Wohin flie­gen Bay­erns jun­ge Weißstörche?

LBV erforscht mit Satel­li­ten­sen­der Zug­ver­hal­ten von Stör­chen und poten­ti­el­le Gefah­ren auf dem Flug ins Winterquartier

Die ersten jun­gen Weiß­stör­che ste­hen bereits in den Start­lö­chern für ihre erste Rei­se von Bay­ern in das Win­ter­quar­tier. So sind die Zug­vö­gel der­zeit öfter in Grup­pen auf Feucht­wie­sen zu beob­ach­ten. Mit­hil­fe von Satel­li­ten­sen­dern will der LBV her­aus­fin­den, wohin die baye­ri­schen Jung­stör­che flie­gen. Seit 2014 wer­den des­halb regel­mä­ßig jun­ge Stör­che besen­dert. Die­ses Jahr konn­ten fünf neue Jung­stör­che mit einem Sen­der aus­ge­stat­tet wer­den. Der LBV ist nun gespannt, wel­che Rou­te und wel­ches Win­ter­quar­tier die heu­er geschlüpf­ten Stör­che auf ihrer ersten Rei­se in den Süden wäh­len. „Mit den Sen­der­stör­chen kön­nen wir ihr Ver­hal­ten auf­zeich­nen und wich­ti­ge Nah­rungs­räu­me erken­nen, genau­so aber auch poten­ti­el­le Gefah­ren auf dem Weg in die Win­ter­quar­tie­re“, erklärt die LBV-Weiß­storch­ex­per­tin Oda Wie­ding. Die Zug­rou­te der jun­gen besen­der­ten Stör­che lässt sich live ver­fol­gen unter www​.lbv​.de/​s​e​n​d​e​r​s​t​o​e​r​che.

„Erst vor kur­zem konn­ten wir im Land­kreis Pfaf­fen­ho­fen fünf jun­ge Weiß­stör­che mit Satel­li­ten­sen­der aus­stat­ten“, so die LBV-Weiß­storch­ex­per­tin Oda Wie­ding. Der Sen­der wird wie ein Ruck­sack getra­gen und wiegt nur 57 Gramm, was etwa zwei Pro­zent des Eigen­ge­wichts eines Storchs ent­spricht. Die solar­be­trie­be­nen Satel­li­ten­sen­der der neue­sten Genera­ti­on kön­nen ein Stor­chen­le­ben lang die exak­ten Auf­ent­halts­or­te, Flug­ge­schwin­dig­kei­ten, Flug­hö­hen und sogar drei­di­men­sio­na­le Beschleu­ni­gungs­da­ten auf­zeich­nen und an die Daten­bank zur Erfas­sung schicken. „Mit den Sen­der­da­ten kön­nen bei­spiels­wei­se auf den Zug­rou­ten Gefah­ren, wie nach oben geöff­ne­te Was­ser­tür­me, Strom­lei­tun­gen oder Wind­parks auf­ge­spürt und wich­ti­ge Rast­plät­ze geschützt wer­den“, so Wieding.

Schon bald wird sich der Fami­li­en­ver­band auf­lö­sen: Die jun­gen Weiß­stör­che flie­gen in den mei­sten Fäl­len vor ihren Eltern ab und schlie­ßen sich durch­zie­hen­den Trupps an. „Nach­dem die Jung­stör­che noch eini­ge Tage vor Ort die Fut­ter­su­che von den Alt­vö­geln gelernt haben, konn­ten wir bereits die ersten Aus­flü­ge in die wei­te­re Umge­bung beob­ach­ten“, erzählt die LBV-Weißstorchexpertin.

Hin­ter­grund

Mit der Besen­de­rung von acht jun­gen Weiß­stör­chen aus Fran­ken im Jahr 2014 star­te­te das Pro­jekt in enger Koope­ra­ti­on mit dem Max-Planck-Insti­tut für Orni­tho­lo­gie in Radolf­zell. 2015 und 2016 wur­den noch­mals ins­ge­samt sechs Jung­stör­che im Land­kreis Bam­berg und acht jun­ge Weiß­stör­che in Ober­bay­ern im Land­kreis Pfaf­fen­ho­fen mit einem Satel­li­ten­sen­der ausgestattet.

Mehr Infos fin­den Sie unter www​.lbv​.de/​s​e​n​d​e​r​s​t​o​e​r​che.

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