Blick über den Zaun: Berühm­ter Tenor kommt nach Bad Steben

Wenn ein berühm­ter Tenor wie Sieg­fried Jeru­sa­lem zu einem Mei­ster­kurs nach Bad Ste­ben kommt, dann sind die Augen der inter­na­tio­na­len Musik­welt auf Ober­fran­ken gerich­tet. Er gilt als einer der größ­ten Tenö­re des 20. Jahr­hun­derts und kennt alle gro­ßen Opern­häu­ser die­ser Welt. Bei zahl­rei­chen Festi­vals war er ein umju­bel­ter Star und hat mit sei­nen Ton­trä­gern ein Mil­lio­nen­pu­bli­kum erreicht. Sei­ne lang­jäh­ri­ge Tätig­keit als Prä­si­dent der Musik­hoch­schu­le in Nürn­berg und sein regel­mä­ßi­ges Wir­ken als Dozent zei­gen, dass ihm der Nach­wuchs ganz beson­ders am Her­zen liegt.

Die jun­gen Talen­te kom­men dies­mal nicht nur aus Deutsch­land, son­dern auch aus Öster­reich und Ame­ri­ka. Egal ob Oper, Ope­ret­te, Ora­to­ri­um oder Lied, sämt­li­che Teil­neh­mer konn­ten ihr Reper­toire frei wäh­len. Kein Wun­der, gilt Sieg­fried Jeru­sa­lem doch als einer der viel­sei­tig­sten Künst­ler, dem das Publi­kum auf der Büh­ne des Fest­spiel­hau­ses in Bay­reuth genau­so zuge­ju­belt hat, wie die Zuschau­er bei­na­he unzäh­li­ger popu­lä­rer Fern­seh­sen­dun­gen. Einen Namen konn­te sich Sieg­fried Jeru­sa­lem immer wie­der auch als strah­len­der Ope­ret­ten­te­nor machen, nicht zuletzt gibt es sogar CDs mit Pop­songs von ihm, mit denen er einem brei­ten Publi­kum bekannt wurde.

Ursprüng­lich stammt Sieg­fried Jeru­sa­lem aus Ober­hau­sen und stu­dier­te an der Folk­wangschu­le in Essen. Aller­dings nicht etwa Gesang, son­dern zunächst Fagott, Kla­vier und Gei­ge. Bereits 1961 führ­te ihn der Weg erst­mals nach Ober­fran­ken und zwar als erster Fagot­tist zu den Hofer Sym­pho­ni­kern. Nach wei­te­ren Orche­ster­sta­tio­nen wech­sel­te er 1975 in einer Fern­seh­pro­duk­ti­on der Ope­ret­te „Der Zigeu­ner­ba­ron“ von Johann Strauss als Ein­sprin­ger vom Orche­ster­gra­ben auf die Büh­ne, ein in der Musik­welt wohl ein­zig­ar­ti­ger Beginn einer Weltkarriere.

Bereits im Jahr dar­auf sang Sieg­fried Jeru­sa­lem den Lohen­grin in Darm­stadt und Aachen, zwi­schen 1977 und 1999 gehör­te er zu den wich­tig­sten Sän­gern der Bay­reu­ther Richard-Wag­ner-Fest­spie­le und ver­kör­per­te fast alle gro­ßen Hel­den­par­tien wie Lohen­grin, Par­si­fal, Tri­stan und den Sieg­fried im „Ring des Nibe­lun­gen“. Jeru­sa­lem gastier­te an allen bedeu­ten­den Opern­häu­sern der Welt, 1993 wur­de ihm der Titel „Öster­rei­chi­scher Kam­mer­sän­ger“ ver­lie­hen. Bis 2009 war er außer­dem Prä­si­dent der Hoch­schu­le für Musik Nürn­berg-Augs­burg (frü­her Mei­ster­sin­ger-Kon­ser­va­to­ri­um, seit 2008 Staat­li­che Musik­hoch­schu­le Nürn­berg). Zuletzt konn­te man Sieg­fried Jeru­sa­lem immer wie­der in Cha­rak­ter­rol­len auf der Büh­ne erle­ben, unter ande­rem als Aegisth in der Oper „Elek­tra“ und als Hero­des in der Oper „Salo­me“ von Richard Strauß.

Der Mei­ster­kurs für Gesang mit Prof. Sieg­fried Jeru­sa­lem fin­det vom 28. Mai bis 1. Juni 2018 statt. Ter­min für das Abschluss­kon­zert ist Frei­tag, der 1. Juni 2018 um 19.00 Uhr im Kur­haus Bad Ste­ben – Gro­ßer Saal, Bad­stra­ße 30, 95138 Bad Steben.

Wei­te­re Infor­ma­ti­on: www​.haus​-mar​teau​.de

Abschluss­kon­zert des Mei­ster­kur­ses für Gesang mit Prof. Sieg­fried Jerusalem

  • Frei­tag, 01.06.2018, 19 Uhr
  • Kur­haus Bad Ste­ben – Gro­ßer Saal, Bad­stra­ße 30, 95138 Bad Steben
  • Ein­tritts­kar­ten gibt es zum Preis von neun Euro (mit Gäste­kar­te acht Euro) an der Abendkasse

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