„Fahr­rad­stadt Bam­berg“ nimmt Fahrt auf

Am Kranen wurde der himmelblaue Car Bike Port feierlich seiner Bestimmung übergeben. Foto: Baureferat Stadt Bamberg
Am Kranen wurde der himmelblaue Car Bike Port feierlich seiner Bestimmung übergeben. Foto: Baureferat Stadt Bamberg

Car Bike Port und 1. Fahr­rad­quar­tier eröff­net – OB Star­ke zieht posi­ti­ve Zwischenbilanz

In einer gemein­sa­men Akti­on wur­den am Frei­tag (15. Juni) zwei Maß­nah­men aus dem „Fahr­rad­pro­gramm 2018“ vor­ge­stellt. Ober­bür­ger­mei­ster Andre­as Star­ke an der Spit­ze der Fach­ver­wal­tung aus dem Bam­ber­ger Rat­haus sowie Ver­tre­ter der Initia­ti­ve Rad­ent­scheid eröff­ne­ten inmit­ten der Bam­ber­ger Alt­stadt den „Car Bike Port“ als zen­tra­le Rad­ab­stell­an­la­ge mit Sym­bol­kraft und anschlie­ßend das „1. Bam­ber­ger Fahr­rad­quar­tier“ in der „May­er­schen Gärtnerei“.

Der Car Bike Port am sei­nem Stand­ort „Am Kra­nen“ ersetzt künf­tig an einem der zen­tral­sten Stand­or­te einen ober­ir­di­schen Kfz-Stell­platz. An sei­ner Stel­le ste­hen ab sofort fünf Rad­bü­gel und damit zehn neue Rad­ab­stell­plät­ze. Auf die­se Wei­se wird der unter­schied­li­che Flä­chen­be­darf von Fahr­rad und Auto sicht­bar. Das zusätz­li­che Plus: Mehr Nut­zer brin­gen auch mehr Kauf­kraft zum inner­städ­ti­schen Ein­zel­han­del. Der Car Bike Port – Zei­chen für Zukunfts­fä­hig­keit und Nach­hal­tig­keit des Rad­ver­kehrs. Weni­ger Kraft­fahr­zeu­ge im Alt­stadt­be­reich bedeu­ten weni­ger Lärm, Luft­schad­stof­fe und Schutz des Welt­erbes sowie der Bevöl­ke­rung wie der Gäste.

Die Kam­pa­gne „Fahr­rad­stadt Bam­berg“ zu der sich die Initia­ti­ve Rad­ent­scheid mit dem Stadt­rat am 31. Janu­ar 2018 als Ersatz eines Bür­ger­be­geh­rens ver­stän­digt hat­ten, ver­folgt ins­ge­samt sie­ben ver­kehrs­po­li­ti­sche Zie­le. Dazu gehört auch die Errich­tung von 5.000 neu­en Fahr­rad­park­plät­zen bis 2025. Neben dem Car Bike Port wur­den in den letz­ten Wochen Stell­plät­ze in der Lui­sen- und Gaustadter Haupt­stra­ße instal­liert. 12 wei­te­re mit 55 Rad­bü­geln war­ten auf Umset­zung, zusätz­li­che 75 Bügel sind in der Koor­di­nie­rung mit den betref­fen­den Bürgervereinen.

May­er­sche Gärt­ne­rei wird „Fahr­rad­quar­tier“

Ein wei­te­res Ziel ist die Aus­wei­sung von Fahr­rad­stra­ßen. Dazu führ­te die „Ein­wei­hungs-Tour“ zum Wohn­quar­tier „May­er­sche Gärt­ne­rei“, wo in der Maria-Ward-Stra­ße die ersten Ver­kehrs­zei­chen ent­hüllt wur­den. Hier und in der Anna-Maria-Juni­us-Stra­ße gilt mit erfolg­ter Umbe­schil­de­rung “Fahr­rad­stra­ße” und Zusatz­schild “Kraft­fahr­zeu­ge frei”: die Fahr­bahn bekommt die Funk­ti­on eines “Rad­we­ges”, Neben­ein­an­der­fah­ren mit dem Rad ist erlaubt, Auto- und Motor­rad­ver­kehr ist bei einer Höchst­ge­schwin­dig­keit von 30 km/​h unver­än­dert zuge­las­sen. Wenn nötig, muss der Kfz-Ver­kehr die Geschwin­dig­keit wei­ter ver­rin­gern. Der Rad­ver­kehr darf weder gefähr­det noch behin­dert werden.

Dadurch besteht die „May­er­sche Gärt­ne­rei“ nur noch aus Fahr­rad­stra­ßen und ver­kehrs­be­ru­hig­ten Berei­chen und wird als beson­ders fahr­rad­freund­li­ches Gebiet zum „Fahr­rad­quar­tier“. Dabei blei­ben alle vor­han­de­nen Park­plät­ze erhal­ten. Durch die Fahr­rad­stra­ßen wird die Ver­kehrs­si­cher­heit und die Wohn­qua­li­tät ver­bes­sert sowie die Attrak­ti­vi­tät von inner­städ­ti­schen Rad­ver­kehrs­ver­bin­dun­gen erhöht. Wei­te­re Fahr­rad­stra­ßen wer­den im Jah­res­ver­lauf dazu­kom­men. So rund um die Schran­ne sowie am Lein­ritt. Und in Bam­berg Mit­te wird der­zeit ein zwei­tes Fahr­rad­quar­tier zwi­schen Lud­wig­stra­ße – Luit­pold­stra­ße – König­stra­ße – Sie­chen­stra­ße und Mem­mels­dor­fer Stra­ße vorbereitet.

„Es ist offen­sicht­lich, dass das Fahr­rad einen wert­vol­len Bei­trag lei­sten kann, den knap­pen öffent­li­chen Raum im Her­zen Bam­bergs effek­tiv zu nut­zen“ – so Ober­bür­ger­mei­ster Star­ke am 5. März zur Auf­takt-Pres­se­kon­fe­renz und Vor­stel­lung des Fahr­rad­pro­gram­mes 2018. Drei Mona­te spä­ter bzw. rund ein hal­bes Jahr nach dem o.a. Stadt­rats­be­schluss und Bekennt­nis zum Rad­ver­kehr als nach­hal­ti­ges Ver­kehrs­mit­tel wur­den aber nicht nur zwei Ein­zel­maß­nah­men vor­ge­stellt. Der Rat­haus­chef nutz­te die Gele­gen­heit auf wei­te­re Erfol­ge hin­zu­wei­sen. So wur­den zur Sicher­heit an Kreu­zun­gen Ende Mai Rot­mar­kie­run­gen an Rad­fur­ten im Bereich der Zu- und Abfahr­ten Ber­li­ner Ring/​Kronacher Stra­ße bzw. Am Bör­stig durch­ge­führt. Weni­ge Tage vor­her erfolg­te die Frei­ga­be des neu­en Geh- und Rad­we­ges ent­lang der Pödel­dor­fer Stra­ße zur Ver­bes­se­rung der Anbin­dung des „Wohn­parks am Rot­see­lein“ (ehem. „Nato- und Offizierssiedlung“).

Ver­kehrs­wen­de nimmt Fahrt auf

Wei­te­re Schwer­punk­te zur Rad­ver­kehrs­för­de­rung sind die Auf­nah­me in die Arbeits­ge­mein­schaft Fahr­rad­freund­li­che Kom­mu­nen in Bay­ern (AGFK). Die Antrags­un­ter­la­gen dazu sind ein­ge­reicht, der Besuch der Bewer­tungs­kom­mis­si­on erfolgt am 9. Juli 2018. Eben­falls in Arbeit ist eine neue Infor­ma­ti­ons­platt­form unter www​.fahr​rad​stadt​-bam​berg​.de auf der Home­page der Stadt. Zudem ist ein Kom­mu­ni­ka­ti­ons­kon­zept und die dar­auf auf­bau­en­de Kam­pa­gnen­pla­nung in Arbeit. Kon­kret geht es dabei um ein eigen­stän­di­ges Logo und ein detail­lier­tes Maß­nah­men­pro­gramm für die näch­sten drei bis fünf Jah­re. Ziel ist es, inner­halb der Stadt­ge­sell­schaft eine mög­lichst hohe Sym­pa­thie und Iden­ti­fi­ka­ti­on unter dem Label “Fahr­rad­stadt Bam­berg” zu schaffen.

Dazu noch zwei posi­ti­ve Nach­rich­ten: Das neu auf­ge­leg­te städ­ti­sche För­der­pro­gramm „Lasten­rä­der/-pedel­ecs“ war inner­halb weni­ger Tage „ver­grif­fen“. Des Wei­te­ren wur­de der städ­ti­sche Fuhr­park um elf Elek­tro­fahr­rä­der erwei­tert. Alles in allem zeigt sich: Die Ver­kehrs­wen­de nimmt in Bam­berg Fahrt auf. Dabei geben die Zie­le der Initia­ti­ve Rad­ent­scheid, das mit der Stadt­ver­wal­tung abge­stimm­te Maß­nah­men­pro­gramm für 2018 und die fol­gen­den Jah­re die Rich­tung vor.

Schreibe einen Kommentar