Erz­bi­schof Schick bei der Jah­res­ta­gung der Kon­fe­renz Welt­kir­che: „Inter­re­li­giö­ser Frie­de ist ein Dau­er­auf­trag, der kein Ver­falls­da­tum kennt.“

„Kei­ne Reli­gi­on darf die Reli­gi­on eines ande­ren verachten“

Die uner­läss­li­che Bedeu­tung des inter­re­li­giö­sen Dia­logs und des gegen­sei­ti­gen Respekts stell­te Erz­bi­schof Lud­wig Schick am Diens­tag in Würz­burg her­aus. „Kei­ne Reli­gi­on und kein Reli­gi­ons­an­ge­hö­ri­ger darf die Reli­gi­on eines ande­ren ver­ach­ten, lächer­lich machen oder mit Zwang bekeh­ren wol­len“, mahn­te der Vor­sit­zen­de der Kon­fe­renz Welt­kir­che bei der Jah­res­ta­gung zum The­ma „Reli­gi­ons­frei­heit – ein umkämpf­tes Men­schen­recht“. Dies gel­te auf der Ebe­ne der Theo­lo­gen und Reli­gi­ons­füh­rer, aber auch auf der Ebe­ne des all­täg­li­chen Lebens.

Nicht nur inter­na­tio­nal, auch in Deutsch­land und Euro­pa gebe es neue Miss­ach­tung und Ver­let­zung der Reli­gi­ons­frei­heit, gab Schick zu beden­ken. „Ein neu auf­ge­kom­me­ner Anti­se­mi­tis­mus und popu­li­sti­sche Paro­len bedro­hen das gute Zusam­men­le­ben zwi­schen fried­lie­ben­den Juden, Mus­li­men und Chri­sten bei uns.“ Für den Reli­gi­ons­frie­den brau­che es Acht­sam­keit und Klar­heit. Jedes Auf­flam­men von Feind­se­lig­keit gegen Reli­gio­nen müs­se unver­züg­lich ein­ge­dämmt wer­den. „Reli­gi­ons­frei­heit und der Frie­de zwi­schen den Reli­gio­nen ist ein Dau­er­auf­trag, der kein Ver­falls­da­tum kennt. Wir müs­sen uns immer wie­der acht­sam und behut­sam mit Auf­rich­tig­keit und Enga­ge­ment für die Reli­gi­ons­frei­heit aller Men­schen ein­set­zen“, so Schick.

Die Tagungs­bei­trä­ge der Exper­ten aus aller Welt zei­gen, wie viel­fäl­tig und sub­til die Ein­schrän­kun­gen und Ver­let­zun­gen der Reli­gi­ons­frei­heit sein kön­nen. „Sie rüh­ren her von poli­ti­scher Macht, die des­po­tisch kei­ne ande­ren Auf­fas­sun­gen zulas­sen will als die ihre und die des­halb Reli­gio­nen ver­bie­te, ein­schrän­ke und ver­fol­ge oder für sich ver­zwecke“, sag­te Erz­bi­schof Schick. Die Reli­gi­ons­frei­heit wer­de bedroht von Natio­na­lis­men, die ihre Nati­on mit einer bestimm­ten Reli­gi­on ver­bin­den und alle ande­ren Reli­gio­nen als aus­län­disch, fremd und unpa­trio­tisch abtun.

Gegen­wär­tig wer­de in Län­dern wie Paki­stan, Indi­en oder dem Irak die Reli­gi­ons­frei­heit der Chri­sten ein­ge­schränkt durch Ange­hö­ri­ge ande­rer Reli­gio­nen, die sogar die eige­nen Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen für ihre Anders­gläu­big­keit bestraf­ten. Into­le­ranz, so Erz­bi­schof Schick, sei oft bedingt durch beschränk­tes Wis­sen. Wer gebil­det sei, und um die Zusam­men­hän­ge von Mensch und Reli­gi­on, Frei­heit und Selbst­be­stim­mung wis­se, sei tole­ran­ter und erken­ne, dass alle Men­schen die glei­che Wür­de und die glei­chen Rech­te haben.

„Des­halb muss das Men­schen­recht der Reli­gi­ons­frei­heit in unse­re Bil­dungs­ein­rich­tun­gen vom Kin­der­gar­ten bis zu den Uni­ver­si­tä­ten viel stär­ker ein­ge­bracht wer­den“, so Schick. Als welt­weit größ­ter Trä­ger von Bil­dungs­ein­rich­tun­gen tra­ge die Kir­che zu einer fried­li­chen Koexi­stenz der Reli­gio­nen durch Bil­dung bei.

Die Chri­sten soll­ten sich auch für das Ein­brin­gen des Men­schen­rechts­ka­ta­logs in die Ver­fas­sun­gen aller Staa­ten enga­gie­ren, der nicht durch die Scha­ria oder ande­re recht­li­che Vor­ga­ben wie­der außer Kraft gesetzt wer­den dürfe.

Die Jah­res­ta­gung Welt­kir­che und Mis­si­on fin­det vom 4. bis 6. Juni in Würz­burg statt. Sie wur­de mit dem Ziel ins Leben geru­fen, einen leben­di­gen, pra­xis­be­zo­ge­nen Aus­tausch aller in der welt­kirch­li­chen Arbeit enga­gier­ten Ein­rich­tun­gen zu ermög­li­chen. Die Ver­an­stal­tung wird von der Kon­fe­renz Welt­kir­che aus­ge­rich­tet und fin­det jähr­lich im Klo­ster Him­mels­pfor­ten in Würz­burg statt.

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