Blick über den Zaun: Steinkohle-Geotop in Stockheim für seine Einzigartigkeit prämiert

Bayerns Repräsentant für das Gestein des Jahres 2018 ist das Steinkohle-Geotop im oberfränkischen Stockheim (Lkr. Kronach)

Dies gab Dr. Roland Eichhorn, Leiter des Geologischen Dienstes am Bayerischen Landesamt für Umwelt, anlässlich der Prämierung bekannt. „Stockheim ist der einzige Ort in ganz Bayern, in dem das schwarze Gold, die Steinkohle, für Besucher unmittelbar an der Erdoberfläche freigelegt ist.“ Auf dem Gelände der ehemaligen Katharinenzeche wurde die Steinkohle durch den Förderverein Bergbaugeschichte Stockheim/Neuhaus e. V. und die Gemeinde Stockheim aufwändig frei gegraben und als Ausflugsziel und Lernort gestaltet. Zusammen mit dem vom Geopark Schieferland eröffneten „Bergbau-Erlebnispfad Dachsbau“ wird die Bergbaugeschichte Stockheims erlebbar gemacht und bietet ein faszinierendes Ausflugsziel für Erwachsene und Kinder.

Im Frankenwald bei Stockheim befanden sich die wichtigsten Steinkohle-Bergwerke Bayerns. Im letzten und bedeutendsten Bergwerk, der Katharinenzeche, wurde 200 Jahre lang, von 1756 bis 1968, Kohle gefördert.

Flyer „Stockheimer Steinkohle – Gestein des Jahres 2018“: https://www.bestellen.bayern.de/shoplink/lfu_bod_00131.htm

Weitere Informationen zum „Gestein des Jahres“ finden sich unter http://www.lfu.bayern.de/geologie/gestein_des_jahres/index.htm

Hintergrundinformation zur Entstehung der Steinkohle

Kohle entsteht aus abgestorbenen Pflanzen. Im warmen und feuchten Gewächshausklima des Karbon vor rund 305 Millionen entstanden im heutigen Mitteleuropa Urwälder mit üppiger Vegetation. Abgestorbene Pflanzen und umgeknickte Baumriesen versanken in den weit verbreiteten Sümpfen. Unter Wasser konnten sie wegen des fehlenden Sauerstoffs nicht verfaulen – so entstand Torf. Damit aus Torf Kohle wird, braucht es hohe Drücke und Temperaturen. Diese entstanden im Inneren des variszischen Gebirges, das durch die Kollision von Ur-Afrika mit Ur-Europa entstand. Der Torf wurde zunächst zu Braunkohle und schließlich zur energetisch wertvolleren Steinkohle.

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