Vor­trag “Bla­sen­schwä­che beim Mann” im Forch­hei­mer Klinikum

Dr. med. Torsten Rith. @Klinikum Forchheim / Karl Quin

Dr. med. Tor­sten Rith. @Klinikum Forch­heim / Karl Quin

Im Rah­men der Vor­trags­rei­he der Freun­de und För­de­rer des Kli­ni­kums Forch­heim e.V. sprach der Uro­lo­ge Dr. med. Tor­sten Rith über die „Bla­sen­schwä­che“ beim Mann, genau­er: über die ver­lo­ren gegan­ge­ne Fähig­keit, Urin ver­lust­frei in der Harn­bla­se zu spei­chern und selbst Ort und Zeit­punkt der Ent­lee­rung zu bestim­men sowie über die durch eine Schwä­che des Bla­sen­mus­kels beding­te Unfä­hig­keit, die Harn­bla­se voll­stän­dig zu entleeren.

Die Sym­pto­me sind viel­fäl­tig: Einer­seits kann das Was­ser­las­sen selbst pro­ble­ma­tisch sein, wenn etwa der Harn­strahl abge­schwächt ist oder der Vor­gang viel län­ger dau­ert als nor­ma­ler­wei­se. Ande­rer­seits berei­tet das Spei­chern des Urins Schwie­rig­kei­ten: ver­mehr­tes nächt­li­ches Was­ser­las­sen, über­fall­ar­ti­ger, unwill­kür­li­cher Harn­drang und Bren­nen beim Was­ser­las­sen sind eini­ge der Krank­heits­zei­chen. Gesund­heits­schä­di­gend ent­wickelt sich die Erkran­kung dann, wenn der Urin gar nicht mehr ablau­fen kann: eine Harn­ver­hal­tung ist äußerst schmerz­haft, eine Über­lauf­bla­se und ein fol­gen­der Harn­stau kön­nen zu einer Beein­träch­ti­gung der Nie­ren­funk­ti­on führen.

Ursa­che – Ver­grö­ße­rung der Prostata

Die häu­fig­ste Ursa­che für die­se Beschwer­den ist eine gut­ar­ti­ge Ver­grö­ße­rung der Pro­sta­ta, an der die Hälf­te aller Män­ner über fünf­zig lei­den. Mit fort­schrei­ten­dem Alter nimmt die Zahl der Betrof­fe­nen noch wei­ter zu. Das gut­ar­ti­ge Bin­de­ge­we­be drückt dabei die Harn­röh­re zu. Mit zuneh­men­der Enge gelingt es dem Bla­sen­mus­kel immer weni­ger, den Urin voll­stän­dig zu entleeren.

Medi­ka­men­tö­se und ope­ra­ti­ve Therapien

Nach einer aus­führ­li­chen Dia­gno­stik, bei der auch eine Tumor­bil­dung aus­ge­schlos­sen wird, bie­ten sich medi­ka­men­tö­se oder ope­ra­ti­ve The­ra­pien an. Soge­nann­te Alpha-Blocker lockern die Mus­ku­la­tur um die Harn­röh­re, der Über­gang von der Bla­se in die Harn­röh­re wei­tet sich. Dadurch wird der Harn­strahl kräf­ti­ger und die Bla­se kann sich wie­der bes­ser ent­lee­ren. Fünfal­pha-Redukta­se-Hem­mer las­sen das Bin­de­ge­we­be in der Pro­sta­ta inner­halb eines hal­ben Jah­res schrump­fen, dadurch wird die Harn­röh­re wie­der wei­ter. Das unwill­kür­li­che Zusam­men­zie­hen des Bla­sen­mus­kels wird durch die Ein­nah­me von Anti­cho­li­ner­gi­ka unter­drückt. Die im Kli­ni­kum Forch­heim am häu­fig­sten ange­wand­te ope­ra­ti­ve The­ra­pie ist ein mini­mal-inva­si­ver Ein­griff durch die Harn­röh­re. Bei der Tran­sur­ethra­len Resek­ti­on der Pro­sta­ta, die zu den häu­fig­sten uro­lo­gi­schen Ope­ra­tio­nen gehört und allein in Deutsch­land 75.000 Mal pro Jahr durch­ge­führt wird, wird das erkrank­te Gewe­be aus der Pro­sta­ta abge­tra­gen. Abschlie­ßend wird das abge­ho­bel­te Gewe­be aus­ge­spült. Bis zu vier Tage nach der Ope­ra­ti­on wird die Wund­flä­che über einen Kathe­ter gespült. Nach sechs bis acht Wochen hat sich die Schleim­haut der Harn­röh­re wie­der erholt, so dass nun zwi­schen Bla­se und Schließ­mus­kel eine kugel­för­mig erwei­ter­te Harn­röh­re inner­halb der Pro­sta­ta vorliegt.

„Die tran­sur­ethra­le Resek­ti­on ist der Gold­stan­dard in der ope­ra­ti­ven The­ra­pie der gut­ar­ti­gen Pro­sta­ta­ver­grö­ße­rung“, betont Dr. Rith. Der Erfolg die­ser Behand­lung ist sofort spür­bar: Da das Abfluss-Hin­der­nis augen­blick­lich besei­tigt ist, wird der Harn­strahl um bis zu 120 Pro­zent kräf­ti­ger. Die Drang- und Ein­engungs-Sym­pto­me ver­schwin­den und die Bla­sen-Ent­lee­rung ist dau­er­haft verbessert.

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