Ober­frän­ki­sche Behör­den füh­ren Ermitt­lun­gen im Fall Sophia Lösche weiter

Gemein­sa­me Pres­se­er­klä­rung des Poli­zei­prä­si­di­ums Ober­fran­ken und der Staats­an­walt­schaft Bayreuth

OBER­FRAN­KEN / LEIP­ZIG. Ab sofort haben die Staats­an­walt­schaft Bay­reuth und die Kri­mi­nal­po­li­zei Bay­reuth die Ermitt­lun­gen im Zusam­men­hang mit dem Ver­schwin­den der 28-jäh­ri­gen Sophia Lösche aus Leip­zig über­nom­men, da sich jetzt die Hin­wei­se auf einen mög­li­chen Tat­ort in Ober­fran­ken ver­dich­tet haben. Ob es sich bei einer gestern in Spa­ni­en auf­ge­fun­de­nen weib­li­chen Lei­che um die Ver­miss­te han­delt, ist der­zeit Gegen­stand der lau­fen­den Ermittlungen.

Am 14.06.2018 woll­te die gebür­ti­ge Amber­ge­rin von Leip­zig nach Nürn­berg tram­pen und von dort wei­ter nach Amberg fah­ren. Sie stieg an die­sem Abend an einer Tank­stel­le bei Schkeu­ditz zur Mit­fahrt in einen Last­wa­gen mit marok­ka­ni­scher Zulas­sung ein. Seit­dem bestand zu der 28-Jäh­ri­gen kein Kon­takt mehr. In der Fol­ge fahn­de­te die Poli­zei Leip­zig auch über die Medi­en nach der Frau.

Maß­nah­men auf baye­ri­schem Gebiet

Im Zuge der Ermitt­lun­gen der Poli­zei­di­rek­ti­on Leip­zig koor­di­nier­te das Poli­zei­prä­si­di­um Ober­fran­ken die not­wen­di­gen Maß­nah­men in Bay­ern. Ins­be­son­de­re führ­ten hier die tan­gier­ten baye­ri­schen Dienst­stel­len umfang­rei­che Ermitt­lungs- und Such­maß­nah­men mit zahl­rei­chen Ein­satz­kräf­ten an rele­van­ten Ört­lich­kei­ten wie Rast­an­la­gen oder Auto­bahn­park­plät­zen ent­lang der bekann­ten Fahrt­rou­te des Last­wa­gens durch. Die Erkennt­nis­se über­mit­tel­ten die baye­ri­schen Ermitt­lungs­dienst­stel­len an die zustän­di­ge Poli­zei­di­rek­ti­on Leipzig.

Fest­nah­me und Lei­chen­fund in Spanien

Am ver­gan­ge­nen Diens­tag wur­de auf Grund eines Haft­be­fehls ein 41-jäh­ri­ger Kraft­fah­rer, der nach Marok­ko unter­wegs war, süd­lich von Madrid fest­ge­nom­men. Sein Last­wa­gen war kurz zuvor in eini­ger Ent­fer­nung aus­ge­brannt. Nach bis­he­ri­gen Erkennt­nis­sen war die 28-Jäh­ri­ge in Schkeu­ditz in die­sen Last­wa­gen ein­ge­stie­gen. Der Mann ist drin­gend ver­däch­tig, die Frau getö­tet zu haben. Von der Lei­che fehl­te zunächst jede Spur. Am Don­ners­tag wur­de eine weib­li­che Lei­che im Nor­den Spa­ni­ens auf­ge­fun­den. Die Auf­fin­de­ört­lich­keit deckt sich mit der Fahrt­rou­te des Ver­däch­ti­gen. Zur Iden­ti­fi­zie­rung der sterb­li­chen Über­re­ste wird jetzt ein DNA-Pro­fil der Ver­miss­ten erstellt und den spa­ni­schen Behör­den zugeleitet.

Über­nah­me der Ermittlungen

Auf­grund der bis­he­ri­gen Erkennt­nis­se, ins­be­son­de­re der GPS-Daten des Last­wa­gens des Fest­ge­nom­me­nen, muss davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass die Frau in Ober­fran­ken getö­tet wur­de. Auf Grund die­ser kri­mi­na­li­sti­schen Ein­schät­zung hat jetzt die Staats­an­walt­schaft Bay­reuth das Ermitt­lungs­ver­fah­ren von der Staats­an­walt­schaft Leip­zig über­nom­men. Sie führt in Zusam­men­ar­beit mit einer etwa 15-köp­fi­gen Ermitt­lungs­grup­pe bei der Kri­mi­nal­po­li­zei Bay­reuth die Unter­su­chun­gen. In die­sem Zusam­men­hang wer­den Bay­reu­ther Ermitt­ler mit den Behör­den in Leip­zig zusam­men­ar­bei­ten und die bis­he­ri­gen Ergeb­nis­se über­neh­men. Sie wer­den auch in Spa­ni­en prä­sent sein. Der Kon­takt zu den spa­ni­schen Behör­den besteht zum einen über einen Ver­bin­dungs­be­am­ten des Bun­des­kri­mi­nal­am­tes sowie auf Justiz­sei­te über die Ein­heit für justi­zi­el­le Zusam­men­ar­beit der Euro­päi­schen Uni­on „Euro­just“. Die Staats­an­walt­schaft Bay­reuth wird im Zuge der wei­te­ren Ermitt­lun­gen die Rechts­hil­fe­ver­fah­ren aus Leip­zig wei­ter­füh­ren und gege­be­nen­falls zusätz­li­che Ersu­chen an die spa­ni­schen Behör­den stel­len. Die­se kön­nen erfah­rungs­ge­mäß eini­ge Zeit in Anspruch nehmen.

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