Schie­nen­pro­jek­te schnel­ler umset­zen: Für IHK und HWK sind die feh­len­den Pla­nungs- und Bau­fort­schrit­te inakzeptabel

Acht frän­ki­sche Wirt­schafts­kam­mern haben sich zu einer Koope­ra­ti­on zusam­men­ge­schlos­sen und ihre ver­kehrs­po­li­ti­sche For­de­run­gen in einem „12-Punk­te Pro­gramm Ver­kehr“ ver­öf­fent­licht. Das For­de­rungs­pa­pier bringt die wesent­li­chen Ver­kehrs­pro­jek­te für Stra­ße, Schie­ne, Was­ser und Luft in Fran­ken auf den Punkt. Aus Sicht der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth und der Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken sind es gera­de die schlep­pend vor­an­ge­hen­den Schie­nen­pro­jek­te, die drin­gend beschleu­nigt und umge­setzt wer­den müssen.

Austausch auf der ersten Verkehrskonferenz Franken für alle ein Erfolg:  Markus Lötzsch, Ulrich Schaller, Prof. Dr. Elmar Forster, Markus Greber, Dr. Klaus D. Mapara, Steffen Bilger, Wolfram Brehm, Ilse Aigner, Klaus-Dieter Josel, Björn Cukrowski, Michael Möschel, Frank Weth, Walter Heußlein und Dirk von Vopelius.

Aus­tausch auf der ersten Ver­kehrs­kon­fe­renz Fran­ken für alle ein Erfolg: Mar­kus Lötzsch, Ulrich Schal­ler, Prof. Dr. Elmar For­ster, Mar­kus Gre­ber, Dr. Klaus D. Mapa­ra, Stef­fen Bil­ger, Wolf­ram Brehm, Ilse Aigner, Klaus-Die­ter Josel, Björn Cukrow­ski, Micha­el Möschel, Frank Weth, Wal­ter Heuß­lein und Dirk von Vopelius.

Die Vor­stel­lung des For­de­rungs­pa­piers erfolg­te anläss­lich der ersten Ver­kehrs­kon­fe­renz Fran­ken in Nürn­berg. Dort erläu­ter­ten die Wirt­schafts­ver­tre­ter der Baye­ri­schen Ver­kehrs­mi­ni­ste­rin Ilse Aigner und dem Par­la­men­ta­ri­schen Staats­se­kre­tär im Bun­des­mi­ni­ste­ri­um für Ver­kehr und digi­ta­le Infra­struk­tur, Stef­fen Bil­ger, ihre Lösungs­vor­schlä­ge für eine opti­ma­le Ver­kehrs­in­fra­struk­tur in Fran­ken. Für die Ver­an­stal­tung wur­de das erst­mals 2007 erar­bei­te­te 12-Punk­te Pro­gramm neu erstellt und den rund 100 Gästen als Bro­schü­re präsentiert.

Zu eini­gen Pro­jek­te gab es auf­grund guter Bau­fort­schrit­te durch­aus Lob der Wirt­schafts­ver­tre­ter. Dazu zäh­len die A 3 zwi­schen Aschaf­fen­burg und Würz­burg, die bereits zu 80 Pro­zent fer­tig­ge­stellt ist, die aus­ge­bau­te A 6 im Süden Nürn­bergs und die seit Ende 2017 in Betrieb genom­me­ne ICE-Neu­bau­strecke Nürn­berg –Erfurt-Ber­lin. Auch in Ober­fran­ken gibt es bei Stra­ßen­pro­jek­ten zum Teil gute Fortschritte.

Anders sieht es im Bereich der Schie­ne aus, bei der von der Wirt­schaft ein unzu­rei­chen­der Umset­zungs­grad und eine feh­len­de Prio­ri­tä­ten­set­zung bemän­gelt wur­den. „Vor allem die feh­len­den Pla­nungs- und Bau­fort­schrit­te bei über­re­gio­na­len Schie­nen­pro­jek­ten sind für uns Unter­neh­mer inak­zep­ta­bel“, so IHK-Vize­prä­si­dent Micha­el Möschel.

Unzu­frie­den ist die Wirt­schaft nach sei­nen Wor­ten sowohl mit dem Pla­nungs­ho­ri­zont für die „Fran­ken-Sach­sen-Magi­stra­le“ Nürn­berg – Markt­red­witz – Dresden/​Prag, als auch für die Ost­bay­ern­li­nie Hof – Regens­burg. „Die Bahn kommt bei die­sen Pro­jek­ten nicht vor­an, will nicht vor­an­kom­men und nennt Rea­li­sie­rungs­zeit­punk­te, die Jahr­zehn­te ent­fernt sind. Hier ist poli­ti­sche Tat­kraft gefragt“, betont Möschel.

Die im For­de­rungs­pa­pier dar­ge­stell­ten Pro­jek­te, dar­un­ter neben den genann­ten Schie­nen­pro­jek­ten auch die Erhö­hung der Lei­stungs­fä­hig­keit der A73 zwi­schen Nürn­berg und Forch­heim und die Fer-tig­stel­lung der ICE-Tras­se Nürn­berg-Ber­lin, sind von gro­ßer Bedeu­tung für die Wirt­schaft, wie Tho­mas Zim­mer, Prä­si­dent der Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken, betont: „Ins­be­son­de­re der Strecken­ab­schnitt Forch­heim Süd bis zum Auto­bahn­kreuz Fürth/​Erlangen auf der A73 ist auf­grund der hohen Bela­stun­gen und lan­gen Stau­zei­ten ein Pro­blem für die ansäs­si­gen Betrie­be und Ar-beit­neh­mer. Dass das Pro­jekt mit „kein Bedarf“ im Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan bewer­tet wur­de, ist für uns nicht nach­zu­voll­zie­hen. Im Bereich der Schie­ne gilt das glei­che für die „Ober­fran­ken­ach­se“: Die Wirt­schaft braucht die Hoch­stu­fung in den Vor­dring­li­chen Bedarf!“

Ver­kehrs­mi­ni­ste­rin Aigner wür­dig­te das von den frän­ki­schen Wirt­schafts­kam­mern ent­wickel­te 12-Punk­te-Pro­gramm. Sie bekräf­ti­ge, dass der Aus­bau der Ver­kehrs­in­fra­struk­tur in Nord­bay­ern ein zen­tra­les Anlie­gen sei – sowohl für die Wirt­schaft als auch für die Baye­ri­sche Staats­re­gie­rung und ins­be­son­de­re für das neu geschaf­fe­ne Ver­kehrs­mi­ni­ste­ri­um. „Wir wol­len eine opti­ma­le Ver­kehrs­in­fra­struk­tur in allen Regio­nen Bay­erns“, beton­te Aigner. „Dass gera­de Nord­bay­ern im Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan 2030 ein Schie­nen-Schwer­punkt ist, ist ein wich­ti­ger Schritt in die rich­ti­ge Richtung.“

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