Jun­ge Libe­ra­le Forch­heim zur Bericht­erstat­tung aus der NN vom 23.06.2018 „Kör­ber ist doch befan­gen“, der JuSos Forchheim

Zu dem heu­te in der NN erschie­nen Arti­kel „Kör­ber ist doch befan­gen“ kom­men­tie­ren die Forch­hei­mer JuLis (Anmer­kung der Redak­ti­on: sie­he auch Jusos Forch­heim zum The­ma „Rat­haus“):

“Einer­seits ist es ja ver­ständ­lich, dass die poli­ti­sche Jugend­or­ga­ni­sa­ti­on der SPD den Bezirks­tags­di­rekt­kan­di­da­ten und Ober­bür­ger­mei­ster der Stadt Forch­heim Dr. Kirsch­stein ver­sucht zu ver­tei­di­gen. Ande­rer­seits ist es schon sehr ver­wun­der­lich, dass der SPD-Land­tags­kan­di­dat Richard Schmidt und der Kreis­ver­band der JuSos hier kei­ne plau­si­blen Argu­men­te vor­brin­gen können.

Der Stadt­rat muss­te in einer Son­der­sit­zung am 24.04.2017, die der Stadt­rat selbst ange­setzt hat, sich nach über einem Jahr, ab ca. April 2016, nach­dem das Pro­jekt „Rat­haus­sa­nie­rung“ bereits begon­nen hat­te, die Infor­ma­tio­nen erst­ma­lig selbst ein­ho­len. Ober­bür­ger­mei­ster Dr. Kirsch­stein wur­de ja im April 2016 in die­ses Amt ein­ge­führt und hat­te vor­her ins­be­son­de­re im Ober­bür­ger­mei­ster­wahl­kampf für mehr Trans­pa­renz gewor­ben. Wie soll das denn zusam­men­pas­sen, dass das höch­ste Beschluss­or­gan der Stadt, näm­lich der Stadt­rat, nach über 12 Mona­ten der Intrans­pa­renz selbst eine Son­der­sit­zung zur Auf­klä­rung von 20 Fra­gen fast aller Frak­tio­nen anset­zen musste?

War es nicht der Ober­bür­ger­mei­ster Dr. Kirsch­stein, der einen Bericht von Seba­sti­an Kör­ber in der Stadt­rats­sit­zung vom Mai auf Antrag des Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den der Frei­en Wäh­ler Man­fred Hüm­mer nicht zuge­las­sen hat, um eine Ent­schei­dungs­grund­la­ge für einen Tages­ord­nungs­punkt betref­fend der Rat­haus­sa­nie­rung zu gewäh­ren? Hat­te der Ober­bür­ger­mei­ster viel­leicht etwas zu verbergen?

Soweit wir das als Jun­ge Libe­ra­le ver­stan­den haben, gibt Seba­sti­an Kör­ber ja einen Bericht ab, der aus der Zusam­men­fas­sung von Unter­la­gen der Ver­wal­tung besteht, die der Stadt­rat bis­her nicht gese­hen hat, um für die Stadt­rä­te Trans­pa­renz her­zu­stel­len. Die­se Unter­la­gen ste­hen der Ver­wal­tung und dem Ober­bür­ger­mei­ster seit teil­wei­se über zwei Jah­ren als Herr­schafts­wis­sen zur Verfügung.

Ein Frak­ti­ons­über­grei­fen­der Antrag hat vom Geschäfts­ord­nungs­rechts des Stadt­rats Gebrauch gemacht ein Stadt­rats­mit­glied, in die­sem Fall Seba­sti­an Kör­ber, von Beruf Archi­tekt, damit stell­ver­tre­tend für den gesam­ten Stadt­rat zu beauf­tra­gen. Die­ses Akten­ein­sichts­recht hat laut Geschäfts­ord­nung auch nur ein Mit­glied des Stadt­ra­tes und kein Exter­ner, schon gar nicht ein Mit­glied der Verwaltung!

Chri­sti­an Weber, stell­ver­tre­ten­der Kreis­vor­sit­zen­der der Jun­gen Libe­ra­len Forch­heim, meint dazu: „Es ist in höch­stem Maße befremd­lich zu for­dern Beam­te der Stadt­ver­wal­tung soll­ten nun Auf­klä­ren ob das Ober­haupt der Stadt­ver­wal­tung Feh­ler began­gen hat. Die par­la­men­ta­ri­sche Kon­trol­le durch einen Beauf­trag­ten des Stadt­rats soll­te trotz des Kas­perl­thea­ters der letz­ten Wochen eine Selbst­ver­ständ­lich­keit sein.” Es stellt sich hier also die Fra­ge: wie soll­te denn über­haupt ein Mit­ar­bei­ter der Ver­wal­tung Klar­heit in Vor­gän­gen der Ver­wal­tung brin­gen, wenn der Stadt­rat Miss­trau­en gegen­über dem Ober­bür­ger­mei­ster Dr. Kirsch­stein hat, und die­ser gleich­zei­tig der Dienst­vor­ge­setz­te der Ver­wal­tung ist?

In einer Demo­kra­tie ist immer das gewähl­te jewei­li­ge Par­la­ment auch Kon­troll­organ des Ober­bür­ger­mei­sters und der Ver­wal­tung, der er vor­sitzt. So hat schon Franz Josef Strauß als Oppo­si­ti­ons­füh­rer Hel­mut Schmidt kon­trol­liert, Mar­kus Rin­der­spa­cher im Baye­ri­schen Land­tag aktu­ell Mini­ster­prä­si­den­ten Söder und eben vie­le Frak­tio­nen gera­de Ober­bür­ger­mei­ster Dr. Kirsch­stein im Stadt­rat Forch­heim. Hier­zu scheint ja auch eine gro­ße Not­wen­dig­keit zu bestehen. So funk­tio­niert glück­li­cher­wei­se Demokratie.”

Tobi­as Luko­schek, Kreis­vor­sit­zen­der der Jun­gen Libe­ra­len Forch­heim, resü­miert: „Zwar ist das Ver­hal­ten der JuSos aus wahl­kampf­tak­ti­schen Grün­den nach­voll­zieh­bar, deren Demo­kra­tie­ver­ständ­nis wirft aber gro­ße Fra­gen auf.“

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