40-Ton­nen-Koloss in Unter­haid bringt Ener­gie für 8.000 Heizlüfter

Süd­west­lich von Unter­haid (Land­kreis Bam­berg, Ober­fran­ken) errich­tet der regio­na­le Netz­be­trei­ber Bay­ern­werk ein neu­es Umspann­werk. Am Diens­tag ist mit dem rund 40 Ton­nen schwe­ren Netz­trans­for­ma­tor das Herz­stück der neu­en Anla­ge gelie­fert und mon­tiert wor­den. Not­wen­dig gewor­den ist das neue Umspann­werk im Gemein­de­be­reich von Ober­haid durch den star­ken Zuwachs an erneu­er­ba­ren Ener­gien in der Regi­on. Das Bay­ern­werk inve­stiert rund 2,5 Mil­lio­nen Euro. Die Arbei­ten dau­ern bis vor­aus­sicht­lich Herbst kom­men­den Jahres.

Südwestlich von Unterhaid im Landkreis Bamberg baut das Bayernwerk ein neues Umspannwerk. Mit dem rund 40 Tonnen schweren Netztransformator wurde das Herzstück der neuen Anlage geliefert. Foto: Matthias Hoch / Bayernwerk AG

Süd­west­lich von Unter­haid im Land­kreis Bam­berg baut das Bay­ern­werk ein neu­es Umspann­werk. Mit dem rund 40 Ton­nen schwe­ren Netz­trans­for­ma­tor wur­de das Herz­stück der neu­en Anla­ge gelie­fert. Foto: Mat­thi­as Hoch / Bay­ern­werk AG

Nach dem Schwer­trans­port aus Bam­berg am Vor­abend haben Mit­ar­bei­ter einer Spe­zi­al­fir­ma den 110-kV-Tra­fo am Diens­tag, 24. Juli, auf der Bau­stel­le des Umspann­werks Unter­haid über ein Schie­nen­sy­stem an sei­nen end­gül­ti­gen Bestim­mungs­ort manö­vriert. „Der Netz­tra­fo ist rund 40 Ton­nen schwer, weil er neben meh­re­ren Ton­nen Kern­blech und Kup­fer auch noch etwa neun Ton­nen Iso­lier­öl ent­hält“, erklärt Ele­na Fuchs, Pro­jekt­lei­te­rin des Bay­ern­werks. Doch nicht nur das Gewicht des Tra­fos ist beein­druckend, auch die Lei­stung von 16 Mega­volt­am­pere kann sich sehen las­sen. „Das ent­spricht etwa der Lei­stung von 8.000 han­dels­üb­li­chen Heiz­lüf­tern“, erläu­tert Ele­na Fuchs. Der Trans­for­ma­tor ist das Herz­stück eines Umspann­werks. „Im Tra­fo wird der Strom von einer Span­nungs­ebe­ne auf die ande­re umge­wan­delt“, so Ele­na Fuchs.

Das neue Umspann­werk Unter­haid soll künf­tig die 110-Kilo­volt-Hoch­span­nungs­ebe­ne mit der 20-Kilo­volt-Mit­tel­span­nungs­ebe­ne ver­bin­den. Neben dem 110-kV-Trans­for­ma­tor- und einem Hoch­span­nung-Lei­tungs­feld wird in einem Betriebs­ge­bäu­de auf dem Gelän­de zusätz­lich eine 20-Kilo­volt-Schalt­an­la­ge errich­tet. Hin­zu kom­men zwei neue Elek­tri­zi­täts­spu­len, die in der Vor­wo­che gelie­fert wurden.

Zwi­schen dem neu­en Betriebs­ge­bäu­de und einem bestehen­den Gebäu­de rich­tet die Bay­ern­werk Netz­über­gangs­wei­se Pro­vi­so­ri­en ein. Ins­ge­samt inve­stiert Bay­erns größ­ter regio­na­ler Ver­teil­netz­be­trei­ber zur Anbin­dung an die vor­bei­lau­fen­de 110-Kilo­volt-Hoch­span­nungs­lei­tung „Bam­berg Nord – Elt­mann rund 2,5 Mil­lio­nen Euro in den neu­en Kno­ten­punkt des ober­frän­ki­schen Stromnetzes.

Bis vor­aus­sicht­lich Okto­ber 2019 wer­den die Bau­ar­bei­ten für das neue Umspann­werk auf der grü­nen Wie­se vor den Toren Unter­haids andau­ern. Wegen der sen­si­blen Lage des Gelän­des in einem Hoch­was­ser­schutz­ge­biet kön­nen Bau­ver­zö­ge­run­gen nicht aus­ge­schlos­sen wer­den. Not­wen­dig gewor­den ist das neue Umspann­werk durch den star­ken Zuwachs an erneu­er­ba­ren Ener­gien in der Regi­on, vor allem einem regel­rech­ten Pho­to­vol­ta­ik-Boom in den ver­gan­ge­nen Jah­ren: Seit 2010 hat sich die instal­lier­te Lei­stung von Pho­to­vol­ta­ik-Anla­gen im Umland nahe­zu ver­dop­pelt. Mit dem neu­en Umspann­werk stärkt das Bay­ern­werk vor­aus­schau­end die Ver­sor­gungs­si­cher­heit der Region.

Im gesam­ten Bay­ern­werk-Netz­ge­biet spei­sen mitt­ler­wei­le mehr als 265.000 rege­ne­ra­ti­ve Erzeu­gungs­an­la­gen Strom ein. Lei­stung, Ener­gie­men­gen und der Strom­aus­tausch zwi­schen den ver­schie­de­nen Span­nungs­ebe­nen errei­chen heu­te Höchst­wer­te. Maß­geb­lich für einen siche­ren Netz­be­trieb sind des­halb unter ande­rem lei­stungs­fä­hi­ge Umspann­wer­ke. Sie bil­den die Brücke zwi­schen den ver­schie­de­nen Spannungsebenen.

Hin­ter­grund

Die Strom­ver­sor­gung in Deutsch­land erfolgt über vier Netz­ebe­nen: die Höchst‑, Hoch‑, Mit­tel- und Nie­der­span­nung. Die Höchst­span­nungs­ebe­ne (380 Kilo­volt) wird in wei­ten Tei­len Bay­erns durch die in Bay­reuth ansäs­si­ge Ten­neT betrie­ben. Die Bay­ern­werk Netz GmbH ist für das soge­nann­te Ver­teil­netz ver­ant­wort­lich und betreibt die Hoch- (110 Kilo­volt), Mit­tel- (20 Kilo­volt) und Niederspannungsebenen.

Die vier Netz­ebe­nen sind mit dem Stra­ßen­ver­kehr ver­gleich­bar: Die Höchst­span­nung gleicht dabei der Auto­bahn (Ten­neT), die Hoch­span­nung der Bun­des­stra­ße, die Mit­tel­span­nung der Land­stra­ße und die Nie­der­span­nung der Gemein­de­stra­ße, die bis zum Haus­halt und Betrieb führt (Bay­ern­werk). Ein Umspann­werk ist in die­sem Bild die Ab- und Zufahrt zu zwei ver­schie­de­nen Netz­ebe­nen. Die Umspann­wer­ke des Bay­ern­werks ver­bin­den in der Regel die Hoch- und Mit­tel­span­nungs­ebe­ne. Von der Mit­tel- zur Nie­der­span­nungs­ebe­ne erfolgt die Ver­bin­dung mit­tels Trafostationen

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