Solar­po­ten­zi­al­ka­ta­ster der Regi­on Bay­reuth: Solar­po­ten­zi­al des Daches online ermit­teln

Landrat Hermann Hübner und Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe gaben am 13.9.2018 den Startschuss für das Online-Solarpotenzialkataster der Region Bayreuth. Ebenfalls auf dem Bild: Edgar Müller vom Sponsor Bayernwerk Netz GmbH und Bernd Rothammel, Leiter des Klimaschutzmanagements des Landkreises.

Land­rat Her­mann Hüb­ner und Ober­bür­ger­mei­ste­rin Bri­git­te Merk-Erbe gaben am 13.9.2018 den Start­schuss für das Online-Solar­po­ten­zi­al­ka­ta­ster der Regi­on Bay­reuth. Eben­falls auf dem Bild: Edgar Mül­ler vom Spon­sor Bay­ern­werk Netz GmbH und Bernd Rot­ham­mel, Lei­ter des Kli­ma­schutz­ma­nage­ments des Land­krei­ses.

Unter www​.sola​re​-stadt​.de/​r​e​g​i​o​n​-​b​a​y​r​e​uth ist ab sofort ein Solar­po­ten­zi­al­ka­ta­ster für die Regi­on Bay­reuth abruf­bar. Haus­be­sit­zer kön­nen mit die­ser Online-Anwen­dung mit weni­gen Klicks ermit­teln, wie viel Strom oder Wär­me auf dem eige­nen Dach erzeugt wer­den kann und ob sich eine Inve­sti­ti­on in Pho­to­vol­ta­ik oder Solar­ther­mie rech­net. Dabei wird über Satel­li­ten­da­ten sogar berück­sich­tigt, ob und wie lan­ge ein Dach durch benach­bar­te Bäu­me oder Häu­ser beschat­tet wird. Ins­ge­samt umfasst das Kata­ster über 150 000 Gebäu­de in Stadt und Land­kreis Bay­reuth. Mehr als die Hälf­te davon ist für Solar­ener­gie geeig­net.

Das Solar­po­ten­zi­al­ka­ta­ster ist ein Pro­jekt der Bio­en­er­gie­re­gi­on Bay­reuth. Es wur­de geplant vom Kli­ma­schutz­ma­nage­ment des Land­krei­ses Bay­reuth und tech­nisch rea­li­siert von der tetra​eder​.solar GmbH. Das Pro­jekt wur­de ange­sto­ßen, weil Erfah­run­gen aus ande­ren Regio­nen zei­gen, dass hier­durch mehr kli­ma­freund­li­che Inve­sti­tio­nen in Solar­an­la­gen getä­tigt wer­den. Dies wie­der­um ist Vor­aus­set­zung für das Errei­chen der Kli­ma­schutz­zie­le.

Kosten­los, unver­bind­lich und unab­hän­gig

Die Infor­ma­tio­nen des Solar­ka­ta­sters sind kosten­los sowie her­stel­ler- und pro­dukt­neu­tral. Zusätz­lich zur Poten­zi­al­ana­ly­se bie­tet die Online-Anwen­dung Hin­wei­se zu Pla­nung und Bau einer Solar­an­la­ge sowie nütz­li­che Links auf wei­ter­füh­ren­de Sei­ten. Die Anwen­dung ist daher ein sehr hilf­rei­cher Aus­gangs­punkt für wei­ter­ge­hen­de Detail­pla­nun­gen.

Und so funk­tio­niert es

Das Solar­ka­ta­ster ist kom­for­ta­bel und leicht zu bedie­nen. Die in einer Kar­te ein­ge­zeich­ne­ten Gebäu­de sind je nach sola­rer Eig­nung unter­schied­lich ein­ge­färbt. Klickt man auf ein Gebäu­de, kann man Details abru­fen, z.B. zur Modul­platz­ie­rung, Spei­cher­nut­zung oder zur Wirt­schaft­lich­keits­be­rech­nung. Dabei kön­nen bequem ver­schie­de­ne Vari­an­ten durch­ge­spielt und indi­vi­du­el­le Anpas­sun­gen vor­ge­nom­men wer­den. Am Ende erhält man eine über­sicht­li­che Zusam­men­fas­sung, die auch als PDF-Doku­ment her­un­ter­ge­la­den wer­den kann.

Dächer der Regi­on haben Poten­zi­al für 100 Pro­zent rege­ne­ra­ti­ve Strom­ver­sor­gung der Regi­on Bay­reuth

Son­nen­en­er­gie steht nahe­zu unbe­schränkt zur Ver­fü­gung. Mit dem Solar­ka­ta­ster wur­de errech­net, dass auf Dächern in der Regi­on Bay­reuth jähr­lich 580 Giga­watt­stun­den Strom pro­du­ziert wer­den könn­ten. Gemein­sam mit den bereits vor­han­de­nen Wind- und Bio­mas­se­an­la­gen wäre damit eine 100-pro­zen­ti­ge Ver­sor­gung von Stadt und Land­kreis Bay­reuth mit regio­nal erzeug­tem Strom aus erneu­er­ba­ren Ener­gien mög­lich.

Aktu­ell wird das Solar­po­ten­zi­al erst zu 14 Pro­zent aus­ge­schöpft. Das Solar­ka­ta­ster soll mit sei­nen Pla­nungs­tools dazu bei­tra­gen, die­ses Poten­zi­al bes­ser zu nut­zen. Damit könn­ten jähr­lich über 200.000 Ton­nen CO2 ein­ge­spart und eine Wert­schöp­fung von über 700 Mil­lio­nen Euro erzielt wer­den.

Strom und Wär­me durch Solar­ener­gie

Solar­ener­gie kann für unter­schied­li­che Zwecke genutzt wer­den:

  • Unter Pho­to­vol­ta­ik ver­steht man die direk­te Umwand­lung des Son­nen­lich­tes in elek­tri­sche Ener­gie mit­tels Solar­zel­len. Der erzeug­te Strom kann selbst genutzt und/​oder in das Strom­netz ein­ge­speist wer­den. Für die Ein­spei­sung erhält man eine Ver­gü­tung nach dem Erneu­er­ba­ren-Ener­gien-Gesetz (EEG). Je höher der Anteil des selbst genutz­ten Stroms ist, desto mehr Ener­gie­ko­sten kön­nen ein­ge­spart wer­den. Mit einem Bat­te­rie­spei­cher kann man den tags­über erzeug­ten Strom auch abends nut­zen und so den Eigen­ver­brauchs­an­teil erhö­hen.
  • Solar­ther­mie­an­la­gen wan­deln die Ener­gie der Son­ne in Wär­me um, die zur Warm­was­ser­be­rei­tung und Hei­zungs­un­ter­stüt­zung ver­wen­det wer­den kann.

Die Nut­zung der Son­nen­en­er­gie ist in vie­len Fäl­len wirt­schaft­lich loh­nend; sie senkt die Ener­gie­ko­sten und schützt das Kli­ma. Mit Solar­ener­gie wer­den Haus­be­sit­zer unab­hän­gi­ger von fos­si­len Ener­gie­trä­gern wie Erd­öl, Erd­gas oder Koh­le und den Unwäg­bar­kei­ten der Preis­ent­wick­lung auf den glo­ba­len Märk­ten.

Die Ana­ly­se­er­geb­nis­se des Solar­ka­ta­sters beru­hen auf einem auto­ma­ti­sier­ten Ver­fah­ren, die Ergeb­nis­se die­nen also der ersten Infor­ma­ti­on; sie erset­zen aber nicht die Fach­be­ra­tung durch einen qua­li­fi­zier­ten Ener­gie­be­ra­ter oder Instal­la­teur.

Initia­to­ren und För­de­rer

Die Erstel­lung des Kata­sters wur­de finan­ziert vom Land­kreis Bay­reuth mit finan­zi­el­ler Unter­stüt­zung durch die Bay­ern­werk Netz GmbH sowie durch För­der­mit­tel des Baye­ri­schen Staats­mi­ni­ste­ri­ums für Ernäh­rung, Land­wirt­schaft und For­sten und den Euro­päi­schen Land­wirt­schafts­fonds für die Ent­wick­lung des länd­li­chen Raums (ELER). Die Pro­jekt­an­bah­nung wur­de geför­dert aus Mit­teln der Natio­na­len Kli­ma­schutz­in­itia­ti­ve. Die Kosten für den Betrieb des Kata­sters tei­len sich Stadt und Land­kreis Bay­reuth.

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