Anna­fest-Abschluß­be­richt der PI Forchheim

Die Poli­zei­in­spek­ti­on Forch­heim zieht für das dies­jäh­ri­ge Anna­fest fol­gen­de Bilanz:

Ins­ge­samt war die Poli­zei mit rund 175 Ein­sät­zen heu­er deut­lich öfter gefor­dert als im Vor­jahr, wenn­gleich man bei der Viel­zahl an Fest­be­su­chern immer noch von einem fried­li­chen Fest­ver­lauf spre­chen kann. Neben Hil­fe­lei­stun­gen, streit­schlich­ten­den Maß­nah­men und Erhö­hung der sicht­ba­ren Poli­zei­prä­senz, bil­de­ten diver­se Ord­nungs­stö­run­gen und Auf­nah­men von Straf­ta­ten die Einsatzschwerpunkte:

Sta­ti­stik (Aus­zug) Stand 31.07.2018, 14.00 Uhr: (Vor­jah­res­zah­len in Klammern)

  • Kör­per­ver­let­zun­gen: 18 (15)
  • Raub: 1 (1)
  • Dieb­stahl: 4 (6)
  • Belei­di­gun­gen: 5 (13)
  • Sach­be­schä­di­gun­gen: 8 (9)
  • Trun­ken­heits­fahr­ten: 1 (4)
  • Anna­fest­ver­ord­nung: 5 (4) mit Ver­war­nungs­geld geahn­det, ohne Belehrungen
  • Gewahrs­am­nah­men: 20 (23)

Die Kör­per­ver­let­zungs­de­lik­te sind zwar leicht ange­stie­gen, in den mei­sten Fäl­len wur­den die Kon­tra­hen­ten jedoch nicht schwer ver­letzt. Die unrühm­li­che Aus­nah­me in die­sem Delikts­be­reich bil­det eine gefähr­li­che Kör­per­ver­let­zung, bei der ein 27-jäh­ri­ger einem 16-jäh­ri­gen unver­mit­telt einen 0,5 l‑Krug ins Gesicht schlug und die­sen dabei – wie bereits berich­tet – nicht uner­heb­lich ver­letz­te. Über einen Über­griff durch zwei bis­lang unbe­kann­te Täter, in des­sen Fol­ge der Geschä­dig­te übel zusam­men­ge­schla­gen wur­de und anschlie­ßend Geld­beu­tel und Han­dy fehl­ten berich­te­ten wir eben­falls bereits.

Auf­fäl­lig war die Zahl von Aggres­si­ons­de­lik­ten gegen Poli­zei­be­am­te. Die­ses Jahr wur­den ins­ge­samt 6 Fäl­le in die­sem Phä­no­me­n­be­reich auf­ge­nom­men, vier Poli­zei­be­am­te wur­den dabei leicht ver­letzt. Auch die Mit­ar­bei­ter des Sicher­heits­dien­stes sowie die Ret­tungs­kräf­te klag­ten über man­geln­den Respekt und zuneh­men­de Aggres­si­vi­tät. Ein Arzt und drei Kran­ken­schwe­stern wur­den von einem betrun­ke­nen Anna­fest-Besu­cher wäh­rend sei­ner „Anschluß­be­hand­lung“ kör­per­lich und ver­bal angegangen.

Wei­ter­hin kam es zu sechs sexu­ell moti­vier­ten Straf­ta­ten. Hier­bei wur­den Anna­fest­be­su­che­rin­nen an den Brü­sten oder aber auch am Gesäß über der Klei­dung unsitt­lich berührt. Zwei Straf­tä­ter konn­te die Poli­zei bereits ermitteln.

Auch die­ses Jahr muss­ten wie­der Sach­be­schä­di­gun­gen ver­zeich­net wer­den. Wäh­rend im letz­ten Jahr vor­wie­gend Zäu­ne und Pkw ange­gan­gen wur­den, kam es heu­er zu Beschä­di­gun­gen von Klei­dungs­stücken, Bril­len und ande­ren per­sön­li­chen Gegen­stän­den im Rah­men von Aus­ein­an­der­set­zun­gen und Streitigkeiten.

Ins­ge­samt for­der­ten zahl­rei­che, teil­wei­se stark alko­ho­li­sier­te, Fest­be­su­cher der Poli­zei und den Mit­ar­bei­tern des Sicher­heits­dien­stes viel Fin­ger­spit­zen­ge­fühl, aber auch nach­hal­ti­ges Vor­ge­hen ab. In den mei­sten Fäl­len blieb es bei Beleh­run­gen, aller­dings muss­ten 20 Per­so­nen in Gewahr­sam genom­men wer­den. Vier­zig wei­te­ren Per­so­nen wur­de für den jeweils lau­fen­den Anna­fest-Tag ein Platz­ver­weis erteilt wer­den. Vier Män­nern wur­de ein „Anna­fest­ver­bot“ aus­ge­spro­chen, mit dem den Stö­ren­frie­den das Betre­ten des Fest­ge­län­des für die Rest­dau­er des Anna­fe­stes ver­bo­ten wur­de. (Auch dar­über berich­te­ten wir bereits.) Dar­über hin­aus wur­den mit vier poli­zei­be­kann­ten Aggres­so­ren im Vor­feld klä­ren­de und deut­li­che Gesprä­che geführt, daß ein Fehl­ver­hal­ten ihrer­seits nicht gedul­det wird und sofort ein „Anna­fest­ver­bot“ nach sich zie­hen wür­de. Die­se vier Per­so­nen ver­hiel­ten sich dar­auf­hin auch unauffällig.

Die Über­wa­chung des Jugend­schut­zes erfolg­te auch die­ses Jahr in enger Zusam­men­ar­beit mit dem Jugend­amt Forch­heim. Auch die Mit­ar­bei­ter der Sicher­heits­wacht Forch­heim, die vor allem in den Nach­mit­tags­stun­den ein­ge­setzt waren, lei­ste­ten erneut einen wert­vol­len Bei­trag für ein siche­res Annafest.

Resü­mie­rend kann fest­ge­stellt wer­den, dass das Anna­fest, gemes­sen an der Viel­zahl der Besu­cher, über­wie­gend gesel­lig gefei­ert wur­de. Die Unver­nunft eini­ger Weni­ger beschäf­tig­te den­noch immer wie­der die Polizei.

Letzt­end­lich war das Zusam­men­wir­ken aller am Fest betei­lig­ten Orga­ni­sa­tio­nen und das Enga­ge­ment ihrer Mit­ar­bei­ter der Garant, dass tau­sen­de Besu­cher die­ses schö­ne Fest genie­ßen konnten.

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