Aus­stel­lung in Bay­reuth: “Die Opfer des NSU und die Auf­ar­bei­tung der Ver­bre­chen”

Inte­gra­ti­ons­bei­rat der Stadt Bay­reuth zeigt ab 25. Okto­ber Aus­stel­lungs­pro­jekt der Rechts­ex­tre­mis­mus-Exper­tin Bir­git Mair

Der Inte­gra­ti­ons­bei­rat der Stadt Bay­reuth zeigt vom 25. Sep­tem­ber bis 23. Okto­ber gemein­sam mit wei­te­ren Koope­ra­ti­ons­part­nern die Aus­stel­lung „Die Opfer des NSU und die Auf­ar­bei­tung der Ver­bre­chen“. Die Aus­stel­lung wird am Diens­tag, 25. Sep­tem­ber, um 17 Uhr, im 1. Ober­ge­schoss des RW21 offi­zi­ell eröff­net. Zur Eröff­nung spricht die Rechts­ex­tre­mis­mus-Exper­tin Bir­git Mair.

Die Aus­stel­lung wur­de in den Jah­ren 2012 und 2013 von Bir­git Mair im Auf­trag des Nürn­ber­ger Insti­tuts für sozi­al­wis­sen­schaft­li­che For­schung, Bil­dung und Bera­tung erstellt und seit­dem mehr als 160 Mal bun­des­weit gezeigt. Seit dem Früh­jahr die­ses Jah­res liegt sie in aktua­li­sier­ter Form vor. Sie setzt sich mit den Ver­bre­chen des Natio­nal­so­zia­li­sti­schen Unter­grunds (NSU) in den Jah­ren 1999 bis 2011 sowie der gesell­schaft­li­chen Auf­ar­bei­tung nach dem Auf­flie­gen der neo­na­zi­sti­schen Ter­ror­grup­pe im Novem­ber 2011 aus­ein­an­der.

Im ersten Teil wer­den die Bio­gra­fien der NSU-Opfer Enver Şimşek, Abdur­ra­him Özüd­oğ­ru, Süley­man Taş­köprü, Meh­met Tur­gut, Habil Kılıç, İsm­ail Yaşar, Meh­met Kubaşık, Theo­do­ros Boul­ga­ri­des, Halit Yozgat und Michè­le Kie­se­wet­ter dar­ge­stellt. Wei­te­re Tafeln beschäf­ti­gen sich mit den Bom­ben­an­schlä­gen in Nürn­berg und Köln sowie den Bank­über­fäl­len, bei denen unschul­di­ge Men­schen teil­wei­se lebens­be­droh­lich ver­letzt wur­den.

Der zwei­te Teil beleuch­tet das Netz­werk des NSU. Ver­bin­dun­gen neo­na­zi­sti­scher V‑Leute ver­schie­de­ner Ver­fas­sungs­schutz­be­hör­den mit den bis­her Ange­klag­ten wer­den skiz­ziert. Ana­ly­siert wer­den auch die Grün­de, war­um die Mord­se­rie lan­ge nicht auf­ge­deckt wur­de sowie der gesell­schafts­po­li­ti­sche Umgang mit dem The­men­kom­plex. Zum Schluss kom­men Ange­hö­ri­ge der Ermor­de­ten zu Wort. Eltern, Kin­der und Wit­wen berich­ten von der Zeit vor und nach dem Auf­flie­gen des NSU, kom­men­tie­ren den mitt­ler­wei­le zu Ende gegan­ge­nen Münch­ner NSU-Pro­zess und unter­zie­hen die bis­he­ri­ge Auf­klä­rung einer kri­ti­schen Beur­tei­lung.

Die Aus­stel­lungs­ma­che­rin Bir­git Mair:

Diplom-Sozi­al­wir­tin Bir­git Mair ist Mit­be­grün­de­rin des Nürn­ber­ger Insti­tuts für sozi­al­wis­sen­schaft­li­che For­schung, Bil­dung und Bera­tung e.V. (ISFBB), Co-Autorin der inter­na­tio­na­len Stu­die zu NS-Zwangs­ar­beit “Hit­lers Skla­ven” und Autorin der Bücher “Über­le­bens­be­rich­te von Josef Jaku­bo­wicz” sowie “Stra­te­gien gegen Neo­na­zis­mus und Ras­sis­mus”. Sie kon­zi­pier­te Wan­der­aus­stel­lun­gen über die Nürn­ber­ger KZ-Über­le­ben­den Franz Rosen­bach (1927–2012) und Josef Jaku­bo­wicz (1925–2013) und beglei­tet seit 2005 Holo­caust-Über­le­ben­de zu Zeit­zeu­gen­ge­sprä­chen an Schu­len. Die Rechts­ex­tre­mis­mus-Exper­tin hielt in den ver­gan­ge­nen Jah­ren bun­des­weit zahl­rei­che Vor­trä­ge über Neo­na­zis­mus und Ras­sis­mus, ver­fass­te Bro­schü­ren zu neue­ren extrem rech­ten Bewe­gun­gen und orga­ni­sier­te Fach­ta­gun­gen zum Umgang mit Neo­na­zis­mus und Ras­sis­mus.

Wei­te­re Infos im Inter­net und www​.isfbb​.de und www​.opfer​-des​-nsu​.de.

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