Uni­ver­si­tät Bam­berg: Aus­flug­s­tipps zu Orten geleb­ten Kulturerbes

Frän­ki­sche Feste, Bräu­che und Rituale

Auch so sieht Kulturerbe aus: Auf der Limmersdorfer Kirchweih wird die Krone einer 300 Jahre alten Linde zum Ballsaal. Quelle: Verein zur Erhaltung und Förderung der Limmersdorfer Kirchweihtradition

Auch so sieht Kul­tur­er­be aus: Auf der Lim­mers­dor­fer Kirch­weih wird die Kro­ne einer 300 Jah­re alten Lin­de zum Ball­saal. Quel­le: Ver­ein zur Erhal­tung und För­de­rung der Lim­mers­dor­fer Kirchweihtradition

Was Iden­ti­tät und Gemein­schaft stif­tet, sind häu­fig nicht die Monu­men­te und stei­ner­nen Wahr­zei­chen eines Ortes, son­dern das Leben dar­in: Bräu­che und Ritua­le. Das soge­nann­te imma­te­ri­el­le Kul­tur­er­be ist dabei eben­so schüt­zens­wert wie schutz­be­dürf­tig. Des­halb hilft eine Initia­ti­ve der UNESCO dabei, die­se Kul­tur­for­men aus­fin­dig zu machen und zu erhal­ten. Dafür wer­den sie in das Baye­ri­sche Lan­des­ver­zeich­nis für imma­te­ri­el­les Kul­tur­er­be ein­ge­tra­gen. Prof. Dr. Hei­drun Alz­hei­mer, Inha­be­rin des Lehr­stuhls für Euro­päi­sche Eth­no­lo­gie an der Uni­ver­si­tät Bam­berg und stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de des baye­ri­schen Exper­ten­gre­mi­ums für Imma­te­ri­el­les Kul­tur­er­be beim Sta­at­mi­ni­ste­ri­um für Wis­sen­schaft und Kunst, weiß, wo sol­che Schät­ze in Fran­ken zu fin­den sind und hält eini­ge Aus­flug­s­tipps für den Som­mer bereit.

Eine Beson­der­heit und Rari­tät unter den frän­ki­schen Festen ist die Lim­mers­dor­fer Kirch­weih bei Thur­nau, die vom 25. bis 28. August 2018 statt­fin­det. Seit 1729 tan­zen und musi­zie­ren die Men­schen dort all­jähr­lich in der Kro­ne einer nun über 300 Jah­re alten Lin­de. Die­ser geleb­te Brauch ist sel­ten gewor­den, denn nur noch sehr weni­ge Tanz­lin­den sind gut erhal­ten. „Tanz­lin­den erkennt man an ihren im Wuchs gelenk­ten Ästen, die ein säu­len­ge­stütz­tes Podi­um tra­gen kön­nen“, erklärt Hei­drun Alz­hei­mer. „Die Ver­bin­dung von Natur‑, Archi­tek­tur- und Kul­tur­gut ist dabei ein­zig­ar­tig.“ Fast zeit­gleich, vom 24. bis zum 27. August, begeht auch das im Land­kreis Kulm­bach gele­ge­ne Lan­gen­stadt sein Kirch­weih­fest rings um sei­ne Tanzlinde.

Vom 29. Sep­tem­ber bis zum 14. Okto­ber wird in Fürth die Michae­lis­kirch­weih gefei­ert. Dazu gehö­ren ein über­kon­fes­sio­nel­ler Fest­got­tes­dienst, ein Kirch­weih­markt und ein im Fern­se­hen über­tra­ge­ner Ern­te­dank­um­zug. Die Für­ther Kirch­weih gilt als beson­ders bedeu­ten­des Bei­spiel einer frän­ki­schen Stadt­kirch­weih mit einer lan­gen histo­ri­schen Tradition.

Weil man nicht auf allen Kirch­wei­hen gleich­zei­tig tan­zen kann, gibt es in der aktu­el­len Aus­ga­be des For­schungs­ma­ga­zins der Uni­ver­si­tät Bam­berg „uni.vers“ (Mai 2018) einen aus­führ­li­chen Arti­kel über die­se und wei­te­re Bräu­che und Ritua­le sowie das Lan­des­ver­zeich­nis für imma­te­ri­el­les Kul­tur­er­be mit in Fran­ken behei­ma­te­ten Kul­tur­phä­no­me­nen zum Nach­le­sen: https://​www​.uni​-bam​berg​.de/​u​n​i​v​e​r​s​-​f​o​r​s​c​h​u​n​g​/​2​0​18/.

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