Entschärft: 8000 Kilogramm Munition aus dem 2ten Weltkrieg!

Neues Kapitel für Kampfmittelräumung auf ehemaligen Sprengplatz in Rattelsdorf

BGM Bruno Kellner, Ralf Kühn (Firma GFLK), Landrat Johann Kalb. Foto: Rudolf Mader

BGM Bruno Kellner, Ralf Kühn (Firma GFLK), Landrat Johann Kalb. Foto: Rudolf Mader

Seit dem 7. Mai 2018 laufen nach intensiven Vorbereitungen auf dem ehemaligen Sprengplatz nördlich von Rattelsdorf die Arbeiten zur großflächigen Kampfmittelräumung. Eine entsprechende Vereinbarung unterzeichneten das Bayerische Staatsministerium des Innern und für Integration (StMI), das Landratsamt Bamberg und die Marktgemeinde Rattelsdorf im Rahmen einer Sitzung der Projektgruppe am Landratsamt Bamberg. „Ich freue mich, dass unsere intensiven Bemühungen und zahlreichen Gespräche letztendlich von Erfolg gekrönt sind und die Kampfmittelräumung zügig vorangeht“, so Landrat Johann Kalb. „Mein Dank geht daher an alle Beteiligten, die maßgeblich an diesem Ergebnis mitgewirkt haben.“

8.000 kg Munition aus dem 2. Weltkrieg im Jahr 2018 gefunden

Bis 19. September 2018 wurden auf der betreffenden Fläche 13 Hektar geräumt. Dabei wurden 8.000 kg scharfe Munition und 18.000 kg Metallschrott gefunden. Insgesamt waren bisher drei Sprengungen vor Ort notwendig, um die nicht mehr transportfähige Munition unschädlich zu machen. (Insgesamt 201 SD2 Bomben (Splitterbombe dickwandig), 8 HGr (Handgranaten), 1PzGr 8,8 cm (Panzergranate). Bis Ende 2018 werden die 25 ehemaligen Sprengtrichter, mit einer Tiefe von bis zu 8,50 m Metern und die engere Umgriffsfläche von rund 20 Hektar, geräumt sein.

Durchgeführt werden die Arbeiten von der Firma GfLK (Gesellschaft für Liegenschaftskonversion) aus Schorfheide. Die Gesamtkosten für die Kampfmittelräumung für den Sprengplatz Rattelsdorf belaufen sich auf ca. 3,5 Mio. € und werden nahezu vollständig vom Freistaat Bayern und dem Bund getragen. Daneben wird das Landratsamt Bamberg weiter die Sanierung des Bodens betreiben. Zunächst ist gegenüber den Grundstückseigentümern eine Anordnung ergangen, dass diese sich an der notwendigen Kampfmittelräumung zu beteiligen haben. Gleichzeitig starteten unter der Federführung von Staatssekretär Gerhard Eck, Landrat Johann Kalb, Landrat Christian Meißner und Bürgermeister Bruno Kellner intensive und letztendlich erfolgreiche Gespräche zwischen dem StMI, dem Markt Rattelsdorf und dem Landratsamt Bamberg, um einen Weg für die flächige und grundstücksübergreifende Kampfmittelräumung zu finden, ohne dabei die aktuellen Grundstückseigentümer finanziell über Gebühr zu belasten.

1.900 kg Munition aus dem 2. Weltkrieg im Herbst 2016 gefunden

Im Vorfeld der Arbeiten untersuchte das Ingenieurbüro Gartiser, German & Piewak im Auftrag des Landratsamtes Bamberg als Untere Umweltschutz-/Bodenschutzbehörde die betroffene Fläche. Dabei fand man rund 1.900 kg Munition. Dies machte eine grundlegende flächige Kampfmittelräumung notwendig. Es folgten intensive Gespräche zwischen dem Markt Rattelsdorf und dem Landratsamt Bamberg als den zuständigen Sicherheitsbehörden. Zudem wurden die betroffenen Grundstückseigentümer informiert.

Im Frühjahr 2017 wurde dann der offizielle Antrag vom Markt Rattelsdorf und dem Landratsamt Bamberg an das StMI gestellt, eine derartig großflächige Kampfmittelräumung durchzuführen und vom Bund, vertreten durch die BIMA, eine Kostenübernahmeerklärung hinsichtlich der Kampfmittelräumung einzuholen. Das StMI erklärte sich dankenswerterweise bereit, die Federführung für dieses Großprojekt zu übernehmen und ein mit Kampfmittelräumung erfahrenes Ingenieurbüro (IBH aus Weimar) für die Steuerung der Maßnahme zu beauftragen.

Darüber hinaus hat der Fachbereich Umweltschutz des Landratsamtes Bamberg gemeinsam mit dem Wasserwirtschaftsamt Kronach die bodenschutzrechtlichen Voraussetzungen abgestimmt, so dass im März 2018 die Zustimmung zur Kampfmittelräumung erteilt werden konnte. Die Koordinierung der Arbeiten und aller Beteiligten obliegt dem Geschäftsbereich Öffentliche Sicherheit und Ordnung am Landratsamt Bamberg.

Auf dem Sprengplatz wurden in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg Wehrmachtsmunition aus der Muna Breitengüßbach durch die US-Streitkräfte kampfunfähig gemacht, indem kontrollierte Sprengungen herbeigeführt worden waren. Bei diesen gezielten Explosionen waren aber nicht alle Bomben detoniert, sodass noch scharfe Kampfmittel im Ackerboden vorhanden sind. In den zurückliegenden Jahren wurde immer wieder einzelne, explosive Wehrmachtsmunition gefunden.

Zur Zeit laufen die Abstimmungen zwischen den Bewirtschaftern der landwirtschaftlichen Flächen und den beteiligten Stellen Markt Rattelsdorf, Landratsamt Bamberg und dem Ingenieurbüro IBH aus Weimar, um den weiteren Umgriff von zusätzlichen 120 Hektar bald möglichst zu sondieren und zu räumen, sodass die Arbeiten voraussichtlich im Jahr 2019 abgeschlossen werden können. Ziel dieser Absprachen ist, die Räumarbeiten und die Fruchtfolge auf den landwirtschaftlichen Flächen so abzustimmen, dass die Bewirtschaftung möglichst wenig beeinträchtigt wird.

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