In Egloffstein gibt es nun Mitfahrbänke

In ländlichen Räumen ist der Nahverkehr oft ausgedünnt, gleichzeitig besitzen viele Haushalte Autos. Was also tun, damit Personen, die kein Auto oder andere Fortbewegungsmittel besitzen, von A nach B kommen?

Mitfahrbank in Egloffstein. Foto: Markt Egloffstein

Mitfahrbank in Egloffstein. Foto: Markt Egloffstein

Diese Frage stellte sich auch der Marktgemeinderat von Egloffstein im Frühjahr 2018. Eine mögliche Ergänzung zum öffentlichen Personennahverkehr können nach Ansicht des Gremiums unter anderem sogenannte „Mitfahrbänke“ darstellen. Die Idee dieser Mitfahrbänke stammt aus der Eifel. Bunte, jedoch einheitlich gestaltete Bänke stehen neben dazugehörenden Schilderträgern mit Wunschzielen an stark frequentierten Straßen innerhalb der Dörfer. Die einheitliche, auffallende Farbgebung und Gestaltung der Bänke sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert, wenn sich das System etabliert hat.

Nun wird das entsprechende Ziel aufgeklappt, man setzt sich und man wartet auf einen Fahrer. Am Zielort gibt es idealerweise eine „Gegenbank“, sodass eine problemlose Rückfahrt zum Ausgangsort möglich ist. Erfahrungswerte aus anderen Regionen belegen, dass die Wartezeit in der Regel weniger als 15 Minuten beträgt, bis man mitgenommen wird. So bilden sich spontane Fahrgemeinschaften.

Das „Demographie-Kompetenzzentrum Oberfranken“ veranstaltete im Frühjahr 2018 ein Fachforum zu diesem Thema, woran auch Vertreter des Marktes Egloffstein teilnahmen. Beim Demographie-Kompetenzzentrum Oberfranken handelt es sich um ein Projekt der Entwicklungsagentur Oberfranken Offensiv e. V. , welches vom Bayerischen Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat gefördert wird. Die beiden Vorsitzenden von Oberfranken Offensiv sind Frau Staatsministerin Melanie Huml und Frau Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz. Im Nachgang zum Fachforum wurde ein Vergabewettbewerb über den Gewinn von je zwei Mitfahrerbänken im Wert von jeweils rund 1.000 € für zunächst 5 Gemeinden in Oberfranken ausgelobt. Prämiert wurden die pfiffigsten und am schnellsten eingereichten Bewerbungen. Bürgermeister Förtsch führte in der Bewerbung für seine Gemeinde die Aspekte des demographischen Wandels, die Wichtigkeit der Mobilität für die ländliche Bevölkerung, die Verkehrsbedeutung des Trubachtales, die „Sandwichlage“ Egloffsteins zwischen den nahen Bahnhöfen Gräfenberg und Pretzfeld aber auch touristische Gesichtspunkte z. B. für Wanderer ins Feld. Im Juli erhielt die Gemeinde dann die freudige Nachricht, dass sie zu den Gewinnern des oberfrankenweiten Wettbewerbs gehört.

Nun konnten die Bänke, die zwischenzeitlich von der Werkstatt für behinderte Menschen der Diakonie in Himmelkron hergestellt wurden, abgeholt und in Egloffstein aufgestellt werden. Sie stehen auf gemeindeeigenen Flächen an der Talstraße in Egloffstein zwischen dem Gasthof zur Post und dem Feuerwehr- bzw. Bauhofareal. Anzeigbare Fahrziele können z. B. die beiden o. g. Bahnhöfe in Pretzfeld bzw. Gräfenberg sein, aber auch die nächstgelegenen Städte und Gemeinden wie Ebermannstadt, Forchheim, Pretzfeld und Obertrubach. Der Markt Egloffstein freut sich sehr über den Gewinn der beiden Bänke und hofft durch eine rege Inanspruchnahme und Akzeptanz eine sinnvolle Ergänzung zum öffentlichen Personennahverkehr zu schaffen.

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