuth erneut ver­stärkt in die Auf­merk­sam­keit der inter­na­tio­na­len Wissenschaftsszene.“

Pro­gramm der Aka­de­mi­schen Jah­res­fei­er 2018

  • Begrü­ßung und Anspra­che: Uni­ver­si­täts­prä­si­dent Prof. Dr. Ste­fan Leible
  • Stu­den­ti­sche Anspra­che: Las­se Büchen, Vor­sit­zen­der des Studierendenparlaments
  • Über das Wich­ti­g­neh­men – Fest­vor­trag von Prof. Dr. phil. Jan Phil­ipp Reemtsma
  • Emp­fang
  • Musi­ka­li­sche Umrah­mung: Big­band an der Uni­ver­si­tät Bay­reuth e.V.

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