Stel­lung­nah­me der BN-Orts­grup­pe Neun­kir­chen a.Br. und Umge­bung vom 07.10.2018 zum Wahl­kampf-Fly­er von Dr. Ulrich Schürr, CSU, Sept. 2018

Der Ende Sep­tem­ber 2018 in die Brief­kä­sten der Wähler*innen im Land­kreis Forch­heim ein­ge­wor­fe­ne CSU-Wahl­kampf-Fly­er von Dr. Ulrich Schürr sug­ge­riert eine enge Zusam­men­ar­beit und the­ma­ti­sche Über­ein­stim­mung mit der BN-Kreis­grup­pe Forch­heim. Unter der bebil­der­ten Über­schrift „Land­wirt­schaft, Fische­rei & Natur­schutz“ nennt Dr. Schürr „Fische­rei, Natur- und Gewäs­ser­schutz [eines sei­ner] Anlie­gen“ und bie­tet eine Art foto­gra­fi­sches „Beweis­ma­te­ri­al“.

„Der BUND [dem der BUND Natur­schutz in Bay­ern (BN) als baye­ri­scher Lan­des­ver­band ange­hört] ist ein von Poli­tik und Wirt­schaft unab­hän­gi­ger Ver­band“ (https://​www​.bund​.net/​u​e​b​e​r​-​u​ns/). Gemäß Infor­ma­ti­on der BN-Kreis­grup­pe Forch­heim wur­de das Design die­ses Fly­ers mit die­ser nicht abge­spro­chen, so dass dazu kei­ner­lei BN-Frei­ga­be vor­lag.

Im Land­kreis Forch­heim setzt sich der BN u.a. dafür ein:

  • die Natur­land­schaft bei Dormitz / Neun­kir­chen zu erhal­ten, statt die­se durch den Bau von Umfah­rungs­stra­ßen zu ver­lie­ren
  • die Natur des Wie­sent­tal abzu­si­chern und auf­zu­bau­en, statt die­se durch mehr Ver­kehr mit­tels Bau der Ost­span­ge zu zer­stö­ren
  • die Natur­re­fu­gi­en des Fließ­ge­wäs­ser Wie­sent vor unge­zü­gel­tem Kanu-Tou­ris­mus zu schüt­zen
  • die Lebens­räu­me aus Fau­na und Flo­ra – vor­an sol­che der streng geschütz­ten Arten – zu bewah­ren, statt wei­te­re Gewer­be­ge­bie­te auf der grü­nen Wie­se zuzu­las­sen
  • den Wald und die freie Land­schaft von Schutt-Abla­ge­run­gen frei zu hal­ten

Bay­ern­weit setzt sich der BN u.a. ein:

  • für den Ver­zicht auf wei­te­ren Stra­ßen­bau und Flä­chen­fraß
  • für sau­be­re Luft mit­tels Ver­kehrs­wen­de in Bay­ern – u.a. mit­tels flä­chen­decken­dem, moder­nen ÖPNV mit Anschluss­ga­ran­tie – bei mehr Enga­ge­ment der Staats­re­gie­rung
  • für die Stei­ge­rung der Arten­viel­falt, u.a. durch den Stei­ger­wald Natio­nal­park
  • für den Erhalt von Natur­schutz­ge­bie­ten, z.B. am Ried­ber­ger Horn
  • für Kli­ma­schutz u.a. mit­tels Ener­gie­wen­de, z.B. durch den Bau von Wind­kraft­an­la­gen (Abschaf­fung der 10 H- Rege­lung)
  • für die Abschaf­fung von Sub­ven­tio­nen der indu­stri­ell-kon­ven­tio­nel­len Land­wirt­schaft
  • für die Umstel­lung auf bio­lo­gi­sche Land­wirt­schaf mit regio­na­len Lebens­mit­tel und Bio­land­bau. Der Erhalt der klein­struk­tu­rier­ten bäu­er­li­chen Land­wirt­schaft unse­rer frän­ki­schen Hei­mat ist dem BN eine Her­zens­an­ge­le­gen­heit.
  • für die (auch per­so­nel­le) Stär­kung von Natur­schutz-Behör­den zur Wah­rung der Umset­zung der Natur­schutz-Zie­le
  • für den Erhalt der Wäl­der und deren öko­lo­gi­schen Umbau in Misch­wäl­der

Der BN wür­de eine Unter­stüt­zung die­ser Zie­le durch die Christ­lich-Sozia­le Uni­on (wie auch durch ande­re poli­ti­sche Par­tei­en und Insti­tu­tio­nen) über­aus begrü­ßen, sieht aber bis­her kei­ner­lei ech­te Anhalts­punk­te hier­für. Gera­de der CSU soll­te der Erhalt der Schöp­fung ober­stes Gebot sein. In Zei­ten des immer deut­li­cher sicht­bar wer­den­den Kli­ma­wan­dels mit Hin­steu­ern auf unum­kehr­ba­re Kipppunk­te, eines unge­heu­ren Arten­ster­bens und der Bedro­hung unser aller Lebens­grund­la­gen emp­fin­den wir dies als unzu­läs­si­ge und irre­füh­ren­de Ver­ein­nah­mung des BN für par­tei­po­li­ti­sche Zwecke.

gezeich­net

Bern­hard Birn­feld
1. Vor­sit­zen­der
BUND Natur­schutz in Bay­ern e.V. Orts­grup­pe Neun­kir­chen am Brand und Umge­bung

Schreibe einen Kommentar