Kli­ni­kum Forch­heim: Neu­be­ginn in der Kran­ken­haus­seel­sor­ge mit Pfar­rer Ulrich Bahr und Pasto­ral­re­fe­rent Diet­mar Denz­ler

Der 3. Sep­tem­ber ist der erste Arbeits­tag von Diet­mar Denz­ler (51). Gemein­sam mit sei­nem evan­ge­li­schen Kol­le­gen, Pfar­rer Ulrich Bahr (55), über­nimmt der katho­li­sche Pasto­ral­re­fe­rent die Kran­ken­haus­seel­sor­ge am Kli­ni­kum Forch­heim.

Die Kli­nik­seel­sor­ge ist fest in der christ­li­chen Tra­di­ti­on ver­wur­zelt und geht auf die soge­nann­ten „sie­ben Wer­ke der Barm­her­zig­keit“ zurück, die Jesus im Mat­thä­us­evan­ge­li­um nennt. Eines davon ist „Kran­ke besu­chen“ – nicht zuletzt als Zei­chen dafür, dass Gott mit Men­schen mit-lei­det.

Der Pasto­ral­re­fe­rent Diet­mar Denz­ler arbei­tet in den Pfar­rei­en St. Mar­tin, Ver­klä­rung Chri­sti und in Ker­s­bach. Dort über­nimmt er Seel­sor­ge­auf­ga­ben, wie Beer­di­gun­gen, Pfarr­brie­fe und, Got­tes­dien­ste und Reli­gi­ons­un­ter­richt. Der gebür­ti­ge Bam­ber­ger ist ver­hei­ra­tet, sei­ne Töch­ter sind 15 und 13 Jah­re alt und er wohnt in Nürn­berg. Diet­mar Denz­ler unter­streicht die öku­me­ni­sche Her­an­ge­hens­wei­se an die Kran­ken­haus­seel­sor­ge: „Das Mensch­li­che kommt zuerst.“ Er ste­he für alle Men­schen als Gesprächs­part­ner zur Sei­te, egal wel­cher Reli­gi­on die­se ange­hör­ten, so Denz­ler.

Die Got­tes­dien­ste am Kli­ni­kum hält Diet­mar Denz­ler abwech­selnd mit Pfar­rer Dr. Les­lie Oli­ver Mathi­as, der wei­ter­hin die Mess­fei­ern abhal­ten wird.

Ulrich Bahr arbei­tet seit 2012 als Pfar­rer an der Chri­stus­kir­che in Forch­heim und betreut seel­sor­ger­lich die Orte im Nor­den Forch­heims. Vor­her war er Gemein­de­pfar­rer in Erlan­gen und wech­sel­te dann in den Schul­dienst. Er ist ver­hei­ra­tet und hat drei erwach­se­ne Söh­ne. Eine Vier­tel­stel­le wid­met er dem Kli­ni­kum Forch­heim und der Kli­nik Frän­ki­sche Schweiz in Eber­mann­stadt.

Ein Gespräch kann hel­fen

Die Auf­ga­ben der Kli­nik­seel­sor­ge sind breit gefä­chert. Zual­ler­erst bie­ten bei­de Seel­sor­ger den Pati­en­ten, Ange­hö­ri­gen und Mit­ar­bei­tern des Kli­ni­kums unab­hän­gig von der Kon­fes­si­on Zeit für Ein­zel­ge­sprä­che an, in denen alles zur Spra­che kom­men kann, was den Betrof­fe­nen gera­de bewegt. Manch­mal tut es schon gut, eine Sor­ge oder Angst nur aus­ge­spro­chen zu haben, im besten Fal­le kann ein Gespräch hel­fen, die Ver­än­de­run­gen zu bewäl­ti­gen, die eine Erkran­kung mit sich bringt, und dabei auch Fra­gen wie der nach dem Sinn des Lei­dens nach­zu­ge­hen. Die gei­sti­ge Hal­tung, die reli­giö­se Dimen­si­on bringt jeder Gesprächs­part­ner sel­ber mit. Nach christ­li­chem Ver­ständ­nis ist jeder Mensch als Eben­bild Got­tes ein ein­zig­ar­ti­ges Indi­vi­du­um. Um dem gerecht zu wer­den, ori­en­tiert sich Bahr an der Metho­de der per­so­nen­zen­trier­ten Gesprächs­füh­rung des US-ame­ri­ka­ni­schen Psy­cho­the­ra­peu­ten Carl Rogers. Die Grund­hal­tung sei der Ver­such, sich in die beson­de­re Situa­ti­on des Kran­ken und sei­ne damit ver­bun­de­nen Emp­fin­dun­gen ein­zu­füh­len, die­se ihm sozu­sa­gen zu spie­geln, erläu­tert der gebür­ti­ge Bam­ber­ger. Dar­in lie­ge die Chan­ce zu einem reflek­tier­ten Umgang mit der Situa­ti­on.

Gemein­sam mit Diet­mar Denz­ler will Ulrich Bahr im kom­men­den Win­ter einen Kurs für ehren­amt­li­che Kli­nik­seel­sor­ger auf die Bei­ne stel­len. In der Kli­nik Frän­ki­sche Schweiz in Eber­mann­stadt besteht bereits ein „Besuchs­kreis“.

Alle Gesprä­che unter­lie­gen dem Seel­sor­ge­ge­heim­nis

„Wenn gewünscht, dann kom­men wir“, sagt Ulrich Bahr. Er weist dar­auf hin, dass alle Gesprä­che dem Seel­sor­ge­ge­heim­nis unter­lie­gen. Wor­te, Gesten und Ritua­le kön­nen dabei hel­fen, Leid zu tra­gen: Eine Seg­nung, ein gemein­sa­mes Gebet oder Andach­ten und Got­tes­dien­ste. „Für katho­lisch Gläu­bi­ge brin­ge ich ger­ne die Kom­mu­ni­on ans Bett. Für die Kran­ken­sal­bung wird ein prie­ster­li­cher Dienst ver­mit­telt. Die­se Pra­xis wird schon im Jako­bus­brief des Neu­en Testa­men­tes erwähnt“, ergänzt Diet­mar Denz­ler. So fin­det jede Woche don­ners­tags ab 18.30 Uhr in der Kapel­le ein halb­stün­di­ger evan­ge­li­scher Got­tes­dienst statt. Die katho­li­schen Got­tes­dien­ste sind am Mitt­woch und Sams­tag jeweils um 18 Uhr. Alle Got­tes­dien­ste wer­den auf Kanal 31 in die Pati­en­ten­zim­mer über­tra­gen.

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