Aus­ge­setz­te Tie­re gefähr­den hei­mi­sche Artenvielfalt

Urlaubs­pla­nung für Haus­tie­re recht­zei­tig vor den Feri­en klä­ren – Aus­ge­setz­te Gold­fi­sche ver­drän­gen hei­mi­sche Tierarten

Wohin mit dem Haus­tier in den Som­mer­fe­ri­en? Vor dem Urlaub suchen vie­le Men­schen hän­de­rin­gend nach einer net­ten Nach­ba­rin oder einem hilfs­be­rei­ten Nach­barn, der Gold­fisch, Schild­krö­te oder Ham­ster für eini­ge Wochen ver­sorgt. Da sich vie­le Haus­tier­hal­ter nicht recht­zei­tig dar­um küm­mern, steigt gera­de zu Beginn der Feri­en­zeit die Anzahl der Tie­re, die die hei­mi­sche Arten­welt unfrei­wil­lig ergän­zen und dabei teils ernst­haft gefähr­den. „Kurz vor der Abrei­se in den Urlaub wer­den im Frei­staat auch Haus­tie­re wie Gold­fisch oder Schild­krö­te flugs aus­ge­wil­dert und rich­ten dann gro­ßen Scha­den unter den hei­mi­schen Tier­ar­ten an“, erklärt LBV-Pres­se­spre­cher Mar­kus Erlwein.

Der LBV warnt davor, exo­ti­sche Arten im Frei­land aus­zu­set­zen, weil sie die gewach­se­nen Öko­sy­ste­me durch­ein­an­der­wir­beln kön­nen. Ein Bei­spiel dafür sind Aqua­ri­en­fi­sche wie Kois oder Gold­fi­sche, die mit­un­ter in Gewäs­sern aus­ge­setzt wer­den, wenn es zuhau­se zu eng wird oder es kei­ne Urlaubs­be­treu­ung gibt. Die hüb­schen Schwim­mer rich­ten dort immensen Scha­den an, warnt der LBV. „Gold­fi­sche ver­meh­ren sich rasant und fres­sen Kaul­quap­pen und Molchlar­ven. Man­gels natür­li­cher Fein­de ver­drän­gen sie Amphi­bi­en und gefähr­den so bedroh­te Arten wie Kammmolch oder Laub­frosch“, erklärt Erlwein.

„Wer Gold­fi­sche vor dem Som­mer­ur­laub gedan­ken­los oder mut­wil­lig ein­fach in einem grö­ße­ren Wei­her oder Tüm­pel aus­setzt, scha­det mit die­ser falsch ver­stan­de­nen Tier­lie­be unse­ren hei­mi­schen Tier­ar­ten“, warnt der LBV-Spre­cher. Gold­fi­sche sind Alles­fres­ser die sich von Eiern, Lar­ven sowie wich­ti­gen Klein­tie­ren ernäh­ren. Was­ser­flö­he zum Bei­spiel, wel­che das Was­ser durch stän­di­ges Fil­tern säu­bern, wer­den von den Gold­fi­schen in gro­ßer Zahl gefres­sen. Die­ser Vor­gang geht schlei­chend vor sich. „Sind sie erst ein­mal in einem Gewäs­ser frei­ge­setzt, ist es sehr auf­wän­dig, alle Gold­fi­sche wie­der her­aus­zu­be­kom­men“, sagt Erlwein.

Das Aus­set­zen von Tie­ren ist auch aus Tier­schutz­grün­den abzu­leh­nen. Denn für die aller­mei­sten aus­ge­setz­ten exo­ti­schen Tie­re endet der Kon­takt mit der baye­ri­schen Natur spä­te­stens im fro­sti­gen Win­ter töd­lich. Der LBV rät: Die Urlaubs­fra­ge soll­te am besten geklärt wer­den, bevor man in die Zoo­hand­lung, zu einem Züch­ter oder ins Tier­heim fährt, um sich ein Haus­tier zu holen. Dann beginnt der Urlaub auch ganz ent­spannt und ohne die lei­di­ge Fra­ge, wer das Haus­tier dies­mal versorgt.

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