IHK ruft fach­kun­di­ge Exper­ten zur Bewer­bung als Sach­ver­stän­di­ge auf

Die Indu­strie- und Han­dels­kam­mern bestel­len Sach­ver­stän­di­ge in allen Berei­chen der Wirt­schaft. Für Unter­neh­men, Gerich­te, Behör­den und Pri­vat­per­so­nen erstel­len die­se Exper­ten aus der Pra­xis Gut­ach­ten, bera­ten, bewer­ten und beur­tei­len. Unab­hän­gig davon, ob es sich um gericht­li­che Ver­fah­ren, geschäft­li­che oder pri­va­te Ange­le­gen­hei­ten han­delt – die Nach­fra­ge nach zuver­läs­si­gen und sach­kun­di­gen Fach­leu­ten ist hoch. Wie in vie­len Berei­chen fehlt es jedoch auch hier zuneh­mend an Nachwuchs.

Um die Lücke bei den Sach­ver­stän­di­gen zu schlie­ßen rührt die IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth daher mit ihrem Infor­ma­ti­ons­abend kräf­tig die Wer­be­trom­mel für eine viel­fäl­ti­ge Tätig­keit und ein zwei­tes beruf­li­ches Stand­bein. Auf der Ver­an­stal­tung Berufs­per­spek­ti­ve Sach­ver­stän­di­ger infor­mier­ten sich rund 110 inter­es­sier­te Gäste über die viel­schich­ti­gen und ver­ant­wor­tungs­vol­len Auf­ga­ben im Sach­ver­stän­di­gen­we­sen. Dass so vie­le der Ein­la­dung der IHK gefolgt sind, unter­streicht für Haupt­ge­schäfts­füh­re­rin Gabrie­le Hohen­ner die Bedeu­tung der Tätig­keit von öffent­lich bestell­ten und ver­ei­dig­ten Sach­ver­stän­di­gen. Ange­sichts der wach­sen­den Her­aus­for­de­rung, Nach­wuchs­kräf­te hier­für zu gewin­nen, sei der Auf­ruf mit der Anzei­ge Wir suchen Sie! zu einer Her­zens­an­ge­le­gen­heit gewor­den. Denn in den näch­sten Jah­ren wer­den vie­le Sach­ver­stän­di­ge das Ren­ten­al­ter errei­chen. Gleich­zei­tig besteht aber eine unge­bro­chen hohe Nach­fra­ge nach deren Exper­ti­se. Unse­re hoch­tech­ni­sier­te und arbeits­tei­li­ge Gesell­schaft kommt ohne ihr Wis­sen nicht aus bekräf­tigt Hohenner.

Sach­ver­stän­di­ge heu­te – Chan­cen und Perspektiven

Auf den hohen Stel­len­wert öffent­lich bestell­ter und ver­ei­dig­ter Sach­ver­stän­di­gen ver­weist auch Karl Flei­scher als Vor­sit­zen­der des IHK-Sach­ver­stän­di­gen­aus­schus­ses. Zudem erge­ben sich mit der Tätig­keit in der Men­ge an unter­schied­li­chen Sach­ge­bie­ten für so manch einen uner­war­te­te Chan­cen. Ober­fran­ken sei eine tol­le Regi­on mit erfolg­rei­chen Unter­neh­men, in denen es vie­le Spe­zia­li­sten gibt. Deren Know-How wird stark gefragt sein. Wenn in den kom­men­den Jah­ren Klä­rungs­be­darf zu moder­nen Tech­no­lo­gien besteht, kön­nen Sie sich in den Fel­dern von Heu­te und Mor­gen mit all ihren viel­fäl­ti­gen Mög­lich­kei­ten, als Sach­ver­stän­di­ge erfolg­reich bewe­gen und posi­tio­nie­ren ermu­tigt Flei­scher die Anwesenden.

Ein­blicke in die Arbeit

Ins­ge­samt 104 Fach­kun­di­ge zählt die IHK der­zeit zu ihrem Pool an öffent­lich bestell­ten und ver­ei­dig­ten Sach­ver­stän­di­gen. Einer von ihnen ist Dr. Wer­ner Rei­län­der, der den Gästen im Rah­men sei­nes Vor­trags einen Ein­blick in ganz per­sön­li­che Erfah­run­gen gewährt. Seit 1996 ist Rei­län­ders Sach­ver­stand gefragt, wenn es um Fra­gen in den Sach­ge­bie­ten Was­ser­ge­win­nung und Grund­was­ser­schutz oder Erd­wär­me­nut­zung zum Betrieb von Wär­me­pum­pen geht. Das selbst gewähl­te Bei­spiel mit dem Titel Mein schön­ster Scha­dens­fall nötigt den Zuhö­rern nicht nur ein Schmun­zeln ab, son­dern zeigt auf, wie wert­voll die Aus­wer­tun­gen von öffent­lich bestell­ten und ver­ei­dig­ten Sach­ver­stän­di­gen unter ande­rem in gericht­li­chen Ver­fah­ren sind.

Neue Sach­ver­stän­di­ge vereidigt

Als beson­de­res High­light der Ver­an­stal­tung sind zwei Sach­ver­stän­di­gen­be­wer­ber, die ihre beson­de­re Sach­kun­de, über­durch­schnitt­li­chen Fach­kennt­nis­se und per­sön­li­che Eig­nung im anspruchs­vol­len Bestel­lungs­ver­fah­ren nach­wei­sen konn­ten, fei­er­lich ver­ei­digt wor­den. Für das Sach­ge­biet Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren für mecha­ni­sche, phy­si­ka­li­sche und bio­lo­gi­sche Abfall­be­hand­lung nimmt der stu­dier­te Bio­lo­ge und Bio­che­mi­ker Dr. rer. nat. Felix Franz aus Spei­chers­dorf sei­ne Urkun­de ent­ge­gen. Auch der gelern­te KfZ-Mecha­tro­ni­ker Ist­van War­c­ze­ka aus Hof freut sich über sei­ne Bestel­lung zum Sach­ver­stän­di­gen für die The­ma­tik Kraft­fahr­zeug­schä­den und ‑bewer­tung.

Sach­ver­stän­di­ger werden

Die Vor­aus­set­zun­gen für die öffent­li­che Bestel­lung und Ver­ei­di­gung durch die IHK sind hoch. Dass es sich aller­dings lohnt, die­sen Weg zu gehen, macht auch der Haupt­ge­schäfts­füh­rer des Bun­des­ver­bands öffent­lich bestell­ter und ver­ei­dig­ter sowie qua­li­fi­zier­ter Sach­ver­stän­di­ger e.V. (b.v.s) Wolf­gang Jacobs in sei­nem Schluss­wort deut­lich. Die Nach­fra­ge von Gerich­ten, Unter­neh­men und Pri­vat­per­so­nen sei immens. Wenn Sie im Beruf über über­durch­schnitt­li­che Fach­kennt­nis­se, sowie prak­ti­sche Erfah­run­gen ver­fü­gen und das eige­ne Fach­wis­sen objek­tiv, unpar­tei­isch, aber auch unab­hän­gig in Gut­ach­ten­form dar­stel­len kön­nen, bie­tet Ihnen das Sach­ver­stän­di­gen­we­sen span­nen­de Auf­ga­ben so Jacobs. Mit die­sen Impul­sen sind Inter­es­sier­te aus allen Fach­be­rei­chen dazu auf­ge­ru­fen, sich an die IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth zu wen­den, falls sie als Sach­ver­stän­di­ge tätig wer­den möchten.

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