Forchheimer Generationenkochen überzeugt: Diakonie-Projekt erzielt Top-Platzierung in Berlin

"Generationenkochen" in Forchheim

„Generationenkochen“ in Forchheim

„Vom Wissen zum Handeln“ – unter diesem Titel rief das Bundeszentrum für Ernährung vergangenen Herbst deutschlandweit zu einem Ideenwettbewerb auf. Gesucht wurden Projekte rund um das Thema gesunde Ernährung im Alltag. Eine Expertenjury wählte aus 287 eingereichten Vorschlägen zehn Finalisten aus – darunter auch das Projekt „Ich-Du-Wir-Gemeinsam“ des Forchheimer Seniorenzentrums Jörg Creutzer der Diakonie Bamberg-Forchheim. Am Wochenende wurden die Finalisten in Berlin ausgezeichnet und die Gewinner-Idee aus einer Publikumsabstimmung bekannt gegeben.

Jung und Alt kochen gemeinsam

Bei dem Projekt des Diakonie-Seniorenzentrums begegnen sich Kindergartenkinder im Vorschulalter und Senioren beim Ernten, Schnippeln, Kochen und Essen in einer wertschätzenden Atmosphäre. Die Kleinen erfahren von den Senioren den Umgang mit frischen Lebensmitteln und lernen den Wert einer gesunden Ernährung kennen. Die Älteren geben ihr Wissen weiter und reaktivieren ihre Kochfertigkeiten. „Durch die gemeinsamen Aktionen wird das respektvolle Miteinander zwischen Jung und Alt gestärkt. Und es kommt jede Menge Leben ins Haus“, schmunzelt Michael Wagner, der das Projekt als Pflegedienstleiter ins Leben gerufen hat.

Finalisten in Berlin geehrt

Als Projektinitiator ist er der Einladung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft nach Berlin zur Siegerehrung gefolgt. Dort wurden am Wochenende im Rahmen des Tags der offenen Tür die zehn besten Ideen ausgezeichnet. Neben den Finalisten kürte Bundesministerin Julia Klöckner auch den Gewinner der Publikumsabstimmung. Das Rennen bei dieser Abstimmung, an der sich rund 4500 Menschen beteiligt hatten, machte die Idee „Kitchenkompass“, ein Integrationsprojekt für Flüchtlinge.

Bundesweit großes Interesse für die Idee

Enttäuscht, dass der Sieg an ein anderes Projekt ging, ist Michael Wagner nicht, schließlich haben sich bereits Nachahmer für seine Idee gefunden: „Verschiedenste Pflegeeinrichtungen aus ganz Deutschland, Pflegeschulen aus Berlin und Niedersachsen und ein Pflegeverband haben Infomaterial angefordert und sind an einer Kooperation interessiert. Einige möchten sogar nach Forchheim kommen und sich das Projekt vor Ort ansehen“, freut sich der Diakonie-Mitarbeiter. Auch in Zusammenarbeit mit dem Ministerium sind weitere Termine geplant.

Die Platzierung als eine der besten zehn Ideen im Bundeswettbewerb ist bereits die zweite Würdigung für das Projekt: 2017 wurde es mit dem Publikumspreis „Helden der Heimat“ der Adalbert-Raps-Stiftung ausgezeichnet.

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