Kein NLZ für FC Eintracht Bamberg

Klub setzt weiterhin auf Förderung des Fußballnachwuchses

Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) wird in Bamberg kein Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) errichten. Dies teilte der BFV kürzlich mit. Damit bleibt es im Freistaat wie bisher bei 18 Standorten, die zur wohnortnahen Förderung des Nachwuchses ein NLZ betreiben. Der FC Eintracht Bamberg hatte sich – zusammen mit einem Mitbewerber – beim BFV für den Zuschlag zur Führung eines NLZ beworben. Aus der Verbandszentrale erhielten beide Klubs jedoch eine Absage. Die Bewerbung des FC Eintracht Bamberg fand keine Berücksichtigung, da der BFV nach den überstandenen Insolvenzen die wirtschaftliche Entwicklung des FCE noch etwas weiterverfolgen möchte. Vorstandsvorsitzender Jörg Schmalfuß: „Wir können mit dieser Entscheidung leben.“ Der 31-Jährige gibt einen Einblick in die Jugendförderung des Vereins: „Seit zwei Jahren liefern wir ordentliche Arbeit ab. Und unsere Jugendarbeit hat sich in den vergangenen Jahren auch nicht geändert, was Ligazugehörigkeit oder Trainerlizenzen anbelangt. Da sind wir auf dem selben Niveau wie zu der Zeit, als wir das NLZ noch hatten. Und damals wurden wir vom Verband auch stets gut bewertet.“

Trotz der Entscheidung des BFV wird der FC Eintracht Bamberg weiterhin die Talentausbildung forcieren mit dem Ziel, die enge Verzahnung zwischen leistungsorientierter Jugendarbeit und ambitionierten Seniorenfußball mehr denn je zu leben. Dass dieser Weg erfolgreich ist, zeigte der Kader der ersten Herrenmannschaft der letzten Saison 2017/2018. Im Bezirksligaaufgebot standen sieben Spieler, die zuvor noch in der U19 Mannschaft spielten – insgesamt 17 Akteure des Kaders hatten bereits in der Jugend für den FC Eintracht Bamberg gespielt. Die Spielzeit wurde mit der Meisterschaft und dem Aufstieg in die Landesliga gekrönt. Im Kader der im Juli beginnenden Landesligasaison werden weitere fünf Akteure stehen, die zuletzt noch in der U19-Mannschaft das FCE Trikot getragen hatten. In der Vergangenheit brachte der Verein immer wieder gute Fußballer heraus. Daher bezeichnet sich der FCE samt seiner Vorgängerklubs 1. FC Bamberg und TSV Eintracht Bamberg – aus ihnen ist der FC Eintracht Bamberg entstanden – als Talentschmiede. Neben der zweifachen U17- Europameisterin Anna Hausdorff sind Namen wie Harald Spörl, Markus Feulner, Lukas Görtler, Stefan Kießling, Frank Nitsche und viele mehr ein Beleg für die erfolgreiche Jugendarbeit. Seit der Saison 2015/2016 spielt der Bamberger Nachwuchs unter dem Motto „Fußball Cool Erleben“ – die Anfangsbuchstaben der Wörter ergeben das Kürzel FCE. Unterstützung bei der Nachwuchsförderung erhält der FC Eintracht durch den Förderverein Jugendfußball. Er unterstützt mit Mitgliedsbeiträgen und Spenden bei der Finanzierung der Talentförderung. Der Förderverein Jugendfußball besteht seit 2012 und zählt derzeit etwa 40 Mitglieder. An der Spitze steht Bernd Kaufer, weitere Vorstandsmitglieder sind Wolfgang Scheibe, Michael Flämig und Adrian Grodel. Der Förderverein versteht sich auch als privates wie berufliches Netzwerk und organisiert für seine Mitglieder gemeinsame Events und Veranstaltungen. Weitere Informationen gibt es online unter www.fce2010/ förderverein.de

Das Nachwuchsleistungszentrum (NLZ): Der Bayerische Fußball-Verband hat zusammen mit den Profivereinen Bayerns und mit Zustimmung des Deutschen Fußball-Bundes ein neues Konzept zur Talentförderung entwickelt. Ziel ist es, eine hochqualifizierte und wohnortnahe Eliteförderung von jungen Fußballtalenten zu erreichen. Zu diesem Zweck hat der Verband in ganz Bayern NLZ errichtet, die als Verzahnung des Stützpunkt-Trainings mit qualifizierter Vereinsarbeit junge und talentierte Fußballer flächendeckend ausbilden. Derzeit betreibt der Bayerische Fußball-Verband 18 NLZ, unter anderem in Bayreuth, Deggendorf, Schweinfurt, Weiden. Der Standort Bamberg hatte in den letzten zwei Jahren kein NLZ, da der Verband dem FC Eintracht Bamberg vor zwei Jahren die Leitung des NLZ aufgrund des gestellten Insolvenzantrages entzogen hatte. Mit seiner Bewerbung hoffte der FC Eintracht auf den Zuschlag, die Leitung des NLZ wieder zu erhalten.

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